Troisdorf hadert weiter mit der TorausbeuteZwei Niederlagen

Troisdorf hadert weiter mit der TorausbeuteTroisdorf hadert weiter mit der Torausbeute
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„Wenn du keine Tore schießt, gewinnst du keine Spiele!“ Eine Phrase, für die beim sonntäglichen TV-Fußballtalk auf Sport1 sofort 3 Euro fällig sind. Beim EHC Troisdorf kostet die Floskel zwar kein Geld, ist dafür aber derzeit leider Programm. Auch am Wochenende haderten die Dynamites einmal mehr mit der schlechten Chancenauswertung – und das gleich in zwei Spielen. Mit etwas mehr Treffsicherheit wären sowohl beim Heimspiel am Freitag gegen Paderborn als auch beim Auftritt am Sonntag in Bad Nauheim durchaus Punkte drin gewesen. So jedoch verließ das Team von André Koslowski in beiden Partien als Verlierer das Eis und steht nach dem Doppelwochenende nicht nur mit leeren Händen da, sondern auch weiterhin am Tabellenende der 1. Liga West-Pokalrunde.

Nachdem man am vorherigen Wochenende beim 5:3-Erfolg in Solingen erstmals punkten konnte, hatte sich der EHC für das Heimspiel gegen den ESC Paderborn einiges vorgenommen.  Die Mannschaft wollte den nächsten Dreier einfahren und machte dies von Beginn an auf dem Eis deutlich. Mit hohem Tempo setzte man die Panther früh unter Druck und drängte den Gegner in die Defensive. So schien es in den ersten zehn Spielminuten, als komme Paderborn erst gar nicht aus dem eigenen Drittel heraus. Troisdorf spielte stark auf; was allerdings fehlte – waren die Tore. Schließlich fiel aber doch noch ein Tor - jedoch auf der gegenüberliegenden Seite: Mitte des ersten Spielabschnitts nutzten die Gäste eine kleine Unachtsamkeit in der Troisdorfer Hintermannschaft aus und erzielten quasi aus dem Nichts das 1:0. Die Hausherren waren sichtlich geschockt. Zu allem Übel kassierte kurze Zeit später Kevin Stöhr auch noch eine völlig überflüssige Strafzeit, die der ESC schließlich nutzte, um auf 2:0 davon zu ziehen. Die Kräfteverhältnisse auf dem Eis waren damit gänzlich auf den Kopf gestellt. Kurz darauf erbrachte dann Mario Wonde den Beweis, dass die EHC-Stürmer doch zu wissen scheinen, wo das gegnerische Tor steht, und erzielte zumindest den 1:2-Anschlusstreffer.

Dennoch war der EHC nun sichtlich angeknockt. Im Boxen hätte man von zwei Wirkungstreffern gesprochen, die die Paderborner trotz Troisdorfer Überlegenheit im ersten Drittel anbringen konnten. Dennoch schafften es die Hausherren schließlich zum Ausgleich: Max Schäfer setzte Dominik Klein in Szene, der den Puck zum 2:2 im Paderborner versenken konnte. Die Freude darüber währte allerdings nicht lange, denn schon knapp zwei Minuten später nutzten die Gäste erneut eine Strafzeit gegen Troisdorf aus, um wieder in Führung zu gehen.

Mit dem knappen 3:2 für die Panther ging es in den letzten Spielabschnitt. Der EHC warf nun alles nach vorne, kämpfte beherzt und setzte das Paderborner Tor unter Dauerbeschuss. Allerdings ohne zählbaren Erfolg. Zum einen verteidigten die Gäste geschickt und zum anderen erwischte ESC-Schlussmann Steve Themm einen Sahnetag und erwies sich in den letzten 20 Minuten als unüberwindbar. Wie oft es die Dynamites auch versuchten – der Ausgleich wollte nicht fallen. Selbst als Koslowski in der Schlussphase Torhüter Lukas Haack zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, fand die schwarze Hartgummischeibe nicht mehr den Weg ins Paderborner Gehäuse.

