Kobras erkämpfen Punkt und verlieren Kamil VavraPenalty-Niederlage in Solingen

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Viermal einen Rückstand egalisiert: Dennoch unterlagen zum Abschluss der Vorrunde in der 1. Liga West die Dinslakener Kobras beim EC Bergisch Land zwar mit 4:5 (1:2, 1:1; 2:1; 0:1) nach Penaltyschießen, zeigten sich aber eine deutlich bessere Leistung als bei der 2:8-Klatsche unlängst in Neuss.

In diesem Spiel war der sportliche Wert gering, war der weitere Weg für beide Mannschaften in dieser Saison bereits vor dem Eröffnungsbully vorgegeben. Dennoch wollten sich die Raptors, die in der Pokalrunde spielen werden, vor eigenem Publikum nicht kampflos geschlagen geben. Die Kobras hingegen wollten zum einen die Negativserie beenden und Selbstvertrauen für die kommende Zwischenrunde tanken.

Die Partie begann verhalten, vor allem von Seiten der Gäste, die scheinbar noch verunsichert durch die Niederlagenserie waren, die sie zuletzt über sich ergehen lassen mussten. Erneut stellte sich ein kleiner Kader von nur elf Feldspielern den insgesamt 20 Raptoren entgegen. Die Hausherren begannen zielstrebig und aggressiv wie eh und je und provozierten individuelle Fehler der Dinslakener Hintermannschaft. Eine solche Unaufmerksamkeit der Gäste wurde in Person von Marvin Wintgen bereits nach 69 Sekunden zur 1:0-Führung aus Sicht der Heimmannschaft bestraft. Danach hätten die Raptoren den Vorsprung noch ausbauen können, brachten jedoch stattdessen durch drei Zwei-Minuten-Strafen die Kobras besser ins Spiel. Zwar konnte die Truppe von Trainer Thomas Schmitz die numerische Überlegenheit nicht in Tore umwandeln, doch nach und nach wurden Passstaffetten sicherer und man erarbeitete sich mehr und mehr Spielanteile. Anderthalb Minuten vor der ersten Sirene war es dann soweit: Kamil Vavra fälschte die Vorlagen von Daniel Pleger und Marvin Linse gekonnt ab und egalisierte damit zum 1:1. Doch dies bedeutete nicht den Pausenstand. Nur 39 Sekunden später nutzten die Spieler des EC Bergisch Land erneut die Tatsache, dass die Kobras im Defensivverbund unsortiert agierten und brachten sich erneut in Führung.

Der Beginn des Mittelabschnitts war gleichzeitig die stärkste Phase der Gäste. Das Gehäuse des guten Solinger Schlussmanns, Tizian Winkelsträter, wurde pausenlos berannt, doch die Kobras scheiterten zum einen immer wieder am gut aufgelegten Solinger Goalie, an der clever agierenden Hintermannschaft der Hausherren, aber auch daran, dass man auch beste Chance immer wieder ungenutzt liegen ließ. Darunter auch einen Penalty, bei dem Sebastian Haßelberg in Winkelsträter seinen Meister fand. In der 27. Minute erlöste Alex Brinkmann Mannschaft und mitgereiste Fans mit dem hochverdienten 2:2-Ausgleichstreffer. Die Kobras blieben weiter am Drücker, jedoch ohne sich zunächst noch einmal auf die Anzeigetafel bringen zu können. Dann, in der 30. Spielminute, erhielten die Dinslakener einen weiteren Rückschlag. Bei einem Schuss von Kamil Vavra erwischte dieser einen Gegenspieler mit dem Stock so unglücklich, dass dieser kurz behandelt werden musste. Da auch ein wenig Blut im Spiel war, entschied Schiedsrichter Merkel auf eine 5+Spieldauer-Disziplinarstrafe. Somit wird der Tscheche auch beim Auftaktspiel der Zwischenrunde nicht mitwirken können. Die Gäste ließen sich aber auch von dieser Tatsache nicht schocken und blieben weiterhin die dominante Mannschaft. Doch die Konter der Raptors blieben stets gefährlich. So auch in der 33. Minute.  Begünstigt durch einen kapitalen Wechselfehler der Kobras konnte sich Marvin Wintgen erneut in die Torschützenliste eintragen. Die Giftschlangen zeigten sich weiterhin unbeeindruckt und wollten die Begegnung keinesfalls verloren geben. Mit Erfolg: Sebastian Schmitz veredelte die Vorlagen von Alex Brinkmann und Jörn Koslowski zum allseits umjubelten 3:3-Ausgleich, so man es mit den Niederrheinern hielt.

Jetzt wollten die Kobras scheinbar – geschuldet dem hohen Kräfteverschleiß – die knappe Führung bis Spielende verwalten und schalteten ihren Offensivdrang um einen Gang zurück. Dafür starteten die Solinger ihrerseits wütende Angriffe auf das von Felix Zerbe gehütete Gehäuse. Die Uhr zeigte 58:41, als der Solinger Haudegen Tim Neuber aus dem Gewühl heraus den erneuten Führungstreffer für seine Farben markieren konnte. Solingen nahm im Anschluss eine Auszeit, um die weitere Strategie zu besprechen und Thomas Schmitz nahm seinen Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus. Und diesmal sollte diese Maßnahme fruchten: 51 Sekunden vor Ende des Spiels konnte Alex Brinkmann ein Zuspiel von Sven Linda und Jan Nekvinda zum verdienten Ausgleich verwerten. Der Sieger musste nun durch Penaltyschießen ermittelt werden. Der achte Schuss war dann der, der die Entscheidung zugunsten der Hausherren herbeiführte. Kämpferisch mussten sich die Hausherren nichts vorwerfen lassen und so stellte sich Thomas Schmitz auch diesmal wieder vor seine Mannschaft: „Ich habe 12 aufopferungsvoll kämpfende Spieler gesehen. Leider haben wir zu viele individuelle Fehler gemacht und es hat uns die mangelnde Chancenverwertung aus der letzten Saison eingeholt“, so der Dinslakener Eishockeylehrer.

Tore: 1:0 (01:09) Marvin Wintgen (Tim Neuber, Phillip Slesinski), 1:1 (18:29) Kamil Vavra (Daniel Pleger, Jan Nekvinda), 2:1 (19:08) Felix Wolter (Andre Könitzer, Andreas Wichtering), 2:2 (26:16) Alexander Brinkmann, 3:2 (32:01) Marvin Wintgen (Tim Neuber, Jonas Matzken), 3:3 (52:23) Sebastian Schmitz (Alexander Brinkmann, Jörn Koslowski), 4:3 (58:41) Tim Neuber (Marvin Wintgen, Mathias Wodrich), 4:4 (59:09) Alexander Brinkmann (Sven Linda, Jan Nekvinda), 5:4 (60:00) Andreas Wichterich. Strafen: Solingen 14, Dinslaken 2 + 5 + Spieldauer (Kamil Vavra).

Jetzt die Hockeyweb-App laden!