Niederlage trotz starken AuftrittsDinslaken unterliegt Hamm

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Unmittelbar nach dem Spiel konnte man nicht genau sagen, ob man lachen oder weinen sollte. Gerade hatten die Dinslakener Kobras eines der stärksten Spiele der jüngeren Vergangenheit gezeigt, die Punkte blieben aber dennoch beim Gegner. Denn die Giftschlangen mussten sich den gastgebenden Eisbären aus Hamm mit 4:7 (2:2, 1:2, 1:3) geschlagen geben.

Dass die Truppe von Trainer Schmitz auf Wiedergutmachung gepolt war, konnte man von der ersten Spielsekunde an erkennen. Nichts zu sehen von einem schlafmützigen Anfangsdrittel, wie es in den letzten Begegnungen der Fall war. Im Gegenteil: Auch ohne Daniel Pleger, Sebastian Schmitz und Daniel Grabner nahm man seitens der Gäste das Heft in die Hand und war auch das spielbestimmende Team. Trainer Schmitz hatte sich zu der Maßnahme entschlossen, beide tschechischen Kontingentspieler in getrennten Sturmreihen auflaufen zu lassen. Dies zahlte sich im weiteren Verlauf des Spiels vor allem für Kamil Vavra aus, der allein drei der erzielten vier Treffer markieren konnte. So auch bei der 1:0-Führung aus Sicht der Gäste. Nach einem Querpass von Marvin Linse schickte Stefan Bronischewski den Dinslakener Goalgetter mustergültig in der vierten Spielminute „auf die Reise“ und dieser ließ bei seinem trockenen Schuss Marc Fleischer zwischen den Pfosten der Hausherren keine Chance.

Drei Minuten später die Antwort der Gastgeber: Als der Puck in der Kurve Stefan Bronischewski nach einem Schuss an den Knöchel sprang und dieser einige Sekunden nicht mit ins Spielgeschehen eingreifen konnte, nutzten die Eisbären die unsortierte Hintermannschaft der Kobras aus und erzielten den 1:1-Ausgleich. Doch Sven Linda & Co. Ließen sich davon nicht beeindrucken und stellten keine 30 Sekunden später die Ein-Tore-Führung, erneut durch Kamil Vavra und erneut durch einen trockenen Schuss in den rechten oberen Winkel, wieder her.Doch auch diese sollte nicht von langer Dauer sein: Als die Kobras kurzzeitig in der Defensivarbeit zu weit weg von seinen Gegenspielern standen, konnten die Hausherren nach gut 8 Minuten erneut ausgleichen. Mit 2:2 ging es dann auch in die erste Pause.

Ab dem Mittelabschnitt erarbeiteten sich die Westfalen dann langsam aber sicher ein optisches Übergewicht. Spätestens jetzt machte sich deutlich bemerkbar, dass Trainer Galonska drei nahezu gleichstarke Reihen zur Verfügung hat, die läuferisch und spielerisch ihren Gegenübern überlegen waren. Und so sehr sich die Niederrheiner auch bemühten, ihr konditioneller Verschleiß verhinderte, dass sie sich entscheidend ins Spiel zurückbeißen konnten. Dieser äußerte sich auch in deutlich zu vielen Strafzeiten gegen die Kobras. Aber dadurch nahm man sich seitens der Gäste immer wieder selbst die Möglichkeit, heranzukommen oder gar in Führung zu gehen.

Den ersten Treffer des Mittelabschnitts erzielten die Hausherren bei numerischer Überzahl. Bei diesem Treffer ließ Felix Zerbe einen zu großen Spalt am „kurzen Pfosten“ dem Schützen Oliver Kraft offen, so dass dieser die Eisbären mit seinem Tor zum 3:2 zur erstmaligen Führung verhelfen konnte. Beim vierten Tor der Hammer spielte ebenfalls eine Dinslakener Strafzeit eine Rolle: Der Bestrafte war gerade wieder von der Strafbank aufs Eis gekommen und man war seitens der Giftschlangen noch nicht sortiert. Dustin Demuth nutze dies zur 4:2-Führung für den letztjährigen Oberligisten. Erneut war es Kamil Vavra, der die Kobras auf ein Tor Abstand heranbringen konnte. Ein sehenswerter Treffer: Halb liegend, halb fallend schlenzte er den Puck diagonal am verdutzten Marc Fleischer vorbei ins rechte obere Eck.

Im Schlussdrittel versuchten sie nochmal alles, um zumindest einen Punkt aus dem Maxipark zu entführen. Man musste offensiver werden, wobei gleichzeitig die Kräfte schwanden. So verwundert es nicht, dass das 5:3 aus einer Breaksituation heraus entstand. Doch auch nach dem 6:3 gaben sich die Kobras nicht auf. Das 6:4 durch Kapitän Sven Linda bescherte Mannschaft und Fans vier Minuten vor dem Ende noch einmal ein Fünkchen Hoffnung, welches aber nur 30 Sekunden später durch den siebten Treffer der Eisbären zunichtegemacht wurde. Die mitgereisten Kobra-Fans bereuten die Reise jedenfalls nicht. Ihre Mannschaft hatte an diesem Abend alles im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegeben. Hamm war einfach läuferisch und spielerisch zwei Drittel lang das bessere Team und geht somit verdient als Sieger vom Eis. Wollen die Giftschlangen das Rückspiel am Sonntag in der Schlangengrube erfolgreich gestalten, müssen sie weitestgehend der Strafbank fernbleiben und vielleicht sind dann auch die drei Spieler wieder dabei, die am Freitag noch gefehlt haben. Dann steht Thomas Schmitz eine weitere Reihe zur Verfügung, die nicht nur stürmen kann, sondern auch für Entlastung der anderen sorgt. Die Kobras gehen natürlich als Außenseiter in diese Begegnung, aber ausgeschlossen ist ein Punktgewinn auf keinen Fall.

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