Kobras drehen Partie nach großem KampfVavra-Gala

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Eine Vavra-Gala und und eine nicht für möglich gehaltene Energieleistung sorgten dafür, dass die Dinslakener Kobras beim 7:5 (2:1, 2:4, 3:0) aus Wiehl drei Punkte mit nach Hause nehmen konnten.

Wieder einmal war Trainer Thomas Schmitz auf einen Minikader angewiesen. Durch verletzungs-, berufsbedingte oder persönliche Gründe war der Kader einmal mehr auf zehn Feldspieler plus zwei Torleute zusammengeschrumpft. Und diese Akteure hatten noch das körperbetonte Spiel vom Freitag gegen Hamm in den Knochen. Somit musste insbesondere der Besuch auf der Strafbank vermieden werden, um das noch verbliebene Konditionspotential nicht unnötig zu belasten.

Und die Penguins waren, wie schon in den vorherigen Spielzeiten, der erwartet unbequeme Gegner. Unermüdlich kämpfend und mit einem gut ausgestatteten Überzahlspiel stellten sie sich den Dinslakenern entgegen. So dauerte es bis zur siebten Spielminute, ehe Dominik Spazier das Bollwerk erstmalig knacken konnten. Doch die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Nach gut zwölf Spielminuten konnten sie erstmalig ausgleichen. In der 17. Minute hatte dann auf Dinslakener Seite erstmalig die „Tschechen-Kombo“ zugeschlagen. In Überzahl konnte Kamil Vavra ein Zuspiel von Petr Macaj zur erneuten Führung der Kobras verwerten. Beim Spielstand von 2:1 aus Sicht der Gäste ging es auch in die erste Pause.

Der Mittelabschnitt hatte es dann für die Kobras in sich, aber nicht so, wie sie es sich gewünscht hätten. Zwar ging das Spiel rauf und runter, mit Chancen auf beiden Seiten, doch als treffsicherer stellten sich dabei die Hausherren heraus. Sie schafften es immer wieder, die Ein-Tore-Führung der Kobras zu egalisieren. Dabei hießen die Torschützen auf Dinslakener Seite Kamil Vavra und Alexander Brinkmann, der dem ansonsten gut aufgelegten Nils Isselhorst bei einem Break mit einem Schuss in den oberen rechten Winkel nicht den Hauch einer Chance ließ. Doch Wiehl konnte den Vorsprung durch Stefan Kaltenborn, Philipp Schumacher und Dominick Cerovsky immer wieder egalisieren. Schlimmer noch: In der 36. Spielminute gingen sie durch den zweiten Treffer von Stefan Kaltenborn erstmalig in Führung. Dabei machte Felix Zerbe, der ansonsten so sichere Schlussmann der Kobras, bei diversen Treffern keine besonders glückliche Figur. Er war an diesem Tag wohl versehentlich mit dem falschen Fuß aufgestanden. Coach Schmitz reagierte und tauschte ihn zum Schlussabschnitt durch Lukas Schaffrath aus.

Dass ein Rückstand noch kein Grund für eine bedingungslose Kapitulation sein kann, ist wohl jedem klar. Aber was die mitgereisten Dinslakener Fans dann im Schlussdrittel von ihrem Team zu sehen bekamen, hätte sich keiner in den schönsten Träumen ausmalen können. Nach dem nochmaligen Seitenwechsel spielte eigentlich nur noch eine Mannschaft: die Kobras. Es war Powerplay-Eishockey in Reinkultur, selbst bei 5:5 Spielern auf dem Eis. Und sie belohnten sich und die Kobra-Fans für ihr Kommen mit den Toren fünf bis sieben, erzielt durch Sebastian Haßelberg und erneut zweimal Kamil Vavra, der an diesem Abend allein vier Treffer erzielte. Zwar wurde offiziell eines dieser Tore durch den Hauptschiedsrichter Timothy Tanke zugeschrieben, doch (fast) jeder im Stadion hatte den wahren Torschützen erkannt.

Angesprochen auf die Energieleistung im letzten  Abschnitt sagte der Dinslakener Goalgetter: „Jeder im Stadion hatte gesehen, dass wir eigentlich die bessere Mannschaft waren. Doch Wiehl hat es verstanden, unsere wenigen Fehler eiskalt auszunutzen. In der zweiten Drittelpause haben wir uns in der Kabine noch einmal aufeinander eingeschworen. Dabei kommt es uns in dieser Phase, wo wir permanent mit einem kleinen Kader auflaufen müssen sicherlich zugute, dass wir schon früh in der Saison Trainingseis hatten und auch, dass wir drei Trainingseinheiten in der Woche absolvieren dürfen, macht sich natürlich ebenfalls bei solchen Partien bemerkbar. Daher sind viele von uns konditionell in einer sehr guten Form.“

Tore: 0:1 (6:50) Dominick Spazier (Tim Cornelißen, Petr Macaj), 1:1 (12:17) Akio Finkenrath (Dominik Cerovsky, Daniel Lehmann), 1:2 (16:12) Kamil Vavra (Petr Macaj), 2:2 (21:52) Stefan Kaltenborn (Niclas Cammann, Stefan Streser), 2:3 (25:43) Alexander Brinkmann (Kamil Vavra, Sebastian Haßelberg), 3:3 (26:56) Philipp Schumacher ( Patrick Beste), 3:4 (31:57) Kamil Vavra (Marvin Linse, Timothy Tanke), 4:4 (34:11) Dominik Cerovsky ( Daniel Lehmann, Nils Isselhorst), 5:4 (35:58) Stefan Kaltenborn ( Niclas Cammann, Christophe Vermeersch), 5:5 (50:49) Timothy Tanke (Lukas Schaffrath), 5:6 (53:18) Sebastian Haßelberg (Sven Linda, Alexander Brinkmann), 5:7 (55:00) Kamil Vavra (Timothy Tanke,  Alexander Brinkmann). Strafen: Wiehl 18, Dinslaken 10.

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