Dinslaken setzt sich gegen Grefrath durchHauptsache drei Punkte

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Entgegen der landläufigen Meinung, dass ein früher Führungstreffer Beruhigung in das eigene Spiel bringt, führten Krystian Sikorski und Daniel Pleger bei der anschließenden Pressekonferenz unisono an, dass diese Tatsache auch andere Folgen haben kann. „Man wird dann schon zu selbstsicher und verfällt schnell in den Glauben, dass es gegen einen durch sechs Ausfälle dezimierten Tabellenletzten das ganze Spiel automatisch so weitergehen würde. Diese Einstellung geht dann deutlich zu Lasten der Konzentration“, waren die Erklärungsversuche von Trainer und Stürmer für das zuvor Gesehene.

In der Tat: Das Spiel war alles andere als ein Augenschmaus für Eishockeyästheten, aber auch solche „Arbeitssiege“ müssen erst einmal eingefahren werden, will man als Dinslakener Kobras sich den Plätzen nähern, die zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigen. Und dieses Ziel wurde erreicht.

Der frühe Führungstreffer, von dem hier die Rede ist, ereignete sich bereits nach 21 Spielsekunden. Es hatten noch nicht einmal alle Zuschauer Platz genommen, da ließ Kevin Wilson die Fans der Giftschlangen erstmalig die Arme nach oben reißen. Michal Plichta und Tom Giesen hatten die Vorarbeit zu diesem Treffer geleistet. In den folgenden 5 Spielminuten blieben die Kobras weiterhin am Drücker, ohne jedoch Zählbares auf die Stadionuhr bringen zu können. Danach ließ die Intensität ihrer Bemühungen nach und die Gäste von der Niers kamen besser ins Spiel. Insbesondere die Defensivarbeit der Dinslakener wurde nicht mehr mit der nötigen Konsequenz ausgeführt und eröffnete den Phönix immer mehr Möglichkeiten. Eine davon nutzte Kai Weber, als er in der 11. Minute erstmalig Lukas Schaffrath überwinden konnte. Da die Kobras durch ein Überzahl-Tor von Timothy Tanke nur 33 Sekunden später den alten Abstand wiederherstellen konnte, kehrte die trügerische Selbstsicherheit wieder zurück. Tom Giesen und Kevin Wilson waren bei diesem Treffer die Assistenten.

Einen erneuten kapitalen Abwehrfehler nutzte das Team von Trainer Karel Lang in der 14. Spielminute zum 2:2-Ausgleichdurch Roby Haazen. Danach neutralisierten sich beide Teams auf relativ niedrigem Niveau, viele Unterbrechungen durch Abseits oder Icing zerstörten dabei zusätzlich jeglichen Spielfluss. Dies blieb so bis zur zweiten Sirene, das Ergebnis von 2:2 hatte auch zu diesem Zeitpunkt noch Bestand.

Der Schlussabschnitt begann dann mit einem Paukenschlag. Nach ebenfalls nur 21 vergangenen Spielsekunden fiel ein weiterer Treffer – diesmal aber für den Tabellenletzten. Gerrit Ackers überwand mit einem strammen Schuss Verteidiger und Torwart und sorgte für großen Jubel bei den Blau-Gelben. Neuer Spielstand: 2:3. Nun wollten die Kobras das Glück erzwingen, doch der Schalter „Schlechtes Spiel – Gutes Spiel“ klemmte irgendwie. Man sah deutlich die Bemühungen, doch vieles blieb Stückwerk. Und dann war da ja auch noch ein aufopferungsvoll kämpfender Gegner, der an einer Überraschung schnupperte. Ein Doppelschlag stellte die Weichen für die Hausherren endgültig auf Sieg. Das 3:3-Ausgleichstor fiel dann auch so, wie es in dieser Phase nur fallen konnte: durch eine Einzelaktion. Tom Giesen hatte im eigenen Drittel den Puck, wollte einen neuen Angriff einleiten, fand jedoch keinen Anspielpartner, da diese durch die Grefrather zugestellt waren. Langsam nahm er Geschwindigkeit auf, doch die Möglichkeit eines Zuspiels wollte sich einfach nicht eröffnen. Ab der roten Linie erkannte der Defender dann die Situation und beschleunigte Richtung Tor. Tom Giesen umkurvte jetzt auch die Verteidiger, die seine Absicht inzwischen durchschaut hatten und sich ihm in den Weg stellen wollten.  Vor dem Kasten von Oliver Nilges bewies der Verteidiger dann auch noch Torjägerqualitäten, als er dem Grefrather Goalie bei seinem Schuss keine Chance ließ. Beim folgenden Mittelbully zeigte die Stadionuhr 12:49.

Nur 27 Sekunden später hatten die Hausherren die Führung wieder zurückerobert. Alex Brinkmann sorgte mit seinem Tor zum 4:3 für Erleichterung bei Mannschaft und Fans der Hausherren. Stefan Dreyer und Daniel Pleger hatten Brinkmann mustergültig in Szene gesetzt. Es blieben aber noch bange 7 Minuten für die Giftschlangen. Doch diesmal schafften sie es, ihren Kasten sauber zu halten. Da half auch die Maßnahme von Phönix-Coach Karel Lang, die Herausnahme von Torhüter Nilges zugunsten eines sechsten Feldspielers, nichts. Jetzt hielt das Kobra-Bollwerk bis zum Schluss.

Will man seitens der Niederrheiner allerdings nächste Woche Sonntag gegen „Die Bären 2016“ aus Neuwied bestehen können, muss eine deutliche Leistungssteigerung her. Dass sie dies können, haben sie in dieser Saison aber schon bewiesen.

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