Neuwieder Bären sind bereit für eine intensive, emotionale SerieViertelfinale gegen Dinslakener Kobras

Noch konsequenter dort hingehen, wo es weh tut – darauf kommt es in den Play-offs an. EHC-Kapitän Stephan Fröhlich macht es in dieser Szene aus dem zweiten Hauptrundenspiel der Bären gegen die Dinslakener Kobras vor. (Foto: Neuwieder Bären)Noch konsequenter dort hingehen, wo es weh tut – darauf kommt es in den Play-offs an. EHC-Kapitän Stephan Fröhlich macht es in dieser Szene aus dem zweiten Hauptrundenspiel der Bären gegen die Dinslakener Kobras vor. (Foto: Neuwieder Bären)
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Die Bären wissen aber auch, dass alles, was bislang in dieser Saison passierte, von nun an Makulatur ist, wenn am Freitagabend um 20 Uhr mit dem ersten Heimspiel gegen den Hauptrunden-Sechsten die entscheidende Saisonphase anbricht. „Der Fokus ist geschärft, die ganze Mannschaft schaut nur noch nach vorne und will unsere starke Saison gebührend fortsetzen“, sagt EHC-Teammanager Carsten Billigmann. „Wir brennen auf die Play-offs.“

Das gilt auch für den Gegner, was bereits der erste Blick auf die Facebook-Seite der Kobras zeigt: Unter dem Motto „time zu bite“ („Zeit zu beißen“) sind dort Fotos vom unter seinem Zahnschutz die Zunge herausstreckenden Torjäger Jesse Parker sowie eine Keilerei zwischen Sven Schlicht und Joey-Max Menzel beim jüngsten Hauptrundenaufeinandertreffen Ende Januar zu sehen. „Ja, es könnte durchaus ein emotionales Duell werden“, glaubt Billigmann.

Drei Siege braucht eine Mannschaft, um den Einzug ins Halbfinale zu schaffen. Das heißt, dass der Sieger der Best-of-Serie frühestens am Freitag, 22. Februar, feststeht. „Im Idealfall wollen wir schon dann vor eigenem Publikum den Einzug ins Halbfinale feiern“, hofft Billigmann. „Aber wir sind uns im Klaren darüber, dass vor uns ganz harte Partien liegen.“

Dinslaken ist nicht das, was man als Lieblingsgegner bezeichnet. Das Team von Milan Vanek, der die Mannschaft in seinem ersten Trainerjahr noch einmal weiterentwickelt hat, befindet sich in einer guten Verfassung, wie die knappe 5:6-Niederlage gegen Hamm und der Punktgewinn gegen Herford (1:2 nach Verlängerung) deutlich machen. „In unserer Mannschaft ist der Charakter das A und O. Genau diese Qualitäten sind in den Play-offs gefragt. Wir können auf jeden Fall mehr als uns jeder zutraut“, verrät Dinslakens Schlussmann Lukas Schaffrath, der in der Saison 2017/18 noch für den EHC spielte, wie sein Team „tickt“. Die Neuwieder zählen nicht zu denjenigen, die ihren Viertelfinalgegner unterschätzen. „Dinslakens Spielweise macht sie unangenehm. Sie gehen hart auf den Mann und mit ihren Aktionen auch mal an die Grenze des Erlaubten oder darüber hinaus. Unser letztes Auswärtsspiel in Dinslaken war genauso wie das erste Heimspiel eine hitzige Angelegenheit. Wir stellen uns auf eine sehr intensive Serie ein“, sagt Billigmann. Schaffrath bestätigt: „Ja, wir können hart spielen.“ Aber auch trickreich. Die Reihe mit den beiden Nordamerika-Importen Andrew Harrison, der im Saisonverlauf den suspendierten Michal Plichta ersetzte, und Jesse Parker sowie Philipp Heffler verbreitet viel Torgefahr.

Die Bären befinden sich in Play-off-Form, auch wenn das Derby in Diez am Freitag verloren ging. Keeper Felix Köllejan überzeugte mit seinen zuletzt gezeigten Leistungen sowieso, Martin Brabec, Stephan Fröhlich und Michael Jamieson produzieren ohnehin schon die ganze Saison über, Kämpfer Deion Müller rackert um jeden Quadratmeter Eis und der Ex-Dinslakener Kevin Wilson ist gegen seinen ehemaligen Verein ohnehin bis in die Haarspitzen motiviert. Vor einem Jahr schied der Angreifer mit Vollgitter gegen Neuwied aus. Diesmal will er ins Halbfinale. Genauso wie der Rest der Bärenbande auch. Die muss zumindest im Viertelfinale weiterhin ohne Sven Schlicht auskommen, für Tobias Etzel ist die Saison aufgrund seiner Schulterverletzung schon beendet. „Das sind zwei Spieler, die gerade in den Play-offs ohne Zweifel viel wert sind, aber die Jungs wollen alles geben, um diese Lücken zu schließen“, sagt Billigmann.

Die Viertelfinal-Termine:

15. Februar, 20 Uhr: Neuwied - Dinslaken; 17. Februar, 19 Uhr: Dinslaken - Neuwied; 22. Februar, 20 Uhr: Neuwied - Dinslaken; falls notwendig: 24. Februar, 19 Uhr: Dinslaken - Neuwied; 26. Februar, 21 Uhr: Neuwied - Dinslaken.