Sechs-Punkte-Wochenende sichert Platz zweiEC Lauterbach

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Bevor es zum mit Spannung erwarteten Derby gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim in der Lauterbacher Eishalle kam, mussten die Luchse am Freitag zunächst in die Klingenstadt Solingen reisen. Dort wartete mit den Raptors des EC Bergisch Land einer der Lieblingsgegner der Luchse in der aktuellen Saison. In den bisherigen drei Aufeinandertreffen verließen die Luchse dabei jedesmal als Sieger das Eis und erzielten dabei 35 Tore bei elf Gegentreffern. Diesmal gewann der ECL mit 7:2.

Coach Roger Nicholas warnte seine Mannschaft jedoch davor, den Gegner zu unterschätzen. Siege über Bad Nauheim und Dortmund machen deutlich, dass die Raptors nicht im Vorbeigehen zu schlagen sind. Doch so richtig schien die Warnung bei seinen Männern anfangs nicht angekommen zu sein. Der EC Bergisch Land zeigte sich gegenüber den bisherigen Spielen stark verbessert und drängte die Luchse zunächst ins eigene Drittel. Allerdings fehlte den Angriffen der Gastgeber zum einen die nötige Zielgenauigkeit in den Schüssen und zwischen den Pfosten machte Sebastian „Quack“ Grunewald erneut ein bärenstarkes Spiel im Tor der Luchse. Mit dieser Sicherheit im Rücken kamen die Luchse nach und nach besser ins Spiel und erspielten sich nun ihrerseits Chancen. Eine dieser Chancen nutzte Benni Schulz eiskalt aus. Nachdem Sturmpartner Jens Feuerfeil sich den Puck im Angriffsdrittel erkämpft hatte, bediente dieser Benni Schulz, der in der vierten Spielminute zur 1:0-Führung einnetzte. Dieser Führungstreffer gab den Luchsen nun deutlich Rückenwind, ohne zunächst Zählbares zu verzeichnen. Kurz vor Ende des Anfangsdrittels platzte dann aber der Knoten. Innerhalb von zwei Minuten erhöhten Marko Filip, Manuel Six und Julian Grund auf 4:0 für die Luchse. Die Raptors kamen zwar Sekunden vor Drittelende in Überzahl noch zum Anschlusstreffer, doch mehr sollte den Gastgebern im ersten Drittel nicht mehr gelingen.

Das zweite Drittel gehörte dann komplett den Luchsen. Die Gastgeber straften sich mit übertriebener Härte und unnötigen Fouls selbst und raubten sich damit alle Chancen, den Luchsen nochmal gefährlich zu werden. Die Luchse nutzten die Spielweise der Raptors gnadenlos aus und machten durch drei weitere Treffer den Deckel aufs Spiel. Erneut trafen Marko Filip und Manuel Six, sowie Constantin Schneider. Mit dieser beruhigenden 7:1 Führung ging es in das Schlussdrittel. Mit dem Wissen, dass zwei Tage später das wichtige Spiel gegen Bad Nauheim auf dem Plan stand, nahmen die Luchse im letzten Drittel deutlich den Fuß vom Gas, um Kräfte zu sparen und eventuelle Verletzungen zu vermeiden. Den Raptors gelang in der 44. Spielminute nur noch der Treffer zum 2:7-Endstand.

Am Sonntag war zum zweiten Mal in der laufenden Saison Derbyzeit im Steinigsgrund. Die Luchse empfingen die Roten Teufel Bad Nauheim 1b zum wichtigen Spiel im Kampf um die Play-off-Plätz der Regionalliga West. Kurz vor Spielbeginn bildete sich immer noch eine Schlange an der Kasse, es herrschte Eishockeyfieber in Lauterbach und der Region. Rund 1000 Zuschauer strömten in die Lauterbacher EissportArena und sorgten für Gänsehautstimmung. Am Ende stand ein 5:3-Sieg.

Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch und ein temporeiches Spiel. Von den Fans nach vorne getrieben tauchten die Luchse immer wieder gefährlich vor dem Tor der Wetterauer auf. Immer wieder scheiterten die Vogelsberger Eishockeycracks am starken Schlussmann der Bad Nauheimer. Auf der Gegenseite musste Sebastian Grunewald das ein oder andere Mal sein ganzes Können zeigen, um einen Rückstand zu verhindern. In der siebten Spielminute durfte dann erstmals gejubelt werden. Stürmer Miro Hantak verwandelte einen Abpraller von Jens Feuerfeil zur 1:0-Führung für die Luchse. Die Freude dauerte jedoch nicht lange, denn die Roten Teufel schlugen nur Sekunden später durch Müller zurück. Als Nauheims Routinier Martin Flemming in die Kühlbox musste, hofften viele der Zuschauer auf die neuerliche Führung für die Luchse. Doch das Powerplay der Luchse war alles andere als erfolgreich. Der Ex-Profi in Reihen der Roten Teufel, Martin Prada, nutze die Lauterbacher Unachtsamkeit an der blauen Linie und verwandelte seinen Alleingang zur erstmaligen Führung für die Gäste. Die Luchse gaben sich aber unbeeindruckt und versuchten weiterhin, den Abwehrriegel der Gäste zu knacken. Kurz vor Ende des ersten Drittels musste erneut Martin Flemming auf der Strafbank platznehmen. Diesmal nutzten die Luchse die Strafzeit eiskalt aus. Mit einem verdeckten Handgelenkschuss von der blauen Linie erzielte der slowakische Verteidiger Marko Filip den vielumjubelten und verdienten Ausgleich für die Luchse.

Zwar sahen die Zuschauer im zweiten Spielabschnitt weniger Tore, doch an Spannung und Intensität war das Spiel kaum zu überbieten. Auf beiden Seiten durften sich die Torleute mehrfach auszeichnen und hielten mit spektakulären Glanzparaden ihr Team im Spiel. Der erste Aufreger im Mitteldrittel ließ nicht lange auf sich warten. Ein Schuss von Benni Schulz, der eindeutig hinter der Torlinie eingeschlagen war, wurde vom Schiedsrichterquartett nicht geben. Die Luchse ließen sich aber davon nicht aus der Ruhe bringen. In der 34. Spielminute war es dann soweit und es durfte auf Seiten der Luchse wieder gejubelt werden. Der quirlige Stürmer Jens Feuerfeil fasste sich ein Herz, umspielte zwei Bad Nauheimer Abwehrspieler und donnerte den Puck unhaltbar in die Maschen des Bad Nauheimer Tores. Die Gegner aus der Wetterau hielten aber dagegen und kamen noch im zweiten Drittel erneut zum Ausgleich.

Viele Zuschauer hatten nach der Drittelpause ihren Platz in der Eishalle noch gar nicht eingenommen, da schlugen die Luchse erneut zu. Nach feiner Vorarbeit von Filip und Hantak brachte Benni Schulz sein Team erneut in Führung. Diese Führung galt es nun zu verteidigen, ohne jedoch sich zu sehr in die Defensive drängen zu lassen. Bad Nauheim musste nun hinten aufmachen, um im Rennen um die Play-offs weiterhin dabei zu sein. Dies nutzen die Luchse geschickt aus, um mit gefährlichen Kontern immer wieder vor dem Nauheimer Tor aufzutauchen. Glück hatten die Luchse, als die Scheibe aus dem Gewühl heraus vor das Tor der Luchse rutschte und zwei freistehende Bad Nauheimer das Tor um Zentimeter verfehlten. Die Luchse verteidigten nach dieser Schrecksekunde wieder deutlich konzentrierter. Marko Filip machte mit einem Empty-Net-Goal alles klar.

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