Grefrather EG unterliegt in TroisdorfEishockey-Krimi ohne Happy-End

(Foto: Gerd Gisbertz/Grefrather EG)(Foto: Gerd Gisbertz/Grefrather EG)
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Für das Spitzenspiel der NRW-Landesliga hatten sich die Grefrath Phoenix ohne sechs Stammkräfte auf den Weg ins rechtsrheinische Troisdorf gemacht. Neben dem verletzten Dennis Holstein musste GEG-Trainer Karel Lang zudem auf die Verteidiger Till Schwarte und Stefan Bronischewski, sowie Kai Weber, Dennis Lüdke und Sascha Schmetz verzichten. Den widrigen Bedingungen zum Trotz hatte sich das Team von der Niers dennoch vorgenommen, zum Jahresabschluss noch einmal zu punkten und damit die Tabellenführung weiter auszubauen.

Das Spiel begann alles andere als gut für die Feuervögel. Gerade einmal 13 Sekunden waren verstrichen, da musste Oliver Nilges im Phoenix-Tor beim 1:0 bereits das erste Mal hinter sich greifen. Nur wenige Augenblicke später kam es in der 2. Spielminute ganz bitter für Grefraths Nr. 29 im Tor. Durch einen Troisdorfer Gegenspieler zu Fall gebracht, ging es für den Goalie auf dem Eis nicht mehr weiter, stattdessen mit Verdacht auf eine Bänderverletzung ins nächst gelegene Krankenhaus.

Für Oliver Nilges rückte Backup Rene Dömges zwischen die Pfosten und wurde gleich mehrfach von den schnell und aggressiv aufspielenden Gastgebern geprüft. Es entwickelte sich früh ein packendes, sehr körperbetontes Spiel mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten. Blieb Roby Haazens zugesprochener Penalty in der 5. Minute noch ungenutzt, so war aber Phoenix-Kapitän Andreas Bergmann in der 7. Minute per Powerplay-Abstauber zum 1:1-Ausgleichstreffer erfolgreich. Roby Haazen und Andre Nelleßen hatten ihn optimal in Position gebracht.

Das erste Drittel bot den Zuschauern im gut besuchten Troisdorfer Icedome viele weitere Höhepunkte in Form von Torszenen, einem weiteren durch Rene Dömges stark parierten Penalty und bis an die Grenzen des Erlaubten verbissenem Kampf um jeden Zentimeter Eis. Nachdem mit Youngster Jason Adler nach einem Foulspiel bereits der zweite Phoenix-Akteur mit einer Knieverletzung ausscheiden musste, drohten die Gemüter auf dem Eis zunehmend zu erhitzen. Die wie schon nach der Verletzung von Oliver Nilges verhängte 2-Minuten-Strafe gegen die Gastgeber erschien nicht nur den mitgereisten Phoenix-Anhängern eher unangemessen gering. Beim Stande von 1:1 ging es schließlich erstmals in die Kabine.

Auch im zweiten Spielabschnitt agierten die gastgebenden Dynamites spielfreudig und sehr aggressiv gegen die meist gut verteidigenden und ihrerseits auf Chancen lauernden Phoenix von der Niers. Wie bereits in den ersten 20 Minuten wanderte so manche Strafzeit auf die Anzeigetafel und in Form von blau-gelbem oder rot-schwarzem Fachpersonal in die Kühlbox. Weiter boten sich zahlreiche Möglichkeiten auf beiden Seiten, vor der Pausensirene sollte dank fehlerfreier Leistungen von Grefraths Rene Dömges sowie Dominik Liesenfeld im Tor der Gastgeber jedoch kein weiterer Treffer mehr fallen.

Das letzte und entscheidende Drittel begann erneut mit sehr druckvollem und schnellem Spiel der Dynamites. Das Grefrather Bollwerk hielt bis die Gastgeber schließlich per Doppelschlag in der 44. und 46. Minute urplötzlich mit 3:1 in Führung gingen. Hatte Rene Dömges sein Team vorher mit zahlreichen starken Saves im Spiel gehalten, so blieb er diesmal besonders beim dritten Gegentreffer ohne Abwehrchance.

Grefrath zeigte sich keineswegs geschockt, wenngleich die Uhr nun gegen den Tabellenführer lief. Ein Schlagschuss von Gerrit Ackers ans Troisdorfer Torgestänge in der 50. Minute machte deutlich, dass die Blau-Gelben sich noch nicht in ihr Schicksal begeben wollten. Jetzt wandelten sich die Verhältnisse auf dem Eis und Grefrath drängte gegen die nun ihrerseits lauernden Gastgeber. Schließlich sorgte GEG-Torjäger Matthias Holzki in der 51. Minute mit seinem über Julius Krölls sehenswert herausgespielten neunten Saisontor zum 2:3-Anschluss für aufkommende Hoffnung bei den Phoenixfans. Nun standen die Troisdorfer unter Druck, hielten aber mit allen Mitteln dagegen und nahmen so selbst die eine oder andere Strafzeit in Kauf, aus welchen Grefrath kein Kapital schlagen konnte.

Bereits 123 Sekunden vor Spielende entschied GEG-Trainer Karel Lang nach einer Auszeit, seinen Keeper Rene Dömges zugunsten eines sechsten Feldspielers aus dem Tor zu nehmen und noch einmal alles auf eine Karte zu setzen. Als nur wenige Augenblicke später tatsächlich die Scheibe im Troisdorfer Tor landete, kannte der Grefrather Jubel keine Grenzen. Doch man hatte die Rechnung ohne den Zweit-Schiedsrichter gemacht, welcher seinerseits auf “Schlittschuhtor” entschied und seinen Kollegen überzeugte, den zuvor von diesem angezeigten Treffer doch nicht zu geben. So mussten sich die Feuervögel schließlich doch ihrem Schicksal fügen und den Gastgebern den glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg überlassen.

Karel Lang konnte seinem Team nach dem Spiel keinen Vorwurf machen: “Wir haben alles versucht. Nicht jeder Krimi hat ein Happy-End. Wichtiger als die Punkte ist, dass es unseren beiden verletzten Spielern Oliver Nilges und Jason Adler bald wieder besser geht”.

Trotz der Niederlage bleibt die Grefrather EG zum Jahreswechsel Tabellenführer, wenngleich die Spitzengruppe nun wieder enger zusammen gerückt ist. Weiter geht es im neuen Jahr zunächst mit einem weiteren Auswärtsspiel am Freitag, 5. Januar, bei den Dortmunder Eisadlern (20 Uhr), bevor am Sonntag, 7. Januar, um 19.30 Uhr der Vorjahresmeister EC Bergisch Land an der Grefrather Stadionstraße zu Gast ist.

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