EHV NRW ehrt scheidenden Präsidenten Rainer Maedge – Nachfolger ist Achim StaudtSorgen durch Corona: 30-Personen-Zahl sorgt für große Probleme

Von links: Peter Schüler (Vizepräsident), Achim Staudt (Präsident), Rainer Maedge (Ehrenpräsident), Frauke Rautenberg (Vizepräsidentin), Axel Pfannenmüller (Vizepräsident). (Foto: the)Von links: Peter Schüler (Vizepräsident), Achim Staudt (Präsident), Rainer Maedge (Ehrenpräsident), Frauke Rautenberg (Vizepräsidentin), Axel Pfannenmüller (Vizepräsident). (Foto: the)
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Eine Frage konnte der neue EHV-NRW-Präsident aber nicht beantworten: Wann beginnt die Saison auf Ebene des Landesverbandes. „Am Mittwoch gibt es eine Videokonferenz mit den Vereinen der Regionalliga West“, sagt Staudt. „Wir haben zwar einige Ideen, werden aber der Konferenz nicht vorgreifen. Das ist eine Sache, die wir gemeinsam mit den Vereinen erarbeiten werden.“

EHV NRW wurde vor fünf Jahren gegründet

Vor fünf Jahren ist der Eishockey-Verband Nordrhein-Westfalen als erster reiner Eishockey-Fachverband auf Landesebene gegründet worden – in den übrigen Bundesländern erledigen mehrspartige Landeseissportverbände die regionale Arbeit. Im Streit und mit viel Arbeit machten sich damals die Eishockey-Vereine in NRW selbstständig. Rainer Maedge war neben anderen von Beginn an dabei. Der Präsident des Kölner EC übernahm im Verband erst den Posten eines Vizepräsidenten. Nach dem Rücktritt von Bernd Schnieder wurde er 2018 schließlich dessen Nachfolger als Präsident. Wie schon Schnieder seinerzeit wurde Maedge nun entsprechend geehrt und zum Ehrenpräsidenten des noch jungen Verbandes erklärt. Doch nicht nur das.

Stefan Klett, der Präsident des Landessportbundes NRW, stellte die Arbeit Maedges für das Eishockey in Nordrhein-Westfalen heraus. „Sie waren damals unter schweren Rahmenbedingungen dabei, als der Verband gegründet wurde. Sie sind aber schon seit Jahrzehnten Impulsgeber für den Eishockeysport und setzen sich maßgeblich für den Erhalt und Neubau von Eissporthallen ein. Sie sind Präsident des Kölner EC, setzen sich dort auch für den Frauensport ein und waren von 1999 bis 2004 Präsident des Stadtsportbundes Köln“, fasste Klett einige der Meriten Maegdes zusammen, der, um kürzer zu treten, nicht für eine weitere Amtszeit beim EHV NRW kandidierte. „Sie haben sich in herausragender Weise für den Sport in Nordrhein-Westfalen engagiert. Menschen wie sie, sind das Fundament für unseren Sport.“ So überreichte Klett ihm die Goldene Ehrennadel – die höchste Auszeichnung, die der Landessportbund zu vergeben hat.

Maedge unterstützte den neuen Eishockey-Verband Hessen

Tatsächlich reichte der Einfluss Maegdes über die Landesgrenzen von Nordrhein-Westfalen hinaus. Hendrik Ansink, Vizepräsident des noch jüngeren Eishockey-Verbandes Hessen, war nach Krefeld gekommen, um sich bei Maedge zu bedanken. „Dir ist das Thema Eissporthallen sehr wichtig. Das geht uns genauso. Aber um dieses Thema zu forcieren, braucht man einen starken Fachverband.“ Daher, so Ansink, suchten die Hessen Rat bei Maedge, wie man aus einem Eissportverband austreten und einen eigenen Verband gründen könnte. „Du hast uns nicht nur sofort deine Hilfe zugesagt, sondern hast uns tatsächlich tatkräftig unterstützt“, so Ansink. Allerdings verlief der Prozess in Hessen deutlich friedlicher. „Wir haben Bernhard Sturm, der jahrzehntelang Eishockey-Obmann des Hessischen Eissport-Verbandes war, zum Ehrenmitglied gemacht.“ Der Übergang in Hessen war fließend. „Wir sind seit dem 1. Januar 2020 operativ verantwortlich, aber der HEV hat für uns den Spielbetrieb der vergangenen Saison zu Ende geführt. Zur neuen Saison übernehmen wir dann komplett.“ Der neue Verband in Hessen wird mit der Rechtsanwältin Susanne Lüddecke übrigens von einer Frau geführt. Tatsächlich also frischer Wind.

Wie wichtig Maegde für das Eishockey in Nordrhein-Westfalen ist, zeigten auch die Videogrußbotschaften von DEB-Präsident Franz Reindl, DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel , Thomas Rücker, Präsident des Rheinland-Pfälzischen Eis- und Rollsport-Verbandes, und NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz.

Maedge: „Vereine leben auf einem Pulverfass“

Maedge wird dem EHV NRW weiterhin beratend zur Seite stehen und das Thema Eissporthallen weiter für den Verband leiten. „Viele Vereine leben auf einem Pulverfass. An sich ist es die Aufgabe der Kommunen, für die Sportinfrastruktur zu sorgen. Die Vereine müssen sich um die sportlichen Belange kümmern. Aber schon lange entspricht das nicht mehr der Realität. Nur weil sich einige Menschen beherzt in ihren Städten und Vereinen engagieren, werden Eissporthallen erhalten.“ Daher sagte Madge nach dem Ehrungsmarathon zu den Vereinsvertreten: „Diese Ehrungen sind genauso für Euch wie für mich.“

Das neue Präsidium wählten die anwesenden Vereine anschließend einstimmig. Achim Staudt (Krefeld), bislang Vizepräsident, wird Nachfolger von Rainer Maedge als Präsident des EHV NRW. Die Vizepräsidenten sind Frauke Rautenberg (Köln), Peter Schüller (Bergisch Gladbach) und Axel Pfannenmüller (Düsseldorf). Staudt sagte zum Abschluss: „Der Sport steht für diesen Verband im Vordergrund. Ihr als Vereine seid der Verband, wir sind die Dienstleister.“

30-Personen-Regel ist ein riesiges Problem

Die drängendste Aufgabe für die kommenden Wochen: Die 30-Personen-Regel für den Sportbetrieb in NRW zu Corona-Zeiten. LSB-Chef Klett sagte zwar, dass damit ausschließlich die Spieler beider Teams gemeint seien, doch viele Kommunen zählen auch die Schiedsrichter, Sanitäter, Trainer und Betreuer dazu. So sagte Klett: „Es muss eine sportartenspezifische Lösung geben.“ Und Staudt nahm sehr wohl wahr, dass der Westdeutsche Hockey-Verband ebenfalls bereits eine Erhöhung der Zahl auf 34 beantragt hat. Eishockey mit einer streng ausgelegten 30-Personen-Regel ist jedenfalls nicht möglich.

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