„Ihr hattet einen Sieg mehr als verdient“, gestand der gegnerische Coach nach Spielende in Richtung Troisdorf und dokumentierte damit die Überlegenheit der Hausherren. Für seinen Kollegen an der EHC-Bande nur ein geringer Trost: „Ein solches Lob ist nett, bringt uns aber keine Punkte ein“, betonte ein sichtlich enttäuschter André Koslowski.

Immerhin hatte das Team des Troisdorfer Bandenchefs rasch die Gelegenheit auf Wiedergutmachung: Nur 48 Stunden nach der unglücklichen Niederlage gegen den ESC Paderborn ging es für die Dynamites am später Sonntagnachmittag ins hessische Bad Nauheim. Gegner in der Eissporthalle im dortigen Kurpark war die 1b-Vertretung der Roten Teufel, die beim Hinspiel vor rund vier Wochen in Troisdorf mit 3:1 knapp die Nase vorne hatten. „Jeder muss sein Maximum an Leistung erbringen und wir dürfen keine Fehler machen“, schwor Koslowski sein Team vor der Begegnung ein und witterte durchaus eine Chance gegen den Favoriten aus der Wetterau. So startete Troisdorf – wie schon am Freitag – mit viel Druck und erarbeitete sich zahlreiche Chancen. Aber – und auch dies war ein Spiegelbild vom Freitagabend – man fand das Ziel nicht. Doppelt bitter war die Tatsache, dass man schon früh im Spiel auf Alexander Richard verzichten musste, der nach einem Badencheck, bei dem sich sein Gegenspieler verletzte, eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassierte und frühzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Zwar verpasste man in dieser Phase erneut ein Tor zu erzielen, dafür aber bot man gegen clever und routiniert agierende Bad Nauheimer zumindest auch in der Defensive eine starke Leistung, sodass es nach 20 gespielten Minuten immer noch torlos stand.

Im zweiten Drittel kamen nun die Hausherren immer besser ins Spiel und schon bald stand Dominik Liesenfeld im Mittelpunkt des Geschehens. Gleich mehrfach musste der Troisdorfer Schlussmann seine Klasse unter Beweis stellen, um sein Team vor einem Rückstand zu bewahren. Die Troisdorfer Defensive wackelte jetzt gewaltig, hielt dem Druck aber zunächst noch stand. Schließlich kam es dann aber doch, wie es kommen musste: In der 34. Spielminute fanden die Roten Teufel die Lücke im Troisdorfer Defensivverbund, konnten den starken Liesenfeld überwinden und gingen mit 1:0 in Führung. Daran änderte sich auch bis zur zweiten Pause nichts.

Im letzten Drittel lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Während die Gäste auf den Ausgleich drängten, hatte auch Bad Nauheim weitere gute Chancen. Schließlich gewann die hessische Routine über den nordrhein-westfälische Unerfahrenheit und die Roten Teufel erzielten gut zwölf Minuten vor dem Ende das 2:0. Damit war der berühmte Sack zu und die DEL2-Reserve ließ nichts mehr anbrennen. Für den EHC Troisdorf blieb somit die Erkenntnis, dass man zwar erneut ein gutes Spiel abgeliefert hat, aufgrund der vielen vergebenen Chancen am Ende aber doch nur dem Gegner gratulieren darf. „Wir haben auch heute wieder gut gearbeitet, aber die entscheidenden paar Prozent Einsatz und Konzentration haben einfach gefehlt - insbesondere im Torabschluss“, konstatierte André Koslowski nach der Niederlage.

Damit bleibt es für den EHC Troisdorf in der Tabelle bei drei Zählern auf der Habenseite. Ob sich daran am kommenden Spieltag etwas ändert, wird sich zeigen. Vom Papier her müsste es eine fast unlösbare Aufgabe sein, die auf die Dynamites wartet: Am Freitag, 19. Februar, geht es für den Tabellenletzten zum Ligaprimus nach Herford. Spielbeginn bei den Ice Dragons ist um 20.30 Uhr. Auch wenn es ein ungleiches Duell zu sein scheint, wird man die Punkte an der Sieg keinesfalls schon im Vorfeld abschreiben. Denn wie heißt es so schön: „Jedes Spiel muss erst gespielt werden!“ Beim Sport1-Fußballtalk kostet diese Phrase sonntags 3 Euro – für den EHC Troisdorf könnte sie am Freitag drei Punkte wert sein.

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