Schwacher Auftritt: Dinslakener Kobras verlieren KellerduellErnüchterung pur

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Dass man beim Vergleich des Tabellenvorletzten gegen den Tabellenletzten kein Eishockey-Schmankerl erwarten darf, war auch den Kobra-Fans im Vorfeld bewusst. Doch die Art und Weise, wie man sich seitens der Dinslakener in sein Schicksal ergab, versetzte selbst die eingefleischtesten Fans in einen Schockzustand.

Nahezu dieselbe Mannschaft, die in der zweiten Hälfte der letzten Saison ihre Fans zu begeistern wusste und die auch jetzt auf einem guten Weg schien, an diese Leistungen anknüpfen zu wollen, ließ gestern Abend jegliche mannschaftliche Geschlossenheit und Einsatzbereitschaft vermissen. Wer  weiß, dass die Kobras zu 90 Prozent von ihrer kämpferischen Einstellung leben, da sich ihr spielerisches Potenzial derzeit arg in Grenzen hält und dann an einem Abend, an dem man den letzten Tabellenplatz gegen ein durchaus schlagbares Team hätte verlassen können, ihre wichtigste Tugend zu Hause gelassen hat, der kann vielleicht in Ansätzen ermessen, wie es in den Köpfen der mitgereisten Fans zugegangen ist.

Im Gegenteil: Viele kontraproduktive Aktionen machten eine erfolgreiche Aufholjagd schon in Ansätzen zunichte. Ein gutes Beispiel dafür war die Situation, als es die Gäste nach zehn Sekunden eigener Überzahl schafften, in einer einzigen Spielszene gleich zwei Spieler an die Strafbank zu verlieren, so dass nach zehn Sekunden Überzahl eine Unterzahl folgte. Überflüssig zu erwähnen, dass die Neusser ihre Überzahl in einen Treffer ummünzten.

Apropos Strafzeiten: Dies scheint sich in dieser Saison zu einem Problem auszuwachsen, denn erneut standen 22 Strafminuten am Ende auf dem Spielberichtsbogen. Klar, die Tatsache, dass auch der NEV von 24 Strafminuten betroffen war, deutet auf eine enge Regelauslegung des Unparteiischen hin. Dennoch scheint man derzeit nicht in der Lage zu sein, diese Undiszipliniertheiten zumindest bei wichtigen Spielen eindämmen zu können.

Auch ging zu keinem Zeitpunkt ein spürbarer Ruck durch die Mannschaft. Der unbedingte Wille, diese Partie noch einmal zu drehen, wurde schmerzlich vermisst. Nahezu alle Spieler blieben weit unter ihrer Normalform. Fast jeder Neusser Spieler war läuferisch und gedanklich schneller als sein Gegenüber.

Dies alles soll die Leistung der Neusser in keinster Weise schmälern. Sie hatten die Partie auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Allerdings reichte an diesem Abend bereits einfachstes Eishockeyhandwerk aus, um die Gäste vor eine unlösbare Aufgabe zu stellen. Zwar sind in dieser Spielzeit in der Hauptrunde noch 26 Begegnungen für die Giftschlangen zu absolvieren, doch sollte nicht bald eine erhebliche Leistungssteigerung zu sehen sein, wird die rote Laterne schnell zum Abstiegsgespenst mutieren.

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