Fehlstart in die AufstiegsrundeTroisdorf verliert zweimal

Fehlstart in die AufstiegsrundeFehlstart in die Aufstiegsrunde
Lesedauer: ca. 6 Minuten

Den Start in die Aufstiegsrunde zur 1. Liga West hatten sich die Verantwortlichen beim EHC Troisdorf natürlich anders vorgestellt. Innerhalb von nicht einmal 24 Stunden mussten das Team von Coach André Koslowski gleich zwei Niederlagen einstecken: Zunächst hatte man am Freitagabend im heimischen Icedome gegen die 1b-Vertretung der Roten Teufel mit 1:3 (0:1, 0:1, 1:1) das Nachsehen, und am Samstagnachmittag zogen die Dynamites beim Auswärtsspiel in Wiehl mit 7:12 (3:4, 2:8, 2:0) ebenfalls den Kürzeren.

Dass die Aufstiegsrunde kein Zuckerschlecken wird, dass war allen Beteiligten bereits im Vorfeld klar. Dass man gleich zum Auftakt ausgerechnet gegen zwei Teams aus der 1. Liga West ran musste, machte die Sache nicht einfacher. „In dieser Aufstiegsrunde gibt es keine leichten Spiele mehr. Hier bist du jedes Wochenende in jedem Spiel zu 100 Prozent gefordert“, betonte Koslowski. Die Runde setzt sich aus acht Teams zusammen. Als da wären die vier Bestplatzierten der Regionalliga (Reihenfolge der Platzierung): Herford, Paderborn, Troisdorf und Soest sowie die vier Letztplatzierten der 1. Liga West – der Kölner EC, Bergisch Land (Solingen), Bad Nauheim und Wiehl. Gespielt wird bis Ende März in einer Einfachrunde (Hin- und Rückspiel). Die Mannschaften, die am Ende die Plätze eins bis vier einnehmen, spielen in der kommenden Saison 2016/2017 in der 1. Liga West.

Im ersten Spiel der Aufstiegsrunde hatte es der EHC Troisdorf am Freitagabend mit der Reserve des DEL2-Clubs aus Bad Nauheim zu tun. Zu Beginn des Spiels merkte man den Hausherren den Respekt vor den aus der 1. Liga West kommenden Gästen deutlich an. Die Dynamites agierten sehr zurückhaltend und erspielten sich kaum nennenswerte Torchancen. Dies wusste das Team aus der hessischen Kurstadt auszunutzen und ging bereits früh mit 1:0 in Führung. Auch in der Folgezeit bestimmten die Roten Teufel das Geschehen auf dem Eis, die lediglich mit 14 Feldspielern und zwei Torhütern angereist waren. Da aber Troisdorf zumindest in der Defensive zunächst nichts mehr zuließ, ging es mit der knappen Gästeführung in die erste Pause. Auch im mittleren Spielabschnitt schafften es die Gastgeber nicht, ihren Respekt gegenüber dem Gegner abzulegen. Zu harmlosen blieben die Troisdorfer Angriffsbemühen, und meist beschränkte man sich darauf zu reagieren, statt selbst zu agieren. So kam es wie es kommen musste und Bad Nauheim erhöhte Mitte des Drittels auf 2:0.

Mit Beginn der letzten 20 Minuten entschloss sich dann auch der EHC Troisdorf, endlich ins Spielgeschehen einzugreifen. Gerade einmal 32 Sekunden waren im Schlussabschnitt gespielt, da nutzten die Hausherren eine Ende des zweiten Drittels gegen Bad Nauheim verhängte Strafe aus und erzielten in Überzahl durch Lucas Hubert (Zuspiel Dominik Klein) den 1:2-Anschlusstreffer. Jetzt hatte plötzlich auch für das Koslowski-Team die Aufstiegsrunde begonnen. Das Tor schien wie ein Weckruf. In der Folgezeit lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, bei dem die Dynamites den Beweis lieferten, dass man durchaus mit einem Team aus der 1. Liga West mithalten kann. Zu diesem Zeitpunkt war man definitiv näher am Ausgleich dran, als die Roten Teufel am nächsten Treffer. Dass dann aber doch das 1:3, statt das 2:2 fiel, mag der fehlenden Routine der Troisdorfer Mannschaft oder aber der Kaltschnäuzigkeit der Gäste geschuldet, die insbesondere mit den beiden Ex-Profis Martin Flemming und Martin Prada jede Menge Erfahrung aufs Eis brachten. So zogen die Hessen in der 50. Spielminute auf zwei Tore davon und ließen auch – trotz massivem Troisdorfer Druck – bis zum Schlusspfiff nichts mehr Zählbares zu.

