Doppeltes Duell um die Play-off-RängeZweimal Dortmund für Neuss

Doppeltes Duell um die Play-off-RängeDoppeltes Duell um die Play-off-Ränge
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Dass sich zwei Mannschaften an einem Wochenende zweimal gegenüber stehen, ist im Eishockeysport mit Ausnahme der Play-offs eher außergewöhnlich. An diesem Wochenende sieht der Spielplan der gesamten Endrunde der 1. Liga West diese seltene Konstellation vor. Spitzenreiter Ratingen trifft auf die Lauterbacher Luchse, mit Dinslaken und Hamm duellieren sich der West- und Ostrand des Ruhrgebiets und der Neusser EV bekommt es in Hin- und Rückspiel mit den Eisadlern aus Dortmund zu tun. Eine reizvolle, aber nicht unproblematische Herausforderung.

Bei einer körperbetonten und oftmals emotionalen Sportart wie dem Eishockey ist es ganz gut, wenn man sich nach einer Partie eine Weile lang nicht sieht und sich die Gemüter abkühlen können. Innerhalb von zwei Tagen zweimal aufeinander zu treffen, erfordert hingegen von den Akteuren beider Seiten besondere Disziplin. Zunächst treten die Neusser am Freitagabend (20 Uhr) an der Dortmunder Strobelallee an, um die gleiche Uhrzeit kommt es Sonntag zur Revanche im Südpark.

Mit Blick auf die Vorrunde sind die Rollen eigentlich klar verteilt, wurden die Westfalen als Tabellenzweiter mit satten 19 Punkten Vorsprung auf den NEV ihrer Rolle als Liga-Mitfavorit doch vollauf gerecht. In der Endrunde sieht es jedoch derzeit noch etwas anders aus, denn die Neusser konnten die Eisadler am vergangenen Wochenende mit dem Auswärtssieg in Dinslaken in der Tabelle überholen und belegen aktuell den vierten Platz. Der fünfte Tabellenplatz der Dortmunder überrascht sicherlich etwas, lässt sich mit einem Blick auf den Spielplan jedoch erklären. Zum einen weisen die Blau-Gelben noch eine Partie Rückstand auf die Konkurrenz auf, zum anderen mussten sie sich bei den Gastspielen in Ratingen und Lauterbach nur jeweils hauchdünn mit 5:6 geschlagen geben. Die beiden Derbys gegen die Hammer Eisbären endeten hingegen mit Auswärtssiegen. Angesichts des durch die Bank gut besetzten Kaders der Dortmunder ist diesen zuzutrauen, dass sie schon sehr schnell wieder in gewohnte Tabellenregionen vorstoßen werden.

Im Laufe der letzten zweieinhalb Jahre nahmen die Eisadler zahlreiche gut ausgebildete Spieler der umliegenden Ruhrgebietsvereine auf und stiegen erwartungsgemäß zweimal in Folge souverän auf. Der namhafteste Neuzugang dieser Saison war ohne Frage Jiri Svejda, der in Neuss bestens bekannt ist. Sollte der Tscheche bei seinen früheren Vereinen Prämien für Torerfolge erhalten haben, dürfte er dem NEV inzwischen ein „Monatsgehalt“ verdanken. Wann immer der inzwischen 30-Jährige in der Vergangenheit gegen Neuss antrat, war in der Defensive „Alarmstufe rot“ angesagt. Die Tatsache, dass der läuferisch und technisch starke Stürmer in der Vorrunde zweitbester Scorer der gesamten Liga war, zeigt jedoch, dass er nicht nur die Quirinusstädter vor schwer lösbare Aufgaben stellt. Sich bei der Defensivarbeit auf Svejda alleine zu konzentrieren, ist jedoch auch kein Patentrezept, stellten die Dortmunder doch in der Vorrunde das torgefährlichste Team der Liga – noch vor dem unangefochtenen Spitzenreiter aus Ratingen. Der überdeutliche 15:3-Sieg gegen den NEV trug hierzu nicht unwesentlich bei, der Neusser Punktgewinn beim Rückspiel (3:4 n.P.) zeigte jedoch, dass man an einem guten Tag durchaus mit den Westfalen mithalten kann. Sollte dies auch am kommenden Wochenende gelingen, könnte sich das Team um Kapitän Holger Schrills als ernsthafter Kandidat auf einen der vier Playoff-Plätze herausstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass man an die überragende kämpferische Leistung vom letzten Aufeinandertreffen anknüpfen kann, bei dem die Zuschauer beider Seiten voll auf ihre Kosten kamen.

Am Sonntag kann Neuss wieder auf Yannick Preuß zurückgreifen, der in Dortmund noch seine Sperre aus dem Dinslaken-Spiel absitzen muss.

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