Sperling schießt Neuwieder Bären zum Heimsieg4:3 gegen die Ratinger Ice Aliens

Auf Neuwieds Schlussmann Felix Köllejan war gegen Ratingen Verlass. (Foto: Neuwieder Bären)Auf Neuwieds Schlussmann Felix Köllejan war gegen Ratingen Verlass. (Foto: Neuwieder Bären)
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Partien zwischen Neuwied und Ratingen sind momentan nichts für schwache Nerven. Vor einer Woche setzte sich der EHC auswärts nach Verlängerung mit 6:5 durch, und auch der Vergleich vom Sonntag vor 491 Zuschauern in der Bärenhöhle hatte es in sich. Die Gastgeber zitterten, die Gastgeber jubelten, die Gastgeber gewannen in einer nervenaufreibenden Begegnung. Und das trotz einiger Ausfälle.

Drittelpause Nummer eins: Andrej Fuchs spricht seiner Mannschaft in der Ratinger Kabine gut zu. „Wir haben mehr vom Spiel“, motiviert der Gästetrainer seine Spieler. Drittelpause Nummer zwei: Wieder versucht Fuchs das Selbstvertrauen seiner Schützlinge zu stärken: „Glaubt an euch.“

Das taten die Gäste, die den 0:2-Rückstand nach 20 und 1:3-Rückstand nach 40 Minuten egalisieren sollten, ehe Janeck Sperling sie mit leeren Händen auf die Heimreise schickte. Der junge Angreifer erzielte in der 58. Minute des elften EHC-Hauptrundenspiels bereits seinen achten Treffer. Es war ein ganz wichtiger.

„Wir sind auf eine starke Ratinger Mannschaft getroffen, die sich seit Jahren kennt und sehr gutes Eishockey spielen kann. Aber wir hatten etwas dagegen“, hob Neuwieds Trainer Leos Sulak die Einsatzbereitschaft seiner Bären hervor. „Wir haben sehr gut nach hinten gearbeitet. Auch wenn sich Ratingen in unserem Drittel festsetzte, haben wir vor unserem Tor gut verteidigt und kaum Nachschüsse zugelassen.“ Felix Köllejan sah zwar reichlich Hartgummi auf sich zufliegen, meistens aber aus größerer Distanz. Mit so manch großartiger Reaktion hielt er die Ice Aliens auf Distanz – zumindest knapp. Knapp, aber entscheidend. Dustin Schumacher machte als erster die Erfahrung, dass „Kölle“ blendend aufgelegt war. Reaktionsschnell riss er gegen Schumachers Schuss die Fanghand nach oben. Es folgten weitere erstklassige Paraden.

Die Zuschauer sahen drei EHC-Spieler zum ersten Mal auf Neuwieder Eis: Kirill Klyuyev, Dustin Schneider und den unter der Woche verpflichteten Daniel Vlach. Der Tscheche brauchte knapp fünf Minuten für sein erstes Neuwied-Tor. „Er hat anklingen lassen, dass er der Mannschaft weiterhelfen kann, verfügt aber auch noch über Potenzial nach oben“, sagte Manager Carsten Billigmann zum Einstand des Angreifers, der das 1:0 selbst erzielte und das 2:0 durch Thorben Beeg vorbereitete (12.). Bis über die imaginäre Halbzeit hinaus hielten sich die Gastgeber schadlos. Dann marschierte Tim Brazda im doppelter Überzahl los, sah in der Mitte viel Raum und verkürzte zum 1:2 aus der Sicht seines Teams (33.). Ratingen hatte viele Spielanteile, aber Neuwied traf, als es darauf ankam. Es war für die Akteure auf beiden Seiten schwierig, sich auf die Linie von Hauptschiedsrichter Marc Stromberg einzustellen. Was dieser als Beinstellen ahndete und was nicht, verstanden Spieler und Trainer nicht immer. Auch das vermeintliche Foul von Dustin Schumacher an seinen Namensvetter Dustin Schneider konnte Ratingens erfahrener Verteidiger nicht nachvollziehen. Das anschließende Powerplay verwertete Daniel Pering, der den Puck vor dem Tor lauernd abfälschte. Die Scheibe trudelte in aller Seelenruhe über die Linie. Ice Aliens-Verteidiger und -Schlussmann Christoph Oster kamen zu spät (38.).

Wie sagte Gästetrainer Fuchs kurz darauf in der Mannschaftskabine? „Glaubt an euch.“ Gesagt, getan. Kapitän Dennis Fischbuch (49.) und Malte Hodi (53.) glichen für den NRW-Klub aus, der nun drauf und dran war, das Spiel zu drehen. Neuwied stemmte sich mit allem, was es hatte, dagegen, und dann kam dieser Gegenangriff von Janeck Sperling, der zunächst seine technischen und dann seine Abschlussfähigkeiten demonstrierte. Etwas mehr als zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene gelang ihm der Siegtreffer. Ratingen wollte es nach der Auszeit mit einem sechsten Feldspieler wissen, war jedoch nicht mehr in der Lage noch einmal gleichzuziehen.

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