Hammer Eisbären gewinnen in NeuwiedChancenverwertung macht den Unterschied

Stark gekämpft, aber am Ende geknickt: Deion Müller (Torschütze zum 4:7) und der EHC verloren gegen Tabellenführer Hamm. (Foto: Neuwieder Bären)Stark gekämpft, aber am Ende geknickt: Deion Müller (Torschütze zum 4:7) und der EHC verloren gegen Tabellenführer Hamm. (Foto: Neuwieder Bären)
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Im Stile einer Spitzenmannschaft setzten sich die Hammer Eisbären am Freitagabend im Topspiel der Regionalliga West beim EHC „Die Bären“ 2016 Neuwied durch. „Wir haben verdient gewonnen, aber zu hoch", brachte Gästetrainer Ralf Hoja den 7:4-Sieg auf den Punkt.

Seine Mannschaft verstand es vorzüglich, genau in den Momenten zuzuschlagen, die der Gegenseite zusetzen und sie mürbe machen. Das 0:1 durch Dustin Demuth fiel zum Beispiel in einer Phase, in der die Neuwieder etwas mehr vom Spiel hatten. Aber während Maximilian Wasser in der dritten Minute Pech mit dem Querbalken hatte und seine Sturmkollegen Deion Müller, Michael Jamieson sowie Martin Brabec weitere gute Gelegenheiten vergaben, schloss der Spitzenreiter konsequenter ab und setzte in Person von Demuth einen gar nicht sonderlich harten Abschluss in die Maschen. Dass Thomas Lichnovsky nach einem gewonnenen Laufduell gegen Sven Schlicht auf 0:2 stellte (23.), entsprach nicht unbedingt dem Spielverlauf. „Ich sah uns zwei Drittel lang als die bestimmende Mannschaft", sagte EHC-Teammanager Carsten Billigmann, der diesmal die Verantwortung auf der Bank trug, weil Chefcoach Daniel Benske aufgrund seiner Sperre nur im VIP-Raum mitzittern konnte und Co-Trainer Andreas Halfmann krankheitsbedingt das Bett hütete. Nicht nur Billigmann hatte diesen Eindruck. Die Bären zeigten, dass der 0:2-Rückstand sie nicht ans Aufgeben denken ließ. „Ich hatte ein gutes Gefühl. Die Jungs warfen trotz der Widrigkeiten alles rein und waren sehr präsent", so Billigmann, der durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Tobias Etzel und Kevin Wilson nur knapp drei Reihen aufbieten konnte. Dieses gute Gefühl bestätigte sich in Minute 26 zum ersten Mal, als Martin Brabec verkürzte (26.). Die große Möglichkeit zum Ausgleich ließen die Einheimischen in doppelter Überzahl dann aber ungenutzt. Stattdessen folgte postwendend der Nackenschlag. Kevin Thau konterte und stellte den alten Abstand wieder her (32.). Thau war zu diesem Zeitpunkt der einzig verbliebene Bestandsteil der Eisbären-Top-Reihe: Der Tscheche Lukas Novacek stand Trainer Hoja nicht zur Verfügung, Ex-DEL-Profi Kevin Orendorz handelte sich in Minute 30 eine doppelte Disziplinarstrafe und damit eine automatische Spieldauer-Disziplinarstrafe ein. Aber der Liga-Krösus besitzt auch ohne diese beiden Leistungsträger eine außerordentliche Qualität, die sich im dritten Drittel auf dem Eis widerspiegelte. Michael Jamieson hatte sein Team zuvor noch einmal herangebracht und mit dem 2:3 (35.) Hoffnungen für den Schlussabschnitt geschürt. Die hatten sich 50 Sekunden nach Wiederbeginn aber bereits erledigt. Erneut Thau und Demuth brachen dem EHC das Genick und bewegten Billigmann zu Auszeit und Torhüterwechsel. Felix Köllejan kam für Jendrik Allendorf. Kevin Trapp (52.) und Oliver Kraft (53.) schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe, Neuwied drohte zumindest in Bezug aufs das Ergebnis unterzugehen, strampelte jedoch dagegen an. „Stark, dass wir nicht aufgegeben und stattdessen bis zum Ende Moral gezeigt haben", kommentierte Billigmann die Tore von Stephan Fröhlich (53.) und Deion Müller (55.) zum 4:7-Endstand.

Gästetrainer Hoja reagierte unmittelbar danach mit der Auszeit, die kurzen Unkonzentriertheiten störten ihn. Ansonsten hatte er nicht viel auszusetzen: „In den letzten Spielen haben wir das kämpferische Element vermissen lassen. Das konnten wir heute in einem engen Spiel wieder auspacken. Von der Einstellung entspricht unser Spiel bereits Play-off-Eishockey." Weit davon entfernt befanden sich auch die Bären nicht. Sie hätten gegen den knapp zwei Meter großen Torwart-Hünen Sebastian May „nur" ihre Chancen besser nutzen müssen. Dann wäre der Sieg durchaus möglich gewesen.

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