EHC erlebt ein Déjà-vuRückspiel gegen Wiehl

EHC erlebt ein Déjà-vuEHC erlebt ein Déjà-vu
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Ein Fußballspiel dauert – wie uns einst Sepp Herberger lehrte – 90 Minuten. Ein Eishockeyspiel hingegen geht über drei Drittel. Eine Tatsache, die der EHC Troisdorf insbesondere bei Aufeinandertreffen mit dem TuS Wiehl noch nicht wirklich verinnerlicht zu haben scheint. Andersherum könnte man für die Aufstiegsrunde zur 1. Liga West auch festhalten, dass die Dynamites und das zweite Drittel bislang noch keine Freunde geworden sind. Da es aber auf diesem Niveau nicht reicht, lediglich im ersten und dritten Drittel gutes Eishockey zu spielen, war es am Freitagabend im Troisdorfer Icedome erneut der Gegner aus dem Oberbergischen, der das Eis als Sieger verließ. 3:8 (1:2, 0:5, 2:1) hieß es am Ende aus Sicht der Gastgeber, die damit auch nach dem fünften Spiel ohne Punkte bleiben und der Konkurrenz in der Pokalrunde weiterhin nur hinterher laufen.

Schon bei der bitteren 7:12-Niederlage im Hinspiel in Wiehl war es der desolate Auftritt im mittleren Spielabschnitt, der dem Team von André Koslowski am Ende die möglichen Punkte kostete und den Trainer dazu hinreißen ließ, vom „schlechtesten Drittel“ zu sprechen, dass er von seiner Mannschaft je gesehen habe. Nicht zuletzt deshalb dürfte nun das Rückspiel in Troisdorf für den Übungsleiter eine Art Déjà-vu gewesen sein.

Auch dieses Mal begann Troisdorf stark und setzte Wiehl von Beginn an unter Druck. Die Hausherren präsentierten sich hoch konzentriert und aggressiv, machten die Räume eng und störten das Wiehler Spiel meist schon im Ansatz. Dennoch waren es die Pinguine, die zum ersten Torerfolg kamen: In der fünften  Spielminute nutzten die Gäste eine Strafzeit gegen Troisdorf aus und gingen in Überzahl mit 1:0 in Führung. Der EHC ließ sich dadurch jedoch nicht beeindrucken, hielt weiter an seiner Linie fest und erspielte sich zahlreiche Chancen. Eine davon konnte dann Sebastian Kleimann nutzten, der in den zwölften Minute den verdienten Ausgleich besorgte. Troisdorf spielte zwar gut, musste sich in dieser Phase der Partie aber einmal mehr den Vorwurf gefallen lassen, dass man einfach zu leichtfertig mit den zahlreichen Tormöglichkeiten umging. „Wie schon in mehreren Spielen zuvor war unsere Chancenverwertung nicht gut“, konstatierte Koslowski. Während die Dynamites das Ziel permanent verfehlten, zeigten sich die Wiehler hingegen eiskalt, trafen kurz vor Ende des ersten Drittels zum 2:1 und gingen so mit einer Führung in die Pause.

Der zweite Wiehler Treffer schien Wirkung gezeigt zu haben, denn Troisdorf war nun völlig von der Rolle. Alles, was das Team in den ersten 20 Spielminuten noch auszeichnete, war plötzlich weg. So ließen die Gastgeber im zweiten Drittel gänzlich jede Spielintelligenz wie auch jeden Einsatz vermissen. Die Gäste nutzten die Freiräume, die sich ihnen boten, gekonnt aus und zogen bereits kurz nach Wiederanpfiff mit einem Doppelschlag auf 4:1 davon. Auch danach hatte Troisdorf nur wenig entgegenzusetzen, und so bauten die Pinguine den Vorsprung – zum Entsetzen der Troisdorfer Anhänger – bis zur zweiten Pause gar auf 7:1 aus. „Im zweiten Drittel haben wir Wiehl nach Belieben schalten und walten lassen. Irgendwie schien es, als habe bei uns jemand in der ersten Drittelpause den Stecker gezogen“, konnte sich der EHC-Coach die desolate Leistung seiner Mannschaft im Mittelabschnitt nicht wirklich erklären.

Zum letzten Drittel schien die Stromverbindung dann aber wieder hergestellt zu sein. Troisdorf fand nun zurück ins Spiel und schürte sogar noch mal Hoffnung, die Partie noch drehen zu können. Kaum zurück auf dem Eis, verkürzten die Gastgeber zunächst durch Mario Wonde und dann durch Justyn Tursas innerhalb von gut einer Minute auf 3:7. Allerdings blieb die ganz große Aufholjagd leider aus. Dies lag in der Folgezeit gar nicht am spielerischen Glanz des EHC, sondern vielmehr erneut an der schlechten Chancenauswertung der Troisdorfer Offensive. Den Hausherren lief so langsam die Zeit davon. Außerdem baute jeder nicht verwertete Angriff den Gegner wieder auf, der schließlich in der 52. Spielminute das 8:3 erzielte und den Dynamites damit endgültig die Zündschnur kappte.

„Leider hat sich der gute Einsatz im ersten und im letzten Drittel nicht in Punkten ausgezahlt“, sagte André Koslowski, der trotz des schlechten zweiten Drittels erneut einen Aufwärtstrend bei seiner Mannschaft feststellen konnte. „Dennoch müssen wir für die kommenden Spiele versuchen, unsere Chancen mehr zu nutzen und die Fehlerquote in der Defensive zu verringern“, so der Coach, der weiter davon überzeugt ist, dass seine Mannschaft in den noch verbleibenden neun Spielen der Aufstiegsrunde zur 1. Liga West noch den einen oder anderen Favoriten ärgern und die Punkte mitnehmen wird. Die nächste Gelegenheit dazu hat der EHC bereits am kommenden Freitag, 5. Februar, bei der Partie in Solingen. Gegen die Raptors vom EC Bergisch Land ist Troisdorf erneut der Außenseiter. Sollten die Dynamites die Vorgaben ihres Trainers beherzigen und ihre Leistung über die gesamten drei Drittel abrufen, dann ist ja vielleicht eine Überraschung möglich. Spielbeginn in der Eissporthalle Solingen ist um 20 Uhr.

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