Dinslakener Kobras gleichen Play-off-Serie ausEHC Neuwied kommt zu spät auf Touren

Kevin Wilson (am Puck) traf gegen seinen Ex-Verein zwar, konnte die Neuwieder Niederlage allerdings nicht verhindern. (Foto: Neuwieder Bären)Kevin Wilson (am Puck) traf gegen seinen Ex-Verein zwar, konnte die Neuwieder Niederlage allerdings nicht verhindern. (Foto: Neuwieder Bären)
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Die Gäste, die am Freitag in eigener Halle mit 4:3 knapp, aber verdient gewonnen hatten, spielten zwei Drittel lang zu passiv, kamen nicht richtig in die Zweikämpfe und folglich auch nicht in die Partie. „Wir wollten heute unbedingt nachlegen, auch für unsere zahlreich mitgereisten Fans, die die Partie von der Stimmung her zu einem Heimspiel machten, aber das gute letzte Drittel reichte dafür leider nicht aus. Davor war das leider zu wenig“, so Billigmann weiter.

Dinslaken gegen Neuwied - dieses Duell hatte sich nicht zuletzt nach den von Seiten der Kobras sehr ruppig geführten Hauptrundenpartien als feuriges Viertelfinalduell angekündigt, von dem in Dinslaken selbst an der Tankstelle gesprochen wird („Die beiden Mannschaften mögen sich nicht. Da musst du mal gucken gehen“). Um möglichst erst gar keine Härte aufkommen zu lassen, griffen die beiden Hauptschiedsrichter Fabian Caelers und Markus Krawinkel von Anfang an konsequent bis kleinlich bei Haken und Beinstellen durch. Beim Spiel auf den Mann ließen sie hingegen deutlich mehr zu. Viele Über- beziehungsweise Unterzahlsituationen resultierten daraus, wodurch kein richtiger Spielfluss enstand. Damit kamen die Giftschlangen zwei Drittel lang deutlich besser zurecht. Kapitän Philipp Heffler brachte sein Team in Führung (7.), die Michael Jamieson zwei Sekunden vor der ersten Pause ausglich. Gefühlt alle Neuwieder auf dem Eis hatten sich in dieser Situation beim Abschluss probiert. Stephan Fröhlich, Frederic Hellmann und Deion Müller scheiterten, Jamieson brachte den Puck schließlich dann doch über die Linie. Dass Maximilian Wasser im zweiten Abschnitt nur 34 Sekunden benötigte, um das Ergebnis zu drehen, hätte den Bären von der Theorie her Sicherheit geben können. Die Praxis sah jedoch anders aus. Vielmehr wurde dem Hauptrundendritten dieser Abschnitt zum Verhängnis. Andrew Harrison (25., 39.), Pascal Behlau (33.) und Jesse Parker (40.) schossen Dinslaken deutlich in Führung. „Es ist Wahnsinn, wie eiskalt sie ihre Chancen genutzt haben. Das war schon am Freitag in Neuwied so“, zog Billigmann den Hut vor dem Dinslakener Angriff.

Neuwied setzte alles auf eine Karte: Offensive. Und es sah tatsächlich so aus, als könnte noch eine Aufholjagd gelingen. Stephan Fröhlich scheiterte bei einer Großchance an Marvin Frenzel, Martin Brabec am Pfosten (beide 43.). Die Giftschlagen wurden trotz Leon Taraschewskis 6:2 (45.) zappelig und mussten erst einmal schlucken, als Kevin Wilson (48.) und Deion Müller (49.) jeweils in Überzahl zum 4:6 verkürzten. Billigmann: „Chancen waren auch danach noch reichlich vorhanden. Leider konnten wir keine weiteren mehr verwerten.“ Stattdessen legte Parker mit einem Schuss ins leere Tor den siebten Treffer der Heimmannschaft nach. Genauso viele Tore wie Dinslaken im zweiten Viertelfinale der Vorsaison erzielte. Aber wenn sich diese Parallelen auch im dritten und vierten Spiel fortsetzen, wird es der EHC verkraften können. Im Frühjahr 2017 konterte Neuwied nämlich mit zwei Siegen und machte den Halbfinal-Einzug perfekt.

Achja, der Mann, der an der Tankstelle den Eishallenbesuch empfohlen bekommen hatte, will am nächsten Sonntag zu Spiel vier wieder in die Schlangengrube kommen.