EHC Neuwied zeigt denkwürdige Aufholjagd9:6-Sieg bei Soester EG nach 1:5-Rückstand

Als Martin Brabec in Soest in der 47. Minute traf, hatte der EHC den 1:5-Rückstand in einen 6:5-Vorsprung gewandelt. Die Bördeindianer glichen zwar noch einmal aus, aber die Bären hatten den längeren Atem. (Foto: Verein)Als Martin Brabec in Soest in der 47. Minute traf, hatte der EHC den 1:5-Rückstand in einen 6:5-Vorsprung gewandelt. Die Bördeindianer glichen zwar noch einmal aus, aber die Bären hatten den längeren Atem. (Foto: Verein)
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Wie schon am Freitag nach dem Fehlstart in Neuss bewiesen die Bären einen schier unerschöpflichen Vorrat an Moral. „Die Einstellung der Mannschaft hat mir sehr gut gefallen, die Jungs haben nie aufgegeben“, sagte Daniel Benske nach dem Auswärtserfolg gegen eine Mannschaft, die sich in den Vorwochen mit drei Siegen in Folge auf den vierten Rang verbessert hatte und demnach momentan mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet ist.

Vor den beiden Dritteln, die den Trainer so überzeugten, lagen auch 20 Minuten, in denen es für die Bären nicht nach Plan lief. Der Tscheche Martin Benes traf zum 1:0 für Soest (4.), Simon Tambosi zum 2:0 (8.), Thomas Ehlert zum 3:0 (17.), Benes sogar zum 4:0 (31.) – das saß. „Da waren wir natürlich alle erst einmal richtig bedient, zumal wir auch gute Chancen besaßen, diese allerdings vergaben. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie immer weitermachen muss“, berichtete Benske. Seine Mannschaft machte nicht nur weiter, sie legte nun erst wie entfesselt los.

Dennis Appelhans brach den Bann und eröffnete 28 verbleibende Minuten, die denkwürdig wurden. Zunächst waren aber noch einmal die Bördeindianer an der Reihe. Simon Tambosi stellte mit dem 5:1 den alten Abstand wieder her (36.). Der Zwischenstand ließ Soest fast schon wie der sichere Sieger aussehen, aber dann kam geballte Neuwieder Willenskraft. „Von da an haben wir genau das umgesetzt, was wir wollten“, merkte der EHC-Coach an. Michael Jamieson (37.) und Maximilian Wasser (39.) brachten die Gäste ausgangs des zweiten Drittels in eine Ausgangssituation, die sie wieder hoffen ließ. Und als Deion Müller, nach einer abgesessenen Disziplinarstrafe besonders angestachelt, per Doppelpack egalisierte (41., 46.) war die erste Spielhälfte ausgemerzt. Neuwied, ohne Kevin Wilson sowie den kurzfristig mit Fieber und Schüttelfrost ausgefallenen Dennis Schlicht, hatte Oberwasser und ging durch Martin Brabec zum ersten Mal in Führung (47.), die jedoch auch nicht lange halten sollte. Benes erzielte mit einem Konter seinen dritten Treffer und das 6:5 (52.). Auszeit Soest. Ausrichten für die Schlussphase, in der die Bären alles richtig machten. Sie überstanden das letzte Unterzahlspiel und beendeten die Begegnung sinnbildlich für das gesamte Wochenende. Mit einem Torspektakel außergewöhnlicher Natur. Trainer Benske schärfte während seinem Time-Out anderthalb Minuten vor der Schlusssirene noch einmal die Sinne seiner Schützlinge wohlwissend, dass der nächste Fehler die Entscheidung bringen dürfte. Und was in 56 Sekunden Eishockey so alles passieren kann, bekamen die knapp 200 Zuschauer im Eissportzentrum Möhnesee dann zu sehen: Kapitän Stephan Fröhlich hatte bis dahin noch nicht getroffen, tat dies zum 7:6 (59.) und Kevin Appelhans (60.) sowie Daniel Pering in der Schlusssekunde wollten nichts mehr dem Zufall überlassen.

„Ab dem zweiten Drittel haben wir uns diese drei Punkte absolut verdient, da waren wir da. Wenn wir die ersten 20 Minuten ausklammern, steht da ein 9:3 – das würde passen. An so Phasen wie zu Beginn müssen und werden wir arbeiten. Das kannst du nicht jede Woche kompensieren“, war der eingangs bediente Benske genauso wie seine Spieler auf der Heimfahrt dann doch wieder deutlich zufriedener. Der letzte Eindruck, und vor allem die Comeback-Qualitäten sind das, was die Bären als gute Erinnerungen aus Soest mitnahmen. Genauso wie drei weitere Punkte und mindestens fünf weitere Übernachtungen an der Tabellenspitze.

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