Neuwieder Bären feiern Pflichtsieg ohne Glanz9:2-Sieg gegen den EC Lauterbach

Sven Asbach (am Puck) und die Bären gaben dem EC Lauterbach das Nachsehen. Der Tabellenletzte (rechts: Jakub Zdenek) kämpfte mit seinem Minikader aber bemerkenswert. (Foto: Neuwieder Bären)Sven Asbach (am Puck) und die Bären gaben dem EC Lauterbach das Nachsehen. Der Tabellenletzte (rechts: Jakub Zdenek) kämpfte mit seinem Minikader aber bemerkenswert. (Foto: Neuwieder Bären)
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Nachdem die Neuwieder im ersten Abschnitt den Lauterbacher Torwart-Methusalem bereits sechsmal überwunden hatten, zeigte der 47-Jährige mit großem Einsatz etliche starke Paraden und musste den Puck noch lediglich einmal aus dem Netz holen. Lechners Wunsch für den finalen Akt ging in Erfüllung. Zwei Gegentreffer zwischen den Minuten 41 und 60 zum 9:2-Endstand dürfte der Routinier, der später die Auszeichnung als bester ECL-Spieler des Abends erhielt, durchaus als zufriedenstellend eingeordnet haben, zumal sich die Vogelsberger selbst auch noch zweimal für ihren tapferen Einsatz belohnten.

Anders sah die Stimmung bei Bären-Trainer Daniel Benske aus: „Wir sind gut ins Spiel gestartet mit der 6:0-Führung nach 20 Minuten, aber dann kamen wir von unserer Linie ab und waren nicht mehr final genug. Ich mache meine Analyse nicht vom Ergebnis abhängig, aber mit der Leistung ab dem zweiten Drittel können wir nicht zufrieden sein“, monierte er das frühe Zurückschalten und das Abweichen vom eigenen System mit Hang dazu, die Scheibe ins Lauterbacher Tor tragen zu wollen. „Neuwied hat eine gute Mannschaft, die technisch und läuferisch überlegen war. Wir haben nach unserem schwachen ersten Abschnitt unsere Sache viel besser gemacht“, fasste Lauterbachs Trainer Andrej Jaufmann zusammen. Der ehemalige Frankfurter DEL-Profi hat die Hessen vor einem Monat übernommen und kämpft seitdem Woche für Woche mit personellen Problemen. Noch am Freitagvormittag stand nicht fest, ob der Tabellenletzte in Neuwied einen gelernten Torhüter aufbieten kann, mit dem einspringenden Lechner, der schon zuletzt regelmäßig einen prima Eindruck hinterlassen hatte, lösten sie kurzfristig die Vakanz zwischen den Pfosten. Zu Lechner gesellten sich zehn Lauterbacher Feldspieler, die reichlich Arbeit in der eigenen Zone verrichten mussten.

Auch die Gastgeber konnten nicht wirklich einen großen Kader aufs Eis schicken. Daniel Pering, Kevin Wilson und der gesperrte Maximilian Wasser standen nicht zur Verfügung, sodass Benske die Angriffsreihen umstellte. Wassers Position an der Seite von Stephan Fröhlich und Michael Jamieson nahm in etwa Sven Schlicht ein. Diese Formation bestimmte den Spielberichtsbogen. Fröhlich war an fünf, Schlicht an zwei, Jamieson sogar an sieben von neun Toren beteiligt. Auch die Neuwieder Eigengewächse Patrik Morys, Sven Asbach und Verteidiger Sidney durften sich beweisen und taten das sehr anständig. Youngster Lehnert wurde als EHC-Bär der Partie gewählt.

Auch wenn der Bären-Coach später die Konsequenz aus der Anfangsphase vermisste, hatte man stets den Eindruck, die Deichstädter könnten das Ergebnis deutlicher gestalten, wenn sie es darauf anlegen würden. Sie taten es nicht, und dass der Endstand nicht zweistellig ausfiel, hatten sich die Lauterbacher, die als Anerkennung von den EHC-Fans mit Sprechchören vom Eis verabschiedet wurden, auch absolut verdient.