Eintracht siegt im erneut im Play-off-ThrillerEintracht Frankfurt

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Nach dem 6:5-Auswärtssieg nach Penaltyschießen am vergangenen Sonntag trafen sich die Eisadler und Darmstadt zum zweiten Spiel in Frankfurt.  Wie schon im ersten Spiel  war das Zusammentreffen dieser Mannschaften geprägt von hohen Einsatz und Intensität und so nahm das Spiel gleich von Beginn aus Fahrt an. Die Eintracht versuchte, von Beginn an Druck aufzubauen, und suchte eine rasche Vorentscheidung, die Gäste dagegen wollten sich unbedingt für die bittere Heimniederlage revanchieren.  Aber die Eintracht traf zuerst, nach schöner Einzelleistung überraschte Kevin Müller nach fünf Minuten die Darmstäter Abwehr inklusive Tormann mit einem Bauerntrick zum 1:0. Wer auf Seiten der Heimmannschaft hoffte, dass nun der Bann gebrochen und weitere Tore folgten  wurde enttäuscht. Denn in der Folge ergab sich ein ausgeglichenes Spiel, mit mehreren Darmstädter Torchancen. Eine davon verwertete Jan Nissen im Powerplay kurz vor der Drittelpause zum 1:1.

Im zweiten Drittel neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend auf hohem taktischem Niveau, bei der Heimmannschaft fehlte irgendwie der letzte Schritt und Einsatz. Als alles schon mit einem Unentschieden zur Pause rechnete, die eiskalte Dusche. Ex-Spieler Simon Frank traf aus kurzer Entfernung im Powerplay zum 1:2. Damit ging’s nun endgültig in die Kabine. Dort wurde es dann laut, eine flammende Rede von Kapitän Stefan Schubert an sein Team und ein paar taktischen Veränderungen von Coach Nicholas verfehlten ihre Wirkung nicht.

Aggressiv begannen die Eisadler das letzte Drittel, aber wie im ersten Spiel  erhielt die Eintracht zu Beginn zahlreiche Strafen und Darmstadt hatte bei mehrmaligen Überzahlsituation, einmal auch fast zwei Minuten mit 5:3 , die Chance den Sack zuzumachen. Doch die SGE kämpfte und die Special Teams sowie Goalie Marco Schwarzer  hielten das Team im Spiel. Dennoch tickte die Uhr wieder bedingungslos herunter und wie auch im Spiel eins war es eine der nur zwei Darmstädter Strafen kurz vor Schluss die den Adler die Chance gab. Erneut nahm Trainer Roger Nicholas zum entscheidenden Zeitpunkt eine Auszeit, um seinen Spieler etwas Luft zu verschaffen.  Es waren ja noch knapp fünf Minuten zu spielen, genug Zeit also. Das Powerplay war hart umkämpft, die Eintracht warf alles nach vorne,  Goalie Schwarzer immer mit einem Bein fast schon beim Rauslaufen zur Bank doch Darmstadt hielt den Kasten rein und kam über die Strafzeit. Nun waren nur mehr 2:40 Minute zu spielen die Eintracht kämpfte immens, Darmstadt hielt voll dagegen, hatte selbst Chancen. Die SGE konnte sich keine richtig zwingende Torchance erarbeiten, immer war ein Darmstädter Stock oder Mann dazwischen. Mehr noch, nach einem Kampf an der blauen Linie waren auf einmal zwei Gästespieler  auf und davon und nur Goalie Schwarzer und der nach hinten geflogenen Verteidiger verhinderten den wahrscheinlich finalen K.o.  Und so ging’s in die letzte Minute, der Puck wurde immer wieder nach vorne gebracht, befreit und wieder geholt. Noch 20 Sekunden, fast schien es, dass sich die Gasmannschaft schon final befreit hatte. Doch Kapitän Stefan Schubert hatte was dagegen, bändigte die Scheibe an der blauen im Drittel und spielte sie tief hinters Tor, wo Fredi Böttcher und Tim Krahforst kämpften. Mit vereinten Kräften brachten Sie die Scheibe irgendwie vors Tor. Da arbeite Victor Leip sich kurzzeitig frei und schob die Scheibe Sekunden vor dem Ende flach am Tormann vorbei. 59:48 zeigte die Stadionuhr exakt. Unbändiger Jubel bei den Spielern und Fans, und es dauerte Minuten bis sich die Spielertrauben wieder auflösten.

Wie auch in Spiel eins soll nun ein Penaltyschießen den Sieger küren, und wie vor einer Woche war die Dramaturgie ähnlich. Nach den ersten beiden Schützten Krahforst und Nissen stand es unentschieden, nur dass beide diesmal nicht trafen: Danach Eintracht-Verteidiger Hannes Braun, wieder behielt er die Nerven und verwertete frech aber sicher. Und da auch der zweite Darmstädter Schütze an Marco Schwarzer scheiterte, hatte es wieder Kevin Müller am Schläger. Cool umspielte er den Goalie, hatte das leere Tor vor sich, doch aus dem nirgendwo kam auf einmal  der Goalieschläger und stoppte den Punkt Millimeter vor der Torlinie. Ein unglaublicher Save, der das Blut der Heimmannschaft gefrieren ließ. Nun lag es am letzten Schützen der Kurstädter auszugleichen, die Zeit von der Mittellinie bis zum Tor wurde unsagbar lang, aber Marco Schwarzer behielt die Nerven, blieb gefühlt unendlich lange stehen und nötigte den Schützen zu einem Move den er sicher parierte. Was danach folgte war Erlösung pur, die Spieler entledigten sich ihrer Ausrüstung am Eis und feierten sich und die Fans ausgiebig. Die zahlreich erschienenen Eintracht-Offiziellen waren sichtlich mitgenommen , jedoch glücklich und in der Kabine wurde der Finaleinzug noch mit Fans, Angehörigen und Helfern ausgiebig gefeiert.

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