Troisdorfer Niederlagenserie hält an – Aufstieg wohl verspieltEHC Troisdorf

Troisdorfer Niederlagenserie hält an – Aufstieg wohl verspieltTroisdorfer Niederlagenserie hält an – Aufstieg wohl verspielt
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Am Samstag unterlagen die Troisdorfer gegen den Königsborner JEC 1b mit 3:7 (0:0, 3:6, 0:1) und haben somit nun nur noch theoretische Chancen auf den am Ende zum Aufstieg in der Regionalliga berechtigten Tabellenplatz drei. Zwar steht das Team von der Sieg auch nach der dritten Niederlage in Folge aktuell noch auf dem begehrten Aufstiegsplatz; allerdings hat der EHC nur noch ein Spiel zu absolvieren, während der direkte Konkurrent aus Unna noch dreimal ran muss und lediglich noch einen Sieg benötigt, um an den Troisdorfer vorbeizuziehen.

Dabei war das Team von Coach Gordon Lang hoch motiviert nach Unna gereist: „Wir hatten es selbst in der Hand und wussten natürlich um die Bedeutung der Partie. Fehlende Einstellung kann man meinen Jungs keinesfalls vorwerfen“, so der EHC-Trainer. Zusätzlich vorgewarnt waren die Dynamites aus dem Hinspiel, dass man im heimischen Icedome mit 2:3 verloren hatte. Die Tatsache, dass sich die Bulldogs aus Königsborn Anfang des Jahres noch mit neuen, oberligaerfahrenen Spielern verstärkt hatten, machte die Sache nicht einfacher. Von Beginn an entwickelte sich ein hochklassiges NRW-Ligaspiel, das von hohem Tempo beider Mannschaften geprägt war. Im ersten Spielabschnitt standen insbesondere die Torhüter im Blickpunkt. Und weil sowohl Dominik Liesenfeld auf Troisdorfer wie auch Maximilian Voß auf Königsborner Seite ihre Kisten sauber hielten, ging es nach 20 Minuten torlos in die erste Drittelpause.

Dies blieb allerdings nicht so und das anschließende Mitteldrittel sollte zum wahren Torfestival werden. Insgesamt neun Treffer gab es im zweiten Spielabschnitt zu bestaunen. Den besseren Start hatten zunächst die Gastgeber, die nach gut drei gespielten Minuten mit 1:0 in Führung gingen. Allerdings hatte der EHC Troisdorf die passende Antwort parat und glich gut zwei Minuten später in Überzahl durch Sebastian Kleimann aus. Nur rund 60 Sekunden nach dem 1:1 durften die mitgereisten EHC-Fans erneut jubeln: Daniel Fegus brachte die schwarze Hartgummischeibe ein weiteres Mal im Königsborner Tor unter und erzielte das 2:1 für Troisdorf. Allerdings währte die Freude nicht lange. Innerhalb gerade einmal rund vier Minuten machten die Bulldogs aus dem Rückstand eine Führung. Zunächst traf Königsborn zweimal in Überzahl zum 2:2 und 3:2 (29. und 31. Spielminute), ehe dann in der 33. Spielminute zum Entsetzen der Gäste gar noch das 4:2 fiel. "Wir haben uns in dieser Phase des Spiels das Leben mit unnötigen Strafzeiten selbst schwer gemacht", so Gordon Lang, der allerdings auch kein Geheimnis daraus machte, dass auch die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung für ihn nicht nachzuvollziehen war. In der 36. Spielminute keimte beim Troisdorfer Bandenchef noch mal Hoffnung auf, als Dominik Klein der 3:4-Anschlusstreffer für sein Team gelang. Doch auch dieses Mal antworteten die Hausherren prompt und stellten nur eine Minute später mit dem 5:3 den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Die möglicherweise vorentscheidende Szene passierte zu einem Zeitpunkt, als der eine oder andere wohl schon mit den Gedanken in der Pause war. Nur noch neun Sekunden waren im Mitteldrittel zu spielen, da nutzte Königsborn einmal mehr eine Troisdorfer Strafzeit aus und zog mit dem dritten Überzahltor des Abends auf 6:3 davon.

