Trotz deutlicher Führung spannendRatingen besiegt Dortmund

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Die „magische Grenze“ für die Ratinger Ice Aliens ist offensichtlich ein Drei-Tore-Vorsprung. Auch beim 6:5 (1:0, 3:1, 2:4)-Sieg in der Eissporthalle am Sandbach gegen die Dortmunder Eisadler wurde es nach einer souveränen Führung zum Schluss wieder sehr nervenaufreibend.

Das Team des niederländischen Trainers Alexander Jacobs stand zwei Drittel in der Defensive sicher, nutzte effizient die sich bietenden Chancen, sodass die Außerirdischen nach vierzig Minuten wie der sichere Sieger aussahen. Durch Unachtsamkeiten bzw. nachlassende Konzentration ließen die Aliens ihre Gegner jedoch wieder ins Spiel kommen.  

Im ersten Spielabschnitt entwickelte sich ein munterer, schneller Schlagabtausch mit Torszenen vor beiden Gehäusen. Dortmund nutzte dabei jede Schussmöglichkeit, um Ratingens Schlussmann Christoph Oster zu prüfen, dessen Fanghand wies aber kein „Zittern“ auf. Der Ratinger Sturm kombinierte sich jeweils gekonnt vor den „Adlerhorst“, verfehlte aber entweder knapp oder scheiterte am Keeper der Westfalen. Der einzige Treffer fiel in der zehnten Minute durch „Vollstrecker“ Milan Vanek, der eine Überzahl aufgrund einer Strafzeit gegen die Eisadler zum 1:0 nutzte. Allerdings jubelte auch Dortmund knapp drei Minuten vor der Pause, aber nach kurzem Zögern kam das „Auswinken“ des Hauptschiedsrichters – kein Tor.

Die vierte Minute des zweiten Drittels lief, als Ratingens Verteidiger J.P. Priebsch in der „Kühlbox“ Platz nehmen musste und die Gäste damit die Gelegenheit erhielten, in Überzahl zu punkten. Durch diese Rechnung machte Marvin Moch den Dortmundern mit einem sehenswerten „Shorthander“ aber einen dicken Strich. Im zweiten Versuch und im Fallen brachte er die Hartgummischeibe in der 25. Minute am Adler-Goalie vorbei zum 2:0 über die Torlinie. „Lasst uns mal gekonnt und ganz schnell ein wenig kombinieren“, war anscheinend das Motto des nächsten Treffers der Außerirdischen: J.P. Priebsch, Denis Fischbuch und der Torschütze Milan Vanek nahmen den durch eine Strafe erneut dezimierten Gegner in der 28. Minute förmlich mit ihrem Passspiel auseinander, bevor der Einschlag im Netz erfolgte. In der 36. Minute stellte der wieder aktivere Dortmunder Angriff dann mit dem 1:3 den Anschluss her. Eine Strafzeit gegen die Aliens versprach zudem weitere Chancen, um den Abstand weiter zu verkürzen. Nachdem der in Richtung des gegnerischen Kastens durchstartende Dennis Fischbuch mehr als unsauber von der Scheibe getrennt wurde, war dieser Vorteil der Gäste aber schnell wieder dahin. 55 Sekunden bis zur zweiten Pause – Verteidiger Dustin Schumacher schnappte sich das schwarze Hartgummi, lief und lief, wurde nicht gebremst und hatte dann noch die Nerven mit einem „handwerklich perfekten“ Heber den alten Drei-Tore-Abstand wiederherzustellen.       

In das Schlussdrittel starteten die Dortmunder besser als die Hausherren, sodass sie in der  42. Minute auf 2:4 verkürzen konnten. Zwei Fouls kurz hintereinander bescherten den Eisadlern dann aber eine doppelte Unterzahl, welche sich die Rot-Weißen nicht entgehen ließen. Milan Vanek erzielte, Sekunden nachdem die Übeltäter auf der Strafbank angekommen waren, seinen dritten Treffer und erhöhte in der 43. Minute auf 5:2. Marvin Moch und Štěpán Kuchynka hätten dann jeweils für den endgültigen K.o. und ein ruhiges Ende dieser Begegnung sorgen können, scheiterten aber am Schlussmann. Stattdessen folgte eine vollkommen unentspannte Schlussphase, obwohl J.P. Priebsch mit einem Hammer von der „Blauen“ die zwischenzeitlichen Dortmunder Tore zum 5:4 noch mit dem 6:4 in der 53. Minute beantwortete. Ab der 56. Minute handelten sich die Außerirdischen nämlich eine Strafzeit nach der anderen ein und brachten sich damit schwer in die Bredouille, denn die Dortmunder Eisadler witterten ihre Chance. Fast bis zum Spielende konnten immer zwei Aliens in der Kühlbox „Händchen halten“, was aber wegen einer vehementen Gegenwehr der drei auf dem Eis verbliebenen Ratinger Feldspieler sowie des Aliens-Torhüters schlussendlich nur noch den Dortmunder 5:6-Anschlusstreffer zur Folge hatte. In dieser Phase erzielten die Ice Aliens, da die Gäste ihren Keeper vom Eis nahmen, zwei Empty-net-Goals, welche aber wegen Abseits bzw. Ablaufs der Spielzeit nicht anerkannt wurden.

Damit setzten sich die Ratinger Ice Aliens wieder unnötig knapp, aber für die gut gefüllten Zuschauerränge sehr sehenswert, gegen einen starken Konkurrenten durch und führen die Tabelle der Meisterschaftsendrunde der 1. Liga West, aktuell mit nun fünf Punkten Vorsprung auf den zweiten Tabellenplatz, weiter an.

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