Die Kobras sind wieder da6:3-Erfolg gegen Lauterbach

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Sie waren in die Pflicht genommen und erfüllten diese bravourös. Denn am Tag 1 nach Thomas  Schmitz zeigten die Dinslakener Kobras eine engagierte und couragierte Leistung und bezwangen die  Lauterbacher Luchse mit 6:3 (1:1, 3:0, 2:2). Damit gelang der Mannschaft der erste Dreier nach regulärer Spielzeit in der Endrunde der 1. Liga West.

Von der ersten Spielminute an legten sie großen Siegeswillen an den Tag, wie man es schon lange  nicht mehr gesehen hatte. Es war die Partie zweier gleichwertiger Gegner, doch die Kobras wollten  den Sieg an diesem Abend noch einen Tick mehr als die Hessen und gingen am Ende auch als  verdienter Sieger vom Eis. Aus der Rubrik Personalien gibt es zu vermelden, dass die Gäste vom Vogelsberg auf ihre etatmäßige Nummer 1 im Tor, Tim Stenger, sowie auf Stürmer Jens Feuerfeil verzichten mussten. Bei den Hausherren fehlten berufsbedingt Daniel Grabner; krankheitsbedingt Jörn Kozlowski und Top-Scorer Kamil Vavra hatte sich bekanntlich beim letzten Spiel in Ratingen eine Spieldauer-Disziplinarstrafe eingehandelt und war somit automatisch gesperrt. Er wurde allerdings durch einen glänzend aufgelegten Jan Nekvinda, der sich nicht nur mannschaftsdienlich, sondern auch noch torgefährlich zeigte, vertreten. Und ein „neuer Heimkehrer“ saß auf der Bank: Stürmer Tom Goldmann, der zuletzt in der Saison 2012/13 das Trikot der Giftschlangen trug, ist über den Umweg Toronto, Bad Kissingen, Nordhorn, Frankfurt und Duisburg wieder zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Allerdings musste er längere Zeit verletzungsbedingt aussetzen und wird erst einmal den Trainingsrückstand aufarbeiten müssen.

Hinter der Bande stand an diesem Abend Tony Thiel, der sich so langsam zum Glücksbringer für die Niederrheiner entwickelt. Denn auch bei seiner ersten Vertretung Ende Dezember letzten Jahres gingen die Kobras beim damaligen Aufeinandertreffen mit den Luchsen als Sieger aus diesem Spiel hervor. Bei der anschließenden Pressekonferenz scherzte der Interimstrainer sogar, dass er beim Verband beantragen werde, dass die Kobras in dieser Saison nur noch gegen Lauterbach spielen sollen, wenn er die Mannschaft betreut. Selbst Gäste-Coach Arno Lörsch hatte nichts dagegen, merkte aber mit einem Augenzwinkern an, dass diese Begegnungen dann bitte alle in Lauterbach stattfinden mögen.

Es war ein schnelles Spiel, bei dem die Hausherren den besseren Start erwischten. In der zwölften Spielminute konnte der Stadionsprecher erstmals die Tormusik abspielen. Jan Nekvinda hatte die Vorlage von Pierre Klein zu seinem ersten Treffer an diesem Abend veredelt. Und die Schlangen blieben weiter giftig. Um ein Haar hätte Dominick Spazier den Vorsprung in der 15. Minute auf 2:0 ausgebaut, doch der Pfosten hatte etwas dagegen