„Es ging so einfach nicht mehr weiter“LEV-Präsident Wolfgang Sorge zur abgebrochenen Versammlung

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Herr Sorge, Sie haben die Versammlung im Zuge des Abwahlantrages, den der Neusser SK gegen sie gestellt hat, abgebrochen. Wieso ist es dazu gekommen?

Sorge: „Wir hatten bereits im Vorfeld des Abbruches der Versammlung erklärt, dass der Abwahlantrag unzulässig gestellt worden ist. Der Anwalt des Neusser SK hat jedoch einfach weitergemacht und wollte die Mitglieder dennoch über diesen Antrag abstimmen lassen. Dies ist ihm untersagt worden. Er machte quasi als selbsternannter Versammlungsleiter trotzdem weiter, und hörte auch nicht auf, als ihm dies erneut untersagt worden war. Als dann auch der Anwalt der Düsseldorfer EG parallel dazu zusätzlich auch das Wort ergriff, ohne dass er das Rederecht hatte, habe ich zu dieser Maßnahme greifen müssen. Ich hatte bereits zuvor angedroht, zu Ordnungsmaßnahmen zu greifen, sollte es zu solchen Szenen kommen. Es ging so einfach nicht mehr weiter.“

Wie sehen Sie den weiteren Ablauf? Die Versammlung muss ja weitergeführt werden.

Sorge: „Dazu kann und möchte ich im Moment noch nichts sagen. Das ist eine Sache, die wir im Vorstand noch besprechen werden und die ich nicht alleine entscheiden werde.“

Der Abwahlantrag, der gegen sie als Präsident des LEV NRW gerichtet worden ist, ist aus formalen Gründen zurückgewiesen worden. Was war dieser formale Grund?

Sorge: „Der entscheidende Fehler war, dass es ein so genannter ,bedingter Antrag' ist, also ein Antrag, der von einer formulierten Vorbedingung abhängig ist. Und das ist nicht zulässig.“

Die Vereine ärgerten sich darüber, dass ihre Stimmenzahl gekürzt worden ist. Laut Satzung hat jeder Mitgliedsverein eine Stimme. Es können aber sukzessive bis zu sechs Zusatzstimmen hinzu kommen, je nach Anzahl der im Verein aktiven Mitglieder. Warum wurden diese Stimmen auf die eine Grundstimme beschnitten?

Sorge: „Es handelt sich wie gesagt um aktive Mitglieder. Die Vereine haben aber erklärt, dass sie nicht bei uns am Spielbetrieb teilnehmen, sondern am Spielbetrieb des Eishockey-Verbandes NRW. Damit sind sie bei uns nicht mehr aktiv.“

Aber dennoch sind die Mitglieder der Vereine ja aktiv. Unabhängig vom Verband, in dem die Mitglieder aktiv sind. Glauben Sie, dass Ihre Sicht der Dinge haltbar ist?

Sorge: „Ja, das denke ich. Die Sportler wurden von ihren Vereinen in einem anderen Verband (EHV) als aktive gemeldet, nicht bei uns. Da der Sportler nur einen Spielerpass haben kann, ist es unstreitig, wo er aktiv ist, nämlich beim EHV. Die andere Sicht halte ich für abenteuerlich.“

Sie haben beim Einlass zur Verhandlung Security-Kräfte eingesetzt. Wie kamen Sie zu der Entscheidung?

Sorge: „Ein Teil der Rebellen, ich nenne sie mal so, hatte schon bei einer Veranstaltung am 18. Januar versucht, sich Zutritt zu verschaffen. Und da diese Personen angekündigt hatten, in Dortmund zu erscheinen, sahen wir uns dazu gezwungen.“

Sehen Sie einen Ansatz zu einer Verhandlungslösung mit den Eishockey-Vereinen?

Sorge: Wenn es de facto so ist, dass der Eishockeysport durch den Eishockey-Verband NRW organisiert wird und wenn der neue Verband das auch wirklich hin bekommt – das gilt es ja auch erst einmal abzuwarten – dann wird die Eishockeysparte im LEV NRW sicher irgendwann hinfällig.

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