EHC Neuwied gewinnt bei der EG Diez-Limburg mit 8:2Bären dominieren in allen Bereichen

Deion Müller eröffnete mit dem Tor zum 4:0 für den EHC das fulminante Neuwieder Mitteldrittel. (Foto: Neuwieder Bären)Deion Müller eröffnete mit dem Tor zum 4:0 für den EHC das fulminante Neuwieder Mitteldrittel. (Foto: Neuwieder Bären)
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Viele enge Derbys zwischen den Rockets von der Lahn und dem EHC „Die Bären“ 2016 Neuwied hatte es in den vergangenen Jahren gegeben, aber diesmal beherrschten die Neuwieder ihren Gegner nach Belieben. Von der ersten Minute an, sagt man in solchen Fällen gerne einmal etwas vorschnell. Aber auf dieses Nachbarschaftsduell in der Eishockey-Regionalliga West traf es auch mit dem Blick auf die Hallenuhr zu. Mit 2:0 führte der EHC nach zwei Schüssen und zweieinhalb Minuten. Dass die wie entfesselt aufspielenden Deichstädter beim 8:2-Kantersieg nicht zweistellig gewannen, hatten die Einheimischen einzig und allein ihrem Torhüter Constantin Schönfelder zu verdanken, der für die EGDL noch Schlimmeres verhinderte.

„Am Anfang hatten wir das nötige Schussglück“, freute sich Benske über den frühen Doppelschlag durch Michael Jamieson (2.) und Frederic Hellmann (3.). Was danach kam, hatte nichts mehr mit Glück zu tun. Die Blau-Weißen zockten nach Herzenslust, spielten ihre Gegner insbesondere im zweiten Drittel schwindelig. Aber davor musste auch Felix Köllejan sein Können zwei-, dreimal beweisen. Mit einer sensationellen Parade entschärfte er unter anderem den Schuss des Ex-Neuwieders André Bruch (8.), beim Versuch von Konstantin Firsanov (14.) klärte das Lattenkreuz des EHC-Kastens. Viel mehr ließen die spielerisch, organisatorisch und kämpferisch überlegenen Gäste hinten nicht zu im ersten Abschnitt und hätten bei mehreren Kontergelegenheiten die Führung sogar noch weiter ausbauen können. Das tat Maximilian Wasser in der 16. Minute. Ein Diagonalpass in einen nicht optimalen EGDL-Wechsel ermöglichte es, relativ einfach ins Drittel der Rockets zu gelangen, und nach einer Passstafette über Stephan Fröhlich sowie Michael Jamieson erhöhte Wasser auf 3:0.

Es zermürbt einen Gegner, der sich in der Pause viel vornimmt, den Rückstand aufholen will und dann nur 45 Sekunden nach Wiederbeginn schon wieder die Scheibe aus dem Netz holen muss. Deion Müller sorgte für das 0:4 und versetzte den Raketen zeitig den Todesstoß. Die haben zwar schon fulminante Aufholjagden gezeigt in dieser Saison – zum Beispiel im Heimspiel gegen Meister Herford – aber an eine Neuauflage war diesmal nicht zu denken. Im Gegenteil. Bei den Diezern und Limburgern brachen nun alle Dämme. Stephan Fröhlich (26.), Martin Brabec (26.) und Michael Jamieson (28.) führten die Mannschaft von Jens Hergt mit den Toren zum 0:5, 0:6 und 0:7 vor. Der frühere Bären-Trainer nahm nach dem halben Dutzend die Auszeit, sie änderte nicht viel. Das Derby, das schon häufig erst in den letzten Minuten seine Entscheidung fand, war nach nicht einmal der Hälfte der Spielzeit entschieden.

Die Art und Weise machte Jens Hergt fassungslos, sodass er nach Spielende Tacheles redete: „Wir haben heute sämtliche Tugenden, die zum Eishockey gehören, vermissen lassen. Wir reden, reden und reden seit Wochen – und nichts wird umgesetzt. Wir hantieren bisschen mit dem Schläger herum, anstatt zwei Schritte zu laufen und auf den Mann zu gehen. Diese Schönspielerei reicht in einem Derby nicht. Hoffentlich wachen unsere Spieler endlich auf. Sie haben es gut bei uns, und das muss man auch zurückgeben. Bis zum Spiel gegen Hamm haben sie zwei Tage Zeit sich zu überlegen, was sie veranstaltet haben.“ Dass mit Pablo Gimenez der jüngste Spieler der Heimmannschaft die Auszeichnung als ihr bester Spieler des Abends erhielt, war nicht nur der Lohn für das zwischenzeitliche 1:7 (40.) durch den 19-jährigen Förderlizenzler aus Bad Nauheim, sondern auch ein klares Zeichen dafür, dass die etablierten Kräfte blass blieben.

Nach Gimenez‘ 1:7 wich im Schlussdrittel die Luft ein wenig aus der Begegnung. Tobias Schwab erzielte in der 55. Minute den zweiten Rockets-Treffer, der die Bären noch einmal anstachelte. Sie setzten den Schlusspunkt durch Maximilian Wasser (56.). „Dieser Sieg war nicht nur wegen des Derbys wichtig, sondern auch, weil wir zuletzt zweimal nicht überzeugt haben. Das Ergebnis wird noch bemerkenswerter durch die Ausfälle von Christian Neumann, Tobias Etzel, Robin Schütz und Jendrik Allendorf, wobei Felix Köllejan natürlich sehr stark gehalten hat. Außerdem waren vier weitere unserer Spieler angeschlagen und konnten unter der Woche teilweise nicht trainieren“, ließ Daniel Benske wissen. „Bei uns“, so die Statusmeldung Jens Hergts, „waren am Dienstag zehn und am Donnerstag zwölf Leute im Training.“ Als Ausrede zog er diesen Fakt nicht heran. Neuwied wollte diesen Derbysieg einfach mehr und hatte in sämtlicher Hinsicht die Nase vorne. „Aber das“, darüber ist sich Benske im Klaren, „kann beim nächsten Mal schon wieder ganz anders sein. Diez-Limburg ist und bleibt eine Top-Mannschaft.“

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