Kobras zogen sich achtbar aus der AffäreDinslaken unterliegt den Ratinger Ice Aliens mit 3:5

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Dem entsprechend begann die Partie, wie man es erwarten durfte: Die Hausherren hatten deutlich mehr Spielanteile, die Kobras zeigten sich bei gelegentlichen Kontern bissig. Und ihre Chancen waren nicht ohne: Aus zwei sehr ähnlichen Situationen heraus lief zunächst Gian-Carlo Schöche und dann Dominick Spazier nahezu allein auf Ratingens Goalie Christoph Oster zu. In beiden Fällen blieb der Torhüter aber der Sieger. Besser machte es in der dritten Spielminute Joey Menzel, der einen Puck, den Oster sicher unter seinen Schonern glaubte, einfach durch einmaliges Nachstochern über die Linie drückte. Die Antwort der Hausherren ließ aber nicht allzu lang auf sich warten. Gespielt waren sieben Minuten, als sich Thomas Dreischer im Ratinger Dress an der roten Linie die schwarze Hartgummischeibe schnappte, zentral auf den an diesem Abend gut aufgelegten Felix Zerbe zulief und dabei so gut wie überhaupt nicht von der Kobra-Defensive am Torschuss gehindert wurde. Beim 1:1-Ausgleichstreffer hatte der Dinslakener Schnapper überhaupt keine Abwehrmöglichkeit. Eine weitere Großchance durch Gian-Carlo Schöche, der nach einem Alleingang am rechten Pfosten vorbeischoss, blieb auf Seite der Gäste ungenutzt. Kurz vor Vollendung der 14. Spielminute hatten die Ratinger die Partie zu ihren Gunsten gedreht: Nach einem Schlagschuss von Pascal Behlau konnte Felix Zerbe den Puck nicht festhalten und Tim Brazda versenkte das Spielgerät in Abstaubermanier.

In der 22. Spielminute bestrafte derselbe Akteur einen Wechselfehler der Dinslakener mit dem 3:1, als er ebenfalls allein auf Felix Zerbe zufahren durfte. Doch die Sikorski-Truppe besann sich erneut ihrer Tugenden und kämpfte sich nochmals an den Favoriten heran.  Als sich in der 29. Spielminute das Spielgeschehen im Dinslakener Verteidigungsdrittel abspielte, stahl sich Dinslakens Nummer 8 weg vom Geschehen und postierte sich an der Bande in Höhe der roten Linie. Als dann der Puck zu Mark Essery kam, passte dieser ihn zentimetergenau an. Joey Menzel machte sich im Alleingang auf Richtung Christoph Oster und schob ihm die schwarze Hartgummischeibe „durch die Hosenträger“. Kurz darauf mussten alle mitgereisten Kobra-Fans mal kräftig durchpusten, als Felix Zerbe bei einem 2:0-Angriff der Ratinger der Sieger blieb.

Das 2:4 aus Sicht der Kobras fiel in der 44. Spielminute. Dass Coach Sikorski in Anbetracht der fehlenden Akteure die Reihen umstellen musste, erklärt sich nahezu von selbst. Dementsprechend gab es auch häufiger Abstimmungsprobleme als gewohnt. Und diese wurden den Kobras bei der einfachen Überzahlsituation zum Verhängnis, als man im gegnerischen Drittel Thomas Dreischer völlig aus den Augen verloren hatte und dieser machte bei seinem zweiten Alleingang auch zum zweiten Mal Felix Zerbe mit seinem Schuss links oben unter die Latte zum zweiten Sieger.

Eine Einzelaktion von Tim Brazda, der quer vor dem Dinslakener Gehäuse die schwarze Hartgummischeibe führte und zwei Dinslakener Verteidiger nicht in der Lage waren, ihn vom Spielgerät zu trennen, führte zum 5:2 und damit zur Vorentscheidung. Die Giftschlangen selbst schafften noch Ergebniskosmetik, als auch sie einen Wechselfehler ihres Gegners mit einem Treffer bestraften. Marvin Linse hatte die Situation am schnellsten erfasst, spielte den Puck dem freistehenden Sebastian Haßelberg zu und dieser konnte mit seinem Schuss von halblinks Christoph Oster an diesem Abend zum dritten Mal überwinden. Bis zur Schlusssirene gab es noch Chancen hüben wie drüben, beiden Teams blieb jedoch ein weiterer Treffer verwehrt.

Dieses 3:5 aus Sicht der Niederrheiner ist angesichts der Personalsituation am gestrigen Abend trotz der Tatsache, dass man keine Punkte im Koffer hatte, eine respektable Leistung. Die mitgereisten Fans wussten die Lage richtig einzuschätzen und feierten ihre Mannschaft nach Spielschluss.

In der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich auch der Dinslakener Übungsleiter zufrieden: „Ich bin aufgrund der heutigen Personalsituation mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Ich musste die Reihen durcheinandermischen. Viel mehr war am heutigen Abend nicht drin. Wenn wir komplett gewesen wären hätten wir eventuell die ein oder andere Chance mehr reingemacht und wer weiß, wie dann das Spiel ausgegangen wäre. Aber vielleicht sieht man sich ja nochmal in den Play-offs“, resümierte Christian Sikorski nicht nur das Gesehene, sondern wagte schonmal einen Ausblick auf die bald anstehende Endrunde.

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