Im letzten Drittel versuchte Lang noch mal alles, nahm eine Torwartwechsel vor (Marc Steiner kam für Dominik Liesenfeld) und stellte auf zwei Reihen um. Troisdorf machte jetzt mächtig Druck, scheiterte aber mit seinen zahlreichen Angriffsversuchen ein ums andere Mal am sehr starken  Maximilian Voß im Königsborner Tor. Die Gastgeber wiederum spielten das Ganze sehr clever: Mit drei Toren in Front ließ man den EHC kommen und lauerte auf die gefährlichen Konter, mit denen man schon im Hinspiel zu überzeugen wusste. Schließlich siegte diese Taktik über die Troisdorfer Offensivbemühungen und in der 46. Spielminute markierte Königsborn den alles entscheidenden Siegtreffer zum 7:3-Endstand.

„Die Enttäuschung ist nun natürlich erst einmal groß – bei der Mannschaft und allen Beteiligten wie auch bei den Fans, die uns wirklich toll unterstützt haben“, sagte ein sichtlich trauriger Gordon Lang, der nach der Partie nach Gründen für die Niederlagenserie und den damit nun wohl verpassten Aufstieg suchte: „Ich denke, es war eine reine Kopfsache in den letzten drei Spielen. Wir haben uns einfach selbst zu sehr unter Druck gesetzt und uns dadurch teilweise selbst im Weg gestanden. Im Nachhinein war es vielleicht auch ein Fehler, dass wir innerhalb der Mannschaft so früh über das Thema Aufstieg und die nächste Saison gesprochen haben“, nahm sich Lang keinesfalls aus der Schusslinie und zeigte sich selbstkritisch.

Die Hoffnung, dass es sportlich doch noch klappen könnte mit dem dritten Platz, dürfte bei den EHC-Verantwortlichen dünner sein als der Spielberichtsbogen für das nächste und gleichzeitig letzte Vorrundenspiel: Am Freitag, 21. Februar, um 20 Uhr gastiert die 1b aus Herne im Troisdorfer Icedome. Für Gordon Lang steht das Ziel fest: „Wir wollen zum Abschluss Wiedergutmachung für unsere Fans betreiben.“ Allerdings ist der Coach auch Realist genug, um zu wissen, dass auch ein Sieg gegen den Vorletzten aus Herne nichts mehr daran ändern wird, dass sein Team sportlich nur noch wenige Chancen hat, Königsborn auf Distanz zu halten. Aktuell kommen beide Teams auf 27 Punkte (Königsborn hat auch sein zweites Spiel am Wochenende gegen Hamm 1b mit 7:3 gewonnen). Siegt Troisdorf gegen Herne, kommt der EHC am Ende der Vorrunde auf 30 Punkte. Die Bulldogs hingegen haben noch drei Partien zu absolvieren und können noch insgesamt 9 Punkte holen. Bei den noch ausstehenden Gegnern Krefeld, Herne 1b und Moers wäre es vermessen zu glauben, dass Königsborn alle Begegnungen verliert. „Im Sport ist zwar alles möglich, aber es ist doch eher unwahrscheinlich, dass Königsborn nicht mindestens eins der Spiele gewinnt. Zumal die jetzt auf einer echten Euphoriewelle schwimmen“, sagt Lang und betont: „Wir werden und jetzt nicht verrückt machen und uns Gedanken machen, was wäre wenn. Wir werden einfach konzentriert weiterarbeiten und uns auf unser Spiel gegen Herne vorbereiten. Auf alles andere haben wir nach der Niederlage am Samstag jetzt eh keinen Einfluss mehr.“

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