Neuwied scheitert am Herforder EVViertelfinal-Fluch verfolgt die Bären

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Das ist die Krux an diesen Ausscheidungsrunden im Eishockey, die ihre eigenen Gesetze haben. Um 22.21 Uhr endete die Regionalliga-Saison 2016/17, weil die Mannschaft wie schon am Freitagabend bei der 3:7-Niederlage im Icehouse erneut mit der aggressiven Spielweise des Herforder EV nicht zurechtkam. Die Ostwestfalen entschieden ihr Heimspiel hochverdient mit 5:2 für sich und wollen jetzt im Halbfinale auch den Ratinger Ice Aliens das Fürchten lehren.

Das Zeug dazu haben die Ice Dragons allemal. Es ist kaum nachvollziehbar, dass es eine Mannschaft, die den Gegner über 60 Minuten hinweg so unter Druck setzen kann und ihre Torchancen derart konsequent nutzt wie am Freitag- und Sonntagabend gegen Neuwied gesehen, in der Hauptrunde noch nicht einmal unter die Top-Sechs schaffte. Aber jetzt scheint das Team von Jeff Job genau zur richtigen Zeit ihre Topform zu erreichen. „Das ist eine kompakte, ausgeglichen besetzte Mannschaft. Wir hatten in der ganzen Saison gegen Teams Probleme, die so aggressiv draufgehen“, sah EHC-Trainer Jens Hergt seine im vergangenen knappen halben Jahr gewonnenen Eindrücke bestätigt. „Wir sind schockiert nach diesen beiden Spielen und bitter enttäuscht, hatten wir uns doch auf weitere Play-off-Begegnungen gefreut. Schließlich hat die Mannschaft seit dem Herbst hart dafür gearbeitet“, sagte EHC-Manager Carsten Billigmann.

Während der HEV bissig und entschlossen wirkte, sah das EHC-Spiel bei weitem nicht mehr so frisch aus wie über weite Phasen der Runde. Leistungsträger wie Stephan Fröhlich oder Felix Köbele stoßen ob der großen Verantwortung, die auf ihnen lastet, auch einmal an ihre Grenzen. „Irgendwann wird der Kopf müde, und das wirkt sich auf das Spiel aus“, analysierte Hergt. Die Bären wollten ihre zweite Play-off-Partie geduldig angehen und konzentrierten sich zunächst auf die Defensive. Mit Ausnahme des Gegentreffers in der 17. Minute durch Nils Bohle gelang das auch nicht schlecht. Dafür glückte nach vorne nicht viel. Selbst in den Überzahlsituationen waren die Gäste nicht in der Lage, sich im Herforder Drittel festzusetzen und Schlussmann Lars Morawitz auf die Probe zu stellen. Es dauerte bis zur 32. Minute, dass der EHC einmal richtig gefährlich zum Abschluss kam. Tobias Etzel zog von der rechten Seite zum Tor, scheiterte allerdings am Herforder Schlussmann. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Einheimischen bereits mit 3:0 vorne. Fabian Staudt (24.) und Aric Schinke (29.) hatten getroffen, Lukas Derksen legte sogar noch das 4:0 nach (36.). „Wir sind im zweiten Drittel dreimal ausgekontert worden. Das darf auswärts nicht passieren“, ärgerte sich der Trainer über die Nachlässigkeiten in der Rückwärtsbewegung.

Fünf Tore hatte Herford am Freitag im Schlussdrittel erzielt – es fehlte der Glaube daran, dass Neuwied in dieser Partie ähnliches schaffen kann. Solch ein Comeback hätte einfach nicht zum Spielverlauf gepasst. Der EHC gab sich im Schlussabschnitt zwar nicht auf, gewann diesen mit 2:1 (Sven Schlicht traf zweimal für die Bären in den Minuten 57 und 59, zuvor hatte Nils Bohle in der 45. Minute das 5:0 erzielt), aber am Ausscheiden im Viertelfinale, über das eine Neuwieder Mannschaft seit dem Jahr 1998 in den Play-offs nicht mehr hinauskam, änderte das nichts mehr.

Sommerpause ist für die Bären allerdings noch nicht. In der Rheinland-Pfalz-Liga stehen im März noch drei Partien gegen Bitburg und Zweibrücken an. Dann will sich die Mannschaft genauso wie bei der Saisonabschlussfeier noch gebührend von den Fans verabschieden. Carsten Billigmann ist zuversichtlich, bis dahin auch die eine oder andere positive Personalnachricht verkünden zu können: „Ich bin sehr guter Dinge, dass uns wichtige Leistungsträger erhalten bleiben. Wir haben positive Signale der Spieler erhalten. Spruchreif ist momentan jedoch noch nichts. So früh auszuscheiden, hat uns nämlich überrascht.“

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