EHC Neuwied unterliegt den Heerenveen FlyersSpecial Teams machen den Unterschied

Tjaard Jansen, der Vertreter des verletzten Jan Guryca, schnappt sich diesen Schuss der Gäste mit der Fanghand. Viermal musste er den Puck passieren lassen. (Foto: EHC Neuwied)Tjaard Jansen, der Vertreter des verletzten Jan Guryca, schnappt sich diesen Schuss der Gäste mit der Fanghand. Viermal musste er den Puck passieren lassen. (Foto: EHC Neuwied)
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Trainer Andreas Lupzig setzte mit veränderten Zusammenstellungen ein erstes Zeichen und hoffte auf Besserung. Gegenüber dem Heimspiel gegen die Leuven Chiefs rückte Tobias Etzel an die Seite von Kevin Lavallee und Jeff Smith in die erste Reihe. In der zweiten Formation stürmten Maximilian Wasser und Jack DeBoer neben Thorben Beeg, während dort Janeck Sperling aufgrund einer studienbedingten Pflichtveranstaltung fehlte. Tom Chetik, Björn Asbach sowie Joshua Stephens bildeten die dritte Linie, während das Duo Xaver Hochstraßer und Kirill Litvinov keine Eiszeit erhielt.

Da beide Mannschaften nicht unbedingt vielversprechend in die Saison gestartet waren, überraschte es wenig, dass sie zunächst darauf bedacht waren, Fehler zu vermeiden. Die verhaltene Anfangsphase mit reichlich Einsatz, aber gebremsten Schaum in der Offensive beendete Maximilian Rieger mit einem Open-Ice-Hit in der neutralen Zone. Danach stiegen die Intensität und die Anzahl der Spannungsmomente. Kevin Lavallee besaß die erste nennenswerte Chance im ersten Abschnitt, als er nach einem Solo an Martijn Oosterwijk scheiterte (12.).  Nur eine Minute später verhinderte Tjaard Jansen im Neuwieder Tor gegen Henri Ruotsalainen den Rückstand. Am torlosen Remis zur ersten Pause hatten beide Seiten nichts auszusetzen.

Dieses Ergebnis hielten die Bären im Mitteldrittel nur 69 Sekunden. Verteidiger Lowie Vreys traf zum 0:1. Der Rückstand verunsichert den EHC in den Minuten danach. Die Bären mussten sich schütteln und in Unterzahl den zweiten Gegentreffer schlucken. Heerenveens Kapitän Jasper Nordemann erhöhte (28.). Gegen Mitte der Spielzeit kamen die Gastgeber besser in die Begegnung. Die Reihe mit Beeg, Wasser und DeBoer sorgte mit einem starken Wechsel für eine EHC-Druckphase, dann scheiterte Lavallee aus naher Distanz an Osterwijk und Thorben Beeg besorgte den Anschluss. An der eigenen blauen Linie eroberte der Neuwieder Angreifer mit der Rückennummer 19 die Scheibe, setzte sich mit einem entschlossenen Solo durch und vollstreckte kaltschnäuzig (38.). „Wir haben sehr viel investiert, Belohnung dafür gab es null“, sagte Bären-Trainer Andreas Lupzig zum zweiten Drittel. Besonders bitter und schmerzvoll für die Gastgeber: Während sie auf den Ausgleich hofften, trafen die Flyers zu einem Zeitpunkt, der die Deichstädter wie ein Tiefschlag traf. 3,3 Sekunden standen im zweiten Drittel noch auf der Hallenuhr, als Jesse Barwell jubelte. „Ein billiges Tor“, ärgerte sich Lupzig später.

Gästetrainer Michael Nason brachte in seiner Analyse den entscheidenden Unterschied auf den Punkt: „In einem engen Spiel haben die Über- und Unterzahlformationen den Ausschlag gegeben.“ Und zwar für seine Mannschaft. Die Niederländer verwerteten zwei von drei Powerplays. Heerenveens viertes und letztes Tor des Abends vor 649 Zuschauern fiel erneut in Überzahl. Barwell traf zum zweiten Mal und setzte den EHC endgültig schachmatt (53.). Trainer Lupzig sah trotzdem einen Grundstein gelegt: „Wir haben mit Leidenschaft und Bereitschaft gespielt, und wenn wir so arbeiten, kommen wir da raus. Das ist keine Floskel, sondern davon bin ich überzeugt.“


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