Dinslakener Kobras stoppen Neuss und NegativserieErfolg nach vier Niederlagen

(Foto: Sport-meets-Photographie.de)(Foto: Sport-meets-Photographie.de)
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Das Hinspiel in Neuss hatten sie noch souverän mit 8:3 gewonnen. Doch damals fehlten der Mannschaft vom Südpark einige wichtige Akteure. Diesmal waren die Vorzeichen genau andersherum. Denn neben Torhüter Marvin Frenzel, Verteidiger Robin Dambacher und Stürmer Dominick Spazier mussten gestern Abend auch Petr Macaj und Benedikt Hüsken aus verschiedenen Gründen passen. Dafür rückte Alex Zaslavski nach seiner Sperre aus dem Spiel gegen Hamm zurück in die Mannschaft.

Die Kobras machten kämpferisch da weiter, wo sie zuletzt aufgehört hatten, nur mit mehr Erfolg. In der Woche vor diesem Spiel wurde im Training nochmal die Strafzeitenproblematik sowie die Tatsache, dass einfach trotz zahlreicher Gelegenheiten zu wenig auf des Gegners Tor geschossen wurde, ausführlich diskutiert und diese Maßnahme zeigte gestern dann auch Wirkung. Nur acht Strafminuten standen am Ende für die Heimmannschaft auf dem Spielberichtsbogen und 62 Mal wurde auf des Gegners Kasten geschossen. Dass dabei nur vier Treffer heraussprangen, lag in erster Linie an Gäste-Goalie Ken Passmann, der einmal mehr unter Beweis stellte, dass er in der Regionalliga zu den Top-Akteuren seiner Zunft gehört.

Wo für Trainer Vanek sicher noch Handlungsbedarf besteht, ist das Überzahlverhalten seiner Schützlinge. Einmal mehr musste seine Mannschaft einen Treffer bei eigener Überzahl hinnehmen. Da geht man mit dem Defensivverhalten einfach noch zu sorglos um. Aber man darf versichert sein, dass auch dieses Problem mit zunehmender Saisondauer gelöst werden wird.

Die Kobras wollten die Partie schwungvoll beginnen, doch bereits nach zehn Sekunden musste dieses Vorhaben erst einmal nach hinten verschoben werden, denn der kanadische Kobra-Neuzugang Andrew Harrison hatte die Begegnung nach dem Geschmack des Hauptschiedsrichters wohl zu schwungvoll begonnen und durfte sich erst einmal für zwei Minuten auf dem Sünderbänkchen abkühlen. Die Hausherren überstanden diese schwierige Situation zunächst schadlos, brachten damit allerdings die Mannschaft von Trainer Boris Ackermann so richtig in Tritt. Im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts waren die Gäste die spielbestimmende Mannschaft und es hätte sich niemand beschweren dürfen, wenn bei der Überlegenheit der Gäste noch mehr als der eine Treffer durch Jaime Lindt in der fünften Spielminute herausgesprungen wäre. Allein zweimal hat der Puck in der Folge am Tor von Dennis Kohl angeklingelt, doch der Dinslakener Schnapper hatte in diesen Momenten das Glück des Tüchtigen. Die Gäste vom Südpark hatten sich ein klares optisches Übergewicht erarbeitet. Somit fiel das 1:1 durch Philipp Heffler in der siebten Spielminute, der eine schöne Kombination mit Jesse Parker und Andrew Harrison erfolgreich abschließen konnte, schon etwas überraschend.

Aber die Vanek-Truppe nutzte den dadurch entstandenen Rückenwind und hatte die Partie bereits 38 Sekunden später durch das erste Tor von Leon Taraschewski an diesem Abend gedreht. Als der Referee in der 14. Spielminute eine Zwei-Minuten-Strafe gegen die Gäste ausgesprochen hatte, bot sich den Kobras eine gute Gelegenheit, den Vorsprung per Powerplay auszubauen. Doch die eingangs erwähnte geringe Sorgfaltspflicht der Giftschlangen erlaubte den Gästen ein Break, welches Pascal Rüwald erfolgreich für seine Farben nutzen konnte. Und die Kobras blieben weiter vom Pech verfolgt. Kurze Zeit später machte Dennis Kohl bei einem Neusser Angriff ohne Fremdeinwirkung des Gegners eine Bewegung, bei der er einen schmerzhaften Schlag in seiner Wade verspürte. Nach einer kurzen Behandlung ging es zwar für den 41-Jährigen weiter, doch das Drittelende bedeutete für ihn gleichzeitig das Spielende.

Für ihn stand ab Spielabschnitt zwei Julian Klein aus der zweiten Mannschaft zwischen den Pfosten. Und um es gleich vorwegzunehmen: Klein machte an diesem Abend einen sehr guten Job und hatte keinen unerheblichen Anteil an den beiden Punkten für die Giftschlangen. Aber es lag nicht nur an der guten Leistung des Backup-Goalies, auch der Rest der Mannschaft legte mit Beginn des zweiten Drittels noch einen Giftzahn zu und beherrschte im weiteren Verlauf Puck und Gegner mehr und mehr. So war es nicht verwunderlich, dass Leon Taraschewski in der 26. Spielminute die erneute Führung der Giftschlangen auf die Anzeigetafel brachte. Zehn Minuten später war diese dann aber auch schon wieder dahin. Ein individueller Fehler im Spielaufbau bescherte Schahab Aminikia freie Bahn aufs Kobra-Tor und der Neusser Goalgetter ließ sich natürlich nicht zweimal bitten.

Im letzten Abschnitt haben manche Zuschauer bestimmt Nackenschmerzen bekommen, denn das Spiel entwickelte sich nur noch in eine Richtung: Auf das Tor von Ken Passmann. Der hatte aber einen Sahnetag erwischt und brachte die Offensive der Hausherren immer wieder zur Verzweiflung. Zweimal hatten Pascal Behlau und Co. den Torschrei schon ausgestoßen. Doch in beiden Fällen versagte der Unparteiische dem Treffer die Gültigkeit. Somit musste eine Verlängerung oder ein Penaltyschießen die Entscheidung bringen. 61 Sekunden vor Ende der Verlängerung war es dann passiert. Philipp Heffler, der an diesem Abend für den abwesenden Benedikt Hüsken das „C“ auf der Brust trug, avancierte mit seinem Schuss in den linken oberen Winkel zum Matchwinner und brachte Allen, die es mit den Kobras hielten, fast vergessene Glücksgefühle zurück. Dass dem Team von Coach Vanek ein ganzes Gebirge vom Herzen gefallen war, konnte man dem ausgiebigen Jubel festmachen. Doch auch die Zuschauer feierten ihre Lieblinge frenetisch. Und am Ende gab’s dann auch mal wieder eine zünftige Humba.

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