Dynamites gehen mit zwei Siegen in die WeihnachtspauseBad Nauheim erster Gegner in der nächsten Runde

Dynamites gehen mit zwei Siegen in die WeihnachtspauseDynamites gehen mit zwei Siegen in die Weihnachtspause
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Für die Spieler und Verantwortlichen des EHC Troisdorf kann Weihnachten kommen. Kurz vor dem Fest hat sich das Team von André Koslowski das erste Geschenk selbst gemacht. Oder besser gesagt: zwei Geschenke. Zum Abschluss der Hauptrunde der NRW-Regionalliga mussten die Dynamites am letzten Spielwochenende gleich zwei Mal ran und meisterten beide Aufgaben mit Bravour. Zunächst schickte man am Freitag die 1b-Vertretung des Neusser EV mit 10:1 (4:0, 3:0, 3:1) wieder nach Hause. Und auch beim „Finale um Platz drei“ am Sonntag in Soest, verließ der EHC das Eis am Ende als Sieger. Allerdings fiel die Entscheidung dort erst im Penaltyschießen, nachdem es nach regulärer Spielzeit 5:5 (2:1, 2:1, 1:3) gestanden hatte.

Beim letzten Auftritt im heimischen Icedome im Kalenderjahr 2015 meinte es Troisdorf noch mal besonders gut mit seinen Fans und bescherte den Zuschauern gegen Neuss ein echtes Torfestival. Am Ende waren es nicht nur neun Tore Differenz, die zwischen beiden Teams lagen, sondern gefühlt auch mindestens eine Liga, die den Leistungsunterschied ausmachte. Schon im ersten Drittel sorgten die Hausherren für klare Verhältnisse und schossen in Person von Sebastian Kleimann, Justyn Tursas, Daniel Kolvenbach und Mario Wonde einen sicheren 4:0-Vorsprung heraus. In eher schlechter Erinnerung wird dieses erste Drittel wohl EHC-Verteidiger Dano Janßen behalten, der durch einen „hohen Stock“ zwei Zähne verlor. Keinesfalls zahnlos hingegen präsentierte sich die Troisdorfer Offensive auch im zweiten Spielabschnitt – und biss gleich mehrfach herzhaft zu: Erneut Justyn Tursas, Lucas Hubert und Dominik Klein schraubten das Ergebnis weiter nach oben. Da fiel es auch kaum ins Gewicht, dass die Gäste zu Beginn des letzten Drittels eine 5:3-Überzahlsituation ausnutzten und den Ehrentreffer erzielten. In der Folgezeit spielte dann wieder nur noch der EHC und sorgte mit weiteren Treffern für klare Verhältnisse. Lucas Hubert, Max Schäfer und Alexander Richard machten den 10er-Pack schließlich perfekt.

Nur gut 48 Stunden nach dem Erfolg über Neuss, mussten die Spieler des EHC Troisdorf erneut in ihre Ausrüstungen schlüpfen. Zum Hauptrundenabschluss ging es nach Soest. Obwohl beide Teams bereits im Vorfeld für die Aufstiegsrunde qualifiziert waren, steckte in der Partie durchaus noch Brisanz, ging es immerhin um den Bronzeplatz in der Tabelle hinter den beiden Top-Teams aus Herford und Paderborn. Troisdorf begann druckvoll und ging bereits in der 3. Spielminute durch Daniel Fegus verdient mit 1:0 in Führung. Auch in der Folgezeit waren die Gäste zunächst klar das bessere Team und bestimmten das Spiel fast nach belieben. Allerdings versäumte man es in dieser Phase mehr aus den Möglichkeiten zu machen und ließ gleich mehrere gute Torchancen ungenutzt liegen. Dies sollte sich rächen: In der 8. Spielminute war es eine Unachtsamkeit in der EHC-Defensive, die die Bördeindianer ins Spiel brachte und für den überraschenden Ausgleich sorgte. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt und Troisdorf plötzlich völlig verunsichert. Die Mannschaft von André Koslowski gab die Partie nun gänzlich aus der Hand und überlies der Soester EG das Kommando. Diese nahm dankend an, erspielte sich zahlreiche Chancen und ging schließlich kurz vor Ende des ersten Drittels mit 2:1 in Führung.

Auch im zweiten Drittel fanden die Dynamites zunächst nicht den berühmten Hebel, den es umzulegen galt. Soest spielte weiter frech nach vorne und zog auf 4:1 davon. Gut neun Minuten vor Drittelende schöpfte Troisdorf dann wieder Hoffnung, nachdem EHC-Verteidiger Victor Zimmermann auf 2:4 verkürzte. Mit diesem Ergebnis ging es in die letzte Pause.

Der dritte Spielabschnitt war gerade einmal zweieinhalb Minuten alt, da jubelten erneut die Gäste von der Sieg: Dieses Mal brillierte Zimmermann als Vorlagengeber für Sven Walterscheid, der zum 3:4 einschoss. Die Gäste drängten nun auf den Ausgleich, wurden aber zunächst für ihre Offensivbemühungen nicht belohnt. Schließlich dauerte es bis zur 55. Spielminute, bis die schwarze Hartgummischeibe doch noch den Weg ins Soester Tor fand: Geburtstagskind Lucas Hubert beschenkte sich selbst und sein Team und markierte den 4:4-Ausgleichstreffer. Das aber sollte es noch lange nicht gewesen sein: Zunächst benötigten die Hausherren gerade einmal 28 Sekunden, um ebenfalls erfolgreich zu sein und den alten Ein-Tore-Vorsprung wieder herzustellen. Doch auch der hielt nicht wirklich lange. Um es genau zu sagen: 17 Sekunden! Kaum war der Soester Jubel verstummt, da erzielte Alexander Richard auf Vorarbeit von Sebastian Kleimann das 5:5 – und damit den Endstand nach 60 Minuten.

Somit musste das anschließende Penaltyschießen über Sieg und Niederlage entscheiden. Das Duell sollte zur Bühne für EHC-Nachwuchstorhüter Lukas Haack werden, der die ersten beiden Soester Versuche mit zwei spektakulären Paraden vereitelte. Und weil auf Troisdorfer Seite zunächst Alexander Richard Nervenstärke bewies und anschließend auch Geburtstagskind Lucas Hubert Scharfschützenqualität an den Tag legte, war das Spiel bereits nach vier geschossenen Penaltys beendet und der Extrapunkt im Troisdorfer Gepäck verstaut.

„Unser Ziel war es, mit zwei Siegen und einem guten Gefühl in die Weihnachtspause zu gehen. Das haben wir geschafft. Jetzt kann die Aufstiegsrunde kommen“, so André Koslowski nach dem erfolgreichen Wochenende. Gleichzeitig freute sich der Troisdorfer Coach darüber, dass sein Team aufgrund der beiden Siege und des besseren Torverhältnisses in der Abschlusstabelle noch an Soest vorbeiziehen konnte. Somit geht der EHC Troisdorf als Tabellendritter in die Aufstiegsrunde zur 1. Liga West, die am 8. Januar beginnt. Erster Gegner im Icedome ist dann die 1b der Roten Teufel aus Bad Nauheim. Komplettiert wird die Runde mit den Regionalligateams aus Soest, Herford und Paderborn sowie den Mannschaften aus der 1. Liga West – dem Kölner EC, Bergisch Land (Solingen) sowie dem TuS Wiehl.

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