Kobras erleben ein „Hammer Wochenende“Zwei Erfolge gegen die Eisbären

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Vor dem Spiel hatten sich das von Tony Thiel trainierte Team vorgenommen, möglichst wenig Strafminuten zu sammeln. Das klappte nur bis zur zweiten Spielminute, als Daniel Grabner als erste Kobra an diesem Abend auf der Strafbank platznehmen musste. Nur kurze Zeit später folgte ihm Dominick Spazier. Somit waren die Kobras nur noch zu dritt und standen sofort unter Druck, doch die Eisbären konnten kein Kapital daraus schlagen. Zwar erspielte sich Hamm in der Folge ein optisches Übergewicht, doch die Kobras konnten gut mithalten und hatten ebenfalls ihre Möglichkeiten. Doch das Toreschießen blieb zunächst den Westfalen vorbehalten. In der zehnten Minute war es Oliver Kraft, der die Eisbären zunächst mit 1:0 in Führung brachte. Diese hatte bis zur Pausensirene bestand, auch weil sowohl Hamms Sebastian May als auch Kobra-Goalie Lukas Schaffrath ihre Tore sauber hielten. Einen weiteren Rückschlag in personeller Form mussten die Kobras ebenfalls in diesem Drittel hinnehmen. Petr Macaj, der für den gesperrten Kamil Vavra eingesetzt wurde, zog sich eine Zahnverletzung nach einem Check zu und musste zur Behandlung in eine Zahnklinik gebracht werden.

Gleich zu Beginn des zweiten Drittels mussten die Kobras eine Unterzahlsituation überstehen, da Stefan Bronischewski noch eine Strafe aus dem ersten Drittel absitzen musste. Doch auch diese Unterzahl überstanden die Kobras souverän. Selbst als in der 25. Minute wieder zwei Kobras auf der Strafbank Platz nahmen, konnten die verbliebenen drei ihr Drittel geschickt verteidigen und ließen keinen Treffer zu. Die Eisbären mussten tief in die Trickkiste greifen, um die Dinslakener Abwehr zu überlisten und zum Erfolg zu kommen. Wie in der 30. Minute, als Mike Ortwein halb hinter dem Tor stehend, den Puck in Lukas Schaffraths Schoner spielte, von wo er zum 0:2 ins Tor rutschte. Es schien wieder alles im normalen Bereich für den Tabellenführer zu laufen, doch die Kobras zeigten nur kurze Zeit später ihre wiedererlangten Comeback-Qualitäten. Mit einem Doppelschlag in der 32. Minute durch Tore von Sven Linda und Sebastian Schmitz egalisierten sie in kürzester Zeit den Hammer Vorsprung und blieben weiter im Spiel, das sich immer mehr zum offenen und temporeichen Schlagabtausch entwickelte.

Im letzten Drittel erwischten die Eisbären einen Start nach Maß, als Robin Loecke nach 28 Sekunden zum 2:3 einnetzte. Doch die Kobras bewiesen an diesem Abend ein weiteres mal, dass mit ihnen jederzeit zu rechnen ist. In der 44. Minute war es Daniel Pleger, der bei angezeigter Strafe zum erneuten Ausgleich für Dinslaken traf. Nur zwei Minuten später nutzten die Kobras eine ihrer wenigen Überzahlsituationen und konnten sogar mit 4:3 in Führung gehen. Jan Nekvinda war es, der von Daniel Pleger und Sebastian Haßelberg in Szene gesetzt wurde und Sebastian May im Hammer Tor keine Chance ließ. Die folgenden Minuten entwickelten sich zur Abwehrschlacht für die Kobras. Die Eisbären trugen nun einen Angriff nach dem anderen vor das Dinslakener Tor. Doch die Männer um Kapitän Sven Linda verstanden es, ihr Drittel geschickt zu verteidigen und verhinderten selbst in Unterzahl beste Hammer Einschussmöglichkeiten. Selbst als die Kobras kurz vor Schluss noch eine Strafe kassierten und Hamms Trainer Daniel Galonska seinen Goalie für einen sechsten Spieler herausnahm, gelang den Eisbären kein weiterer Treffer mehr in diesem Spiel und die Sensation war perfekt. Der Dinslakener Jubel auf dem Eis und in der Schlangengrube kannte nun keine Grenzen mehr. Auch die Zuschauer auf der Tribüne hielt es in den letzten zwei Minuten nicht mehr auf ihren Sitzen und die Mannschaft wurde noch weit nach Spielende gebührend für diesen Erfolg gefeiert.

Am kommenden Wochenende können die Kobras bei ihrem letzten Heimspiel in der Schlangengrube gegen die Eisadler Dortmund und am Sandbach bei den Ratinger Ice Aliens die nächsten Schritte in Richtung Play-offs gehen und weiteren Boden auf die Lauterbacher Luchse gut machen.

Tore: 0:1 (10:10) Kraft (Demuth), 0:2 (30:42) Ortwein (Mangold), 1:2 (31:54) Linda (Spazier, Bronischewski), 2:2 (32:43) Schmitz (Klein, Pleger), 2:3 (40:28) Loecke (Weissleder, Furda), 3:3 (44:04) Pleger (Goldmann, Spazier), 4:3 (46:42) Nekvinda (Haßelberg, Pleger). Strafen: Dinslaken 26, Hamm 10. Zuschauer: 195.