Dinslakener Kobras siegen in Ratingen – nach sechs Toren im SchlussdrittelDen Derbysieg teuer bezahlt

(Foto: Dinslakener Kobras) (Picasa)(Foto: Dinslakener Kobras) (Picasa)
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Verheerende Folgen hatte ein Angriff von Jesse Parker in der fünften Spielminute, als er mit hoher Geschwindigkeit auf das Tor von Felix Zerbe zufuhr, von hinten von einem Ratinger Verteidiger attackiert wurde und dann beim Überspringen des Torhüters am herausgestürzten Zerbe hängen blieb und im Anschluss im hohen Bogen auf das Eis knallte. Parker krümmte sich vor Schmerzen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Ob die Dinslakener, die mit 15 Feldspielern plus zwei Goalies so gut wie schon lange nicht mehr personell bestückt waren, von diesem Vorfall noch geschockt waren, lässt sich nicht eindeutig sagen, doch gut eine Minute später musste Lucas Eckardt das erste Mal hinter sich greifen. Pascal Rüwald hatte die Ratinger Führung erzielt. Diese hatte bis zur 19. Minute Bestand, doch als sich für Petr Macaj nach Ablauf seiner Strafzeit die Strafbanktür öffnete, wurde er mit einem genauen Pass von Benni Hüsken auf die Reise geschickt. Stefan Dreyer war gedankenschnell mitgelaufen und verwertete den Querpass von Macaj unter dem Jubel der mitgereisten Dinslakener Fans zum 1:1.

Den Mittelabschnitt sollte man aus Gäste-Sicht einfach schnell vergessen. Den Gegentreffer bei eigener Überzahl konnte Jerome Baum mit einem satten Knaller halbhoch knapp am linken Pfosten vorbei zum 2:2 ausgleichen, doch im Anschluss war es vorbei mit der Kobra-Herrlichkeit. Ratingen dominierte das Spiel und die Kobras zeigten zu wenig Biss. Hinzu kamen unerklärliche Zuordnungsprobleme, die den Hausherren die Treffer drei bis fünf ermöglichten. Man war mit sich selbst sehr unzufrieden, was lautstarke Diskussionen unter den Akteuren auf der Dinslakener Mannschaftsbank untermauerten.

Doch die Mannschaft schaffte es, diese Wut in den 15 Pausenminuten in positive Energie umzuwandeln. Plötzlich wurden Checks zu Ende gefahren, man hatte beim Eins-gegen-Eins deutlich mehr Durchsetzungsvermögen und mit zunehmender Spieldauer holte man sich die Regie des Spiels. Als in der 43. Spielminute Sven Schiefner die gesamte Verteidigung der Aliens austanzte und den Puck an Felix Zerbe vorbeischieben konnte, ging ein weiterer Ruck durch die Mannschaft, die nun wie entfesselt das Ratinger Tor berannte. Jetzt kam die Stunde des Philipp Heffler. Zwischen der 49. und 57. Spielminute erzielte der Dinslakener Torjäger vier Treffer in Folge. So hatten die Giftschlangen aus einem 2:5 ein 7:5 gemacht. Dennis Appelhans setzte in der 59. Spielminute mit dem achten Treffer den Schlusspunkt gegen nun völlig konsternierte Aliens.

Frederike Trosdorff, die nachgerückte Torfrau von den Duisburger Jungfüchsen, brauchte zwar gestern nicht eingreifen, sah jedoch wie die anwesenden Zuschauer ein hochspannendes Spiel mit positivem Ausgang für die Giftschlangen.

Dinslakens Trainer Milan Vanek sagte: „Ich habe ein ausgeglichenes erstes Drittel gesehen, und im Mittelabschnitt haben wir eigentlich gar nicht stattgefunden. Wir haben dann in der zweiten Drittelpause einige Dinge umgestellt, was dann auch zum Erfolg geführt hat. Ein Super-Lob an die ganze Mannschaft, wie sie nach einem 2:5-Rückstand Moral bewiesen hat und zurückgekommen ist. Natürlich hat auch die Tatsache dazu beigetragen, dass heute nicht so viele Spieler gefehlt haben wie in der letzten Zeit. Und es hat auch mal wieder gezeigt, dass es durchaus Sinn macht, ein vernünftiges Sommertraining zu absolvieren, denn wir haben bis zum Schluss auch konditionell kein bisschen nachgelassen. Beim Rückspiel am nächsten Sonntag wollen wir genau da anknüpfen und auch in der Schlangengrube drei Punkte holen.  Tragisch ist natürlich die Verletzung von Jesse Parker, der jetzt operiert werden muss. Es sind ein paar Bänder in seiner rechten Schulter gerissen. Die voraussichtlichen sechs Monate Heilungsdauer bedeuten für ihn wahrscheinlich  leider schon das Saison-Aus“, gab der Dinslakener Übungsleiter zu Protokoll.

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