Smith schießt Neuwieder Bären zum Overtime-SiegElf EHC-Feldspieler schlagen Ratingen mit 3:2

Aus dem Gesicht von Jeff Smith spricht nach seinem Siegtreffer die pure Entschlossenheit, mit der die Bären den Heimsieg feierten. (Foto: Neuwieder Bären)Aus dem Gesicht von Jeff Smith spricht nach seinem Siegtreffer die pure Entschlossenheit, mit der die Bären den Heimsieg feierten. (Foto: Neuwieder Bären)
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„Wir wollen nach Möglichkeit am Ende der Saison ganz oben stehen, aber in so einer langen Saison kann viel passieren", hatte Manager Carsten Billigmann in seiner Saisonvorschau gesagt. Mit der ersten großen Herausforderung dauerte es gerade einmal bis zum ersten Heimspiel. Gegen die Ratinger Ice Aliens kam das Aufgebot der Neuwieder so klein daher wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Krankheiten, Verletzungen und Sperren dünnten den Kader so stark aus, dass Trainer Leos Sulak inklusive des in die Verteidigung zurück beorderten Knut Apel nur vier Abwehrspieler und sieben Stürmer zur Verfügung standen.

Dass es mit dieser Mini-Besetzung zunächst einmal darum ging, das Spiel einfach und die Wechsel kurz zu halten, liegt auf der Hand. Ein Offensivfeuerwerk war nicht zu erwarten, das gab es auch nicht. Die Bären konzentrierten sich mit Erfolg auf die Abwehr. Die Hintermannschaft vor Torhüter Jan Guryca ließ im ersten Drittel kaum etwas anbrennen. Auch nicht, als die Gastgeber zwei Zeitstrafen kassierten. Die Bären lauerten auch in dieser gefährlichen Situation auf ihre Chance und nahmen sie wahr. Janeck Sperling setzte mit dem Instinkt für die sich bietende Möglichkeit nach, eroberte die Scheibe und schickte Dennis Appelhans, der den Ex-Neuwieder Marvin Frenzel überwand (16.). Es war die verdiente EHC-Führung, die auch zur Pause Bestand hatte.

Eine Reaktion blieben die Ice Aliens auch nach Wiederbeginn zunächst schuldig. Neuwied verteidigte konzentriert und besaß durch Marco Bozzo (25.) sowie Jeff Smith (32.) große Gelegenheiten zur 2:0-Führung. Die Gäste hingegen kamen nur selten so frei zum Abschluss wie Malte Hodi, der einen Schlagschuss aus guter, halblinker Position weit über das Tor setzte (27.).

Mehr oder weniger ohne Vorankündigung fiel dann aber doch der Ausgleich. Zunächst hatte Hauptschiedsrichter Marc Stromberg das vermeintliche 1:1 wegen eines hohen Stocks aberkannt. Nur wenige Sekunden nach dem anschließenden Bully gab es an Joshua Gärtners Tor bei 5:4-Überzahl nichts zu bemängeln (34.). Es blieb das Spiel der Special-Teams. Als die Gäste vom Sandbach nach 35 Minuten ihre ersten beiden Hinausstellungen des Abends verbüßten, drückte Tobias Etzel einen Abpraller von Frenzel zum 2:1 (36.) über die Linie.

Von einem befürchteten Kräfteverschleiß war bei den Neuwiedern bis dahin nichts zu sehen. Im letzten Drittel wurden die Beine dann doch schwerer, aber der EHC kämpfte voller Leidenschaft und hatte mit Jan Guryca, später zum Spieler des Spiels gewählt, einen überragenden Schlussmann. Gegen Tobias Brazdas Unterzahltreffer (44.) war auch er machtlos. Was danach auf den neuen Bären-Torwart zuflog, wurde seine Beute. Chancen boten sich auf beiden Seiten, die Partie vor dem Ende der regulären Spielzeit zu entscheiden. Die beste für den EHC vergab Marco Bozzo mit einem Alleingang (46.).

In der Verlängerung sicherte der Kapitän den Neuwiedern den Zusatzpunkt. Nach Vorarbeit von Bozzo traf Jeff Smith in der 64. Minute zum 3:2-Endstand. Das Icehouse stand Kopf.

„Die Mannschaft hat sich heute genau an die taktische Marschroute gehalten. Das war der Schlüssel zum Sieg. Hut ab vor den Spielern, was sie heute mit dem kleinen Aufgebot geleistet haben", sagte Neuwieds Trainer Leos Sulak. Ratingens Frank Gentges gratulierte den Bären fair zum Sieg: „Wir haben ein sehr gutes Regionalligaspiel gesehen. Meine Mannschaft hatte Chancen, das Spiel zu gewinnen. Der Unterschied war heute der Torhüter.“

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