Neuwieder Bären bleiben verlustpunktfreiZwei Siege in 24 Stunden

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Es gibt diese Eishockeyspiele, die bleiben in Erinnerung, auch wenn sie nicht unbedingt die hochklassigsten sind. Die Partie der Bären am Sonntagabend gegen Dinslaken vor 711 Zuschauern könnte dazu gehören. Nach 40 Minuten lag die Mannschaft von Trainer Jens Hergt mit 0:3 zurück, suchte bis dahin vergebens einen Schalter, um den Modus des Spiels zu ändern. Alexander Brinkmann (6.), Philipp Heffler (29.) und Tim Cornelißen (38.) trafen für die Giftschlangen. Vorentscheidung? Erste Saisonniederlage für den EHC? Denkste.

Als Dinslakens starker Schlussmann Felix Zerbe in der 42. Minute den Puck abprallen ließ und Philipp Felföldy die zweite Chance verwertete, begann eine Aufholjagd, die mit frenetisch jubelnden Neuwieder Fans und Spielern sowie einem mit geballten Fäusten aufs Eis rennenden Trainer Jens Hergt endete. Morgan Reiner (45.) und Stephan Fröhlich (51.) mischten die Karten neu, und dass Dennis Schlicht die Einheimischen in der 56. Minute in Überzahl dann erstmals und schließlich entscheidend in Front bringen sollte, war der finale, aber nach diesem Schlussdrittel irgendwie auch logische Coup. Eine Mammutaufgabe hatten die Neuwieder aber noch zu meistern. Nach zwei Zeitstrafen mussten sie sich gegen drei Kobraspieler mehr erwehren, nachdem Schlussmann Zerbe für einen sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte. Der EHC bestand die Prüfung. „Wir haben uns in der zweiten Pause gesagt, dass das Spiel erst zu Ende ist, wenn 60 Minuten gespielt sind. Es war wahnsinnig, was die Mannschaft im letzten Drittel geleistet haben“, freute sich Jens Hergt über den furiosen Endspurt.

Am Samstagabend beim Auswärtsspiel in Grefrath schien die zweite Aufgabe des Wochenendes nur 24 Stunden später bereits in den Hinterköpfen der Spieler herumzuspuken. „Wir haben zu früh den Schongang eingelegt“, merkte EHC-Teammanager Carsten Billigmann nach der 5:2-Führung zur zweiten Drittelpause an. Es reichte trotzdem zum 6:4-Sieg über den Aufsteiger.

Die Bären waren von Anfang an zwar die klar überlegene Mannschaft, versäumten es nach der frühen Führung durch Felix Köbele (9.) allerdings nachzulegen. Und so machten sie große Augen, dass sie zum ersten Kabinengang doch plötzlich hinten lagen – zum ersten Mal in dieser Saison. Jerome Braun (14.) und Sven Schiefner (16.) schossen die Tore für die Phoenix. Im Mittelabschnitt traten die Gäste dann konsequenter auf. Stephan Fröhlich (21.) und Rylee Orr mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von 11:06 Minuten (27., 36., 38.) bescherten ihnen eine 5:2-Führung nach 40 Minuten. Durch das von Billigmann angesprochen Abdriften in den Schongang lief die Mannschaft von Jens Hergt zweimal in gegnerische Konter. Sascha Schmetz (47.) und erneut Schiefner (53.) verliehen einer scheinbar vorentschiedenen Begegnung, die mit insgesamt nur zehn Strafminuten äußerst fair verlief, doch noch einmal eine spannende Schlussphase. In der behielt Neuwied kühlen Kopf. Und als Alexander Bill auf 6:4 erhöhte (57.), war die Entscheidung gefallen.

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