Ein Brückenschlag zu den Eissport-VereinenReaktionen aus Köln und Solingen

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Dabei kritisiert die Solinger Vorsitzende unter anderem massiv die Beschneidung der Stimmen auf eine Grundstimme. „Laut Satzung des Eissport-Verbandes NRW hätten dem EC Bergisch Land aufgrund unserer Mitgliederstärke drei Zusatzstimmen zugestanden“, sagt Rautenberg. Die Satzung sieht – bemessen an der Anzahl der aktiven Mitglieder – bis zu sechs Zusatzstimmen für einen Mitgliedsverein vor. „Wenn Herr Sorge als LEV-NRW-Präsident sagt, dass wir ja nun passive Mitglieder im LEV NRW sind, mag das für die kommende Saison so sein, weil der Spielbetrieb nun ja vom neuen Eishockey-Verband NRW durchgeführt wird, aber der in Paragraf 7 der Satzung des LEV NRW genannte Stichtag für die Bemessung der Mitgliederstärke und das Stimmrecht bei der Mitgliederversammlung ist der 1. Januar des gleichen Jahres. Zu diesem Zeitpunkt waren wir zum einen im LEV NRW aktiv, zum anderen hatten wir 152 aktive Mitglieder.“ Rautenberg weiter: „Im Umkehrschluss könnte ich ja für die Zeit vom 1. Januar bis zum 30. April alle für den Spielbetrieb fälligen Abgaben zurückfordern, wenn ich jetzt als passives Mitglied gelte.“ Sie ergänzt: „Auf der Versammlung des Jahres 2017 hätten wir nur eine Stimme. Das ist korrekt.“

Rautenberg schlägt dabei auch eine Brücke zu den anderen eissportbetreibenden Vereinen: „Es liegt nicht in unserem Interesse, den Verband in Schutt und Asche zurückzulassen. Das war und ist nicht das Ziel der Eishockeyvereine“, betont sie.

Genauso sieht es auch Rainer Maedge, der Präsident des Kölner EC. „Bei der Summe von 305.000 Euro, die im Raum steht und die vom LEV NRW zurückgefordert wird, geht es um Geld, das dem Eishockeysport zusteht. Das sage ich als Präsident des KEC und nicht als Vertreter des Eishockey-Verbandes NRW. Denn die Vereine fordern dieses Geld zurück, nicht der EHV NRW. Bei den Immobilien, die zudem im Raum stehen, kann ich als KEC-Präsident nur sagen: Davon hängt unsere Glückseligkeit nicht ab.“ Denn für Maedge ist das zukünftige Verhältnis zu den anderen Eissportarten in Nordrhein-Westfalen wichtig. „Wir sind dann in den Verbänden getrennt, haben aber gemeinsame Interessen – wie die Sanierung oder der Neubau von Eissporthallen.“ Zur abgebrochenen Sitzung sagt Maedge: „Es ist kaum noch nachzuvollziehen. Herr Sorge muss doch als LEV-NRW-Präsident merken, dass seine Basis immer dünner wird. Und neue Freunde wird er sich auf diesem Weg, wenn schon Security-Mitarbeiter am Eingang stehen, kaum machen.“ Auch das ärgerte übrigens Frauke Rautenberg maßlos. „Wenn Herr Sorge als LEV-NRW-Präsident sagt, dass die ‚Rebellen‘ versucht hätten, sich am 18. Januar Zutritt zu einer Versammlung zu verschaffen, vergisst er zu erwähnen, dass wir eine Einladung zu dieser Versammlung hatten.“ Rainer Maedge ergänzt: „Seit der Gründung des EHV NRW am 21. Oktober 2015 war nur ein halbes Jahr vergangen, als alle Eishockeyvereine aus NRW bei uns Mitglied waren. Von einer Führungskraft in einem Verband erwarte ich so viel Verantwortungsgefühl, dass man einen Schritt zur Seite macht und sich fragt, wie so etwas sein kann. Denn normalerweise sind Vereine doch froh, wenn sie mit Verbandsquerelen nichts zu tun haben. Nun haben sich aber alle Vereine für den EHV NRW entschieden.“

Wie geht es nun weiter? „Wir werden rund eine Woche brauchen, um uns abzustimmen. Ich denke, dann haben wir uns so weit koordiniert, um sagen zu können, wie wir uns das vorstellen“, sagt Maedge.

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