Trotz der Auftaktniederlage in die Aufstiegsrunde war André Koslowski keinesfalls unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Das Spiel hat gezeigt, dass man auch gegen die Mannschaften der 1. Liga West nicht zurückschrecken muss. Um die Spiele jedoch am Ende gewinnen zu können, muss man 60 Minuten hoch konzentriert arbeiten und dem Gegner so wenig Chancen wie möglich bieten. Heute war der Respekt gerade zu Beginn der Partie einfach noch zu groß.“

Insbesondere den Fehler mit dem großen Respekt wollte man nicht einmal 24 Stunden später keinesfalls noch einmal machen. Schließlich hatte es der EHC auch im zweiten Spiel der Aufstiegsrunde mit einem Team aus der 1. Liga West zu tun. Die Pinguine aus Wiehl sollten es durchaus zu spüren bekommen, dass man auf Seiten Troisdorfs aus der Niederlage am Abend zuvor gelernt hatte. Selbstbewusst startete das Team von der Sieg in die Partie und bot den Gastgebern auch zwei Drittel lang Paroli. Am Ende sollte – wie meistens – der Trainer Recht behalten mit seiner Aussage, dass es auf diesem Niveau nun mal 60 und nicht nur 40 Minuten braucht, um bestehen zu können. Da dies dem EHC auch im zweiten Spiel der Aufstiegsrunde nicht gelang, verlies man das Eis am Ende auch gegen den TuS Wiehl als Verlierer.

Dabei waren die Gäste dieses Mal richtig gut gestartet, konnten einen frühen Rückstand ausgleichen (Mario Wonde) und sogar zweimal in Führung gehen (Kevin Stöhr und Max Schäfer). Die Pinguine hielten aber stets dagegen, konnten die Troisdorfer Führungstreffer jeweils egalisieren und kurz vor Ende des Drittels gar noch die 4:3-Führung erzielen.

Das zweite Drittel dürfte dann zu jenen Momenten gehören, die man am liebsten ganz schnell wieder vergisst – vor allem die ersten 240 Sekunden. Zumindest aus Troisdorfer Sicht. Viel schlechter hätte es vermutlich auch nicht laufen können, wären die Jungs um Kapitän Lucas Hubert in der Kabine geblieben. Vier Minuten waren im zweiten Spielabschnitt gespielt, da zeigte die Anzeigentafel im Wiehler Eisstadion immer noch drei Tore für Troisdorf, aber acht für den Hausherren an. Mit dem Kampfgeist des EHC war es nun völlig dahin. Nach dem siebten Wiehler Tor und gut dreieinhalb Minuten im zweiten Drittel war der Arbeitstag für Lukas Haack beendet und er wurde von Dominik Liesenfeld zwischen den Pfosten abgelöst. Zwar trafen zwischenzeitlich noch Patrick Stellmaszyk und Max Schäfer für die Dynamites, aber auch die Pinguine waren erfolgreich und trafen noch weitere viermal ins Schwarze, sodass es nach 40 gespielten Minuten bereits 12:5 für die Gastgeber aus dem Oberbergischen stand. „ Das war das schlechteste Drittel, das ich in den letzten beiden Jahren von der Mannschaft gesehen habe“, fand Coach André Koslowski deutliche Worte für die desolate Leistung seines Teams im zweiten Drittel.

Für die letzten 20 Minuten gab es für den EHC nur zwei Möglichkeiten: Entweder man ließ sich nun gänzlich hängen und das Spiel endet im Desaster, oder man reiß sich noch mal zusammen und macht das Beste draus. Troisdorf entschied sich für Letzteres und bot den Pinguinen im Schlussabschnitt noch mal die Stirn. Die Gäste gaben Wiehl kaum mehr Raum zu Entfaltung und ließen dadurch keine weiteren Gegentreffer zu. Gleichzeitig suchte man sein Glück noch mal in der Offensive und schloss zwei Angriffe durch Alexander Richard und erneut Patrick Stellmaszyk erfolgreich ab. Somit konnte man zum Schluss immerhin noch das letzte Drittel, aber leider nicht mehr das Spiel für sich entscheiden, das schließlich mit 12:7 für die Hausherren endete.

 „Uns war bewusst, dass die Aufstiegsrunde eine sehr schwere Aufgabe werden wird. Spiele können wir nur noch gewinnen, wenn wir in der Offensive alle Chancen nutzen und in der Defensive dem Gegner keine Möglichkeit bieten, sich zu entfalten. Wenn wir dies beherzigen, können wie an einem guten Tag jeden Gegner in dieser Runde schlagen. Allerdings darf sich dann keiner im Team einen Fehler erlauben und alles muss perfekt laufen“, betonte André Koslowski nach dem punktlosen Doppelwochenende. Am kommenden Wochenende ist der EHC Troisdorf nur einmal gefordert: Am Sonntag, 17. Januar, geht es zu den Bördeindianer nach Soest. Dort hoffen die Dynamites dann auf die ersten Punkte in der Aufstiegsrunde. Keine ganz unlösbare Aufgabe, immerhin schloss die Soester EG die Hauptrunde noch hinter Troisdorf ab. In den beiden Partien gegeneinander hatte der EHC jeweils knapp (5:4 und 6:5 n.P.) die Nase vorne. Allerdings sollte das Koslowski-Team auch gewarnt sein: Zum einen verlor Soest am Wochenende gegen Köln relativ eng mit 3:6 – und zum anderen beginnt die Begegnung am Sonntag bekanntlich bei 0:0. Spielbeginn in Soest ist um 19 Uhr.

Jetzt die Hockeyweb-App laden!