EHC macht vor ausverkaufter Bärenhöhle Aufstieg perfektEHC Neuwied

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1380 Fans in der ausverkauften Bärenhöhle sorgten für eine unbeschreibliche Atmosphäre und sendeten zudem ein starkes Signal: Dieser EHC Neuwied hat Außergewöhnliches geleistet und weiß die Menschen in der Region hinter sich.

„Was soll man zu einer solchen Kulisse noch sagen? Das war einfach unbeschreiblich“, sagte EHC-Trainer Arno Lörsch. „Von meiner Position auf der Trainerbank aus kann man das nur aufsaugen und genießen.“ Gut möglich, dass diese Kulisse auch die Gäste aus Ratingen beeindruckt hatte. Immerhin hatten die Ice Aliens das Heimspiel gegen Neuwied noch mit 11:2 gewonnen. Doch an diesem Abend war gegen diese Fans und gegen eine grandios aufspielende Bärenmannschaft nichts zu holen. „Die Stimmung hier in Neuwied war fantastisch“, sagte Ratingens Trainer Janusz Wilczek. „Wenn man dann auch noch gewinnt, kann man das natürlich doppelt genießen.“

Die Bären gingen von Beginn an ein sehr hohes Tempo, wirkten wie aufgekratzt, angespornt von der Kulisse – vergaßen dabei aber nicht, auch defensiv auf der Hut zu sein. Obendrein spielte den Neuwiedern in die Karten, dass man gleich die beiden ersten Überzahlsituationen zu Toren nutzen konnte. Andrew Love machte in Minute vier den Anfang – der Kanadier war nach seiner Sperre von vier Spielen aus dem Hinspiel in Ratingen erstmals wieder im Kader und stellte seine Gegenspieler immer wieder vor unlösbare Aufgaben. Gleiches galt für Brian Gibbons, der in der 10. Minute das 2:0 nachlegte. Doch an diesem Abend einzelne Spieler herauszustellen würde dem Rest des Teams Unrecht tun – die gesamte Mannschaft zeigte eine überragende Leistung. „War das unsere beste Saisonleistung heute“, fragte Arno Lörsch nach Spielende, um die Frage im gleichen Atemzug selbst zu beantworten: „Ich glaube schon.“

Unübersehbar hatte sich Neuwied einen Plan für dieses Spiel zurecht gelegt, mit dem man Ratingen zu Beginn der Partie keine Luft zum Atmen ließ. „Ich denke, wir haben sie schon ein wenig überrascht“, glaubte auch Lörsch. „Unsere Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Minute eine überragende Leistung gezeigt und sich an unseren Spielplan gehalten. Man hat von Beginn an gespürt, dass sich die Jungs da draußen wohlfühlen und Spaß an diesem Spiel haben.“

Dieser Spaß ging auch im zweiten Drittel nicht verloren, wenngleich Ratingen nun besser ins Spiel kam. Zwar hatte Andre Bruch auf starke Vorarbeit von Kapitän Willi Hamann zunächst auf 3:0 erhöht (24.), doch die Gäste kamen in Überzahl zum nicht unverdienten Anschlusstreffer durch Jan Nekvinda (37.). In dieser Phase hätte die Partie durchaus kippen können, wäre da nicht Alexander Rodens im Kasten des EHC gewesen, der gleich mehrfach klarste Torchancen der Ice Aliens vereitelte. Als zudem Brian Gibbons 23 Sekunden vor der zweiten Drittelpause das 4:1 markierte (40.), war dies ein klares Signal an Ratingen nach dem Motto: Uns kriegt Ihr hier heute nicht gestoppt!

„Das war ein sehr schnelles Spiel, in dem wir nicht konsequent genug am Mann gespielt haben“, sagte Gästetrainer Wilczek. „Zudem waren wir heute im Abschluss einfach zu schwach.“ Im Bärenlager wurde es erst wieder hektisch, als Alexander Bill in der 57. Minute auf 5:1 erhöhte und endgültig feststand, dass man dieses Spiel gewinnen würde. „Ist das so? Ich habe vorher nicht durchgerechnet“, sagte EHC-Trainer Arno Lörsch, als er kurz vor Schluss gefragt wurde: „Wir sind doch damit aufgestiegen, oder?“ So ganz konnten die Neuwieder ihr frühes Glück gar nicht fassen.

„Ich beschäftige mich nur mit dem nächsten Spiel und mache vorher keine Rechenspiele“, sagte Lörsch. Doch die Tabelle lügt nicht: Mit diesem Sieg ist man von einem Aufstiegsplatz nicht mehr zu verdrängen – der EHC feierte noch lange nach Spielschluss gemeinsam mit den Fans die Rückkehr in die Oberliga.

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