EHC Neuwied und Menzel sind die Gewinner des Abends11:1-Erfolg gegen den Neusser EV

Fabian Hast steuerte bei seinem EHC-Debüt zwei Vorlagen bei. (Foto: Neuwieder Bären)Fabian Hast steuerte bei seinem EHC-Debüt zwei Vorlagen bei. (Foto: Neuwieder Bären)
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Oder die vorbildliche Aktion in bester Sportsmann-Manier von NEV-Stürmer Joey Max Menzel, der sich im Regionalligaspiel beim EHC „Die Bären“ 2016 Neuwied den Fairplay-Preis verdiente. Die drei Punkte gingen am Freitagabend vor 546 Zuschauern an die Neuwieder, die sich mit 11:1 (4:0, 2:1, 5:0) durchsetzten, aber zu den Siegern zählte auch der Gästeangreifer mit der Nummer 64 auf dem Trikot, der als Anerkennung die Auszeichnung zum Spieler des Spiels erhielt.

Was war passiert? Es läuft die 16. Minute im Icehouse. Vor dem von Markus Endress gehüteten Neusser Kasten wird es rudelig, als Schiedsrichter Marcus Hahn in Erscheinung tritt und wohl als einziger in der Bärenhöhle einen Stockstich von Sven Schlicht sieht. Nun schreibt dieses Vergehen im Eishockey zwangsläufig (mindestens) eine Spieldauer-Disziplinarstrafe vor. Es kommt der Moment, in dem Menzel wahre Größe beweist und Hahn klarmacht – oder es zumindest versucht -, dass dieses Foul keine große Strafe zur Folge haben sollte. Hahn wimmelt Menzel ab, bleibt bei seinem überdimensionierten Urteil. Der Neusser macht sich mit seiner Geste zu einem Gewinner des Abends. Den Herren mit Pfeife und in Schwarz-Weiß bleibt das genaue Gegenteil.

Die anschließende Fünf-Minuten-Überzahl der Gäste brachte nichts ein, und überhaupt hatte der EHC in dieser Begegnung fast alles im Griff. „Wir wollten die drei Punkte und haben sie geholt“, so die kurze und klare Zusammenfassung von Bären-Trainer Leos Sulak. Mit 4:7 hatte seine Mannschaft kurz vor Weihnachten in Neuss eine Bauchlandung erfahren. Diesmal lief die Begegnung von Anfang an anders, auch wegen der Begleitumstände, die den Gästen zu schaffen machten. „Wir hatten sieben Corona-Fälle in der Mannschaft, konnten drei Wochen lang nicht trainieren. Allmählich kommen die Jungs zurück“, erklärte Trainer Sebastian Geisler, der aus zehn Feldspielern gerade einmal zwei Blöcke bilden konnte.

Bei den Neuwiedern fehlten zwar weiterhin die Langzeitverletzten Dennis Berk, Tobias Etzel, Stephan Fröhlich und Maximilian Wasser, aber trotzdem kommt die Mannschaft mittlerweile ausgeglichener daher als noch vor wenigen Wochen. Sechs Spieler trafen beim jederzeit ungefährdeten zweistelligen Heimsieg. Am häufigsten Björn Asbach und Daniel Vlach, die jeweils dreimal einnetzten. Zwei Vorlagen steuerte der schwedische Debütant Fabian Hast bei, der seine technischen Veranlagungen zeigte, „aber auch noch etwas Trainingsrückstand hat“, wie Trainer Sulak anmerkte. „Es war ein gutes Spiel, um etwas auszuprobieren und die beiden neuen Imports zu integrieren. Manche Situationen sind schon richtig gut gelungen, manche nicht. Aber das ist doch vollkommen normal“, sagte Manager Carsten Billigmann.

Mit 4:0 lagen die Bären nach 20 Minuten vorne. Sie dominierten das erste Drittel, in dem Neuss erst nach acht Minuten den ersten Schuss auf Felix Köllejan abgab. Im zweiten Durchgang agierten die Gastgeber nicht mehr so druckvoll. Sie kassierten per Konter das Gegentor zum 4:1, hatten aber unverändert alles unter Kontrolle. Mit zunehmender Spielzeit gingen dem NEV die Kräfte aus, während der EHC nochmal aufs Gaspedal drückte und das Ergebnis in den zweistelligen Bereich schraubte. Dustin Schneider machte mit seinem ersten Tor in der Bärenhöhle die zehn voll, Björn Asbach setzte den Schlusspunkt.

Ob die Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Sven Schlicht derweil eine Sperre für das Heimspiel gegen die Dinslakener Kobras am kommenden Freitag nach sich zieht, liegt nun in Händen der Ligaleitung. Der EHC hat jedenfalls eine Zusatzmeldung zu dem Zwischenfall aus der 16. Minute eingereicht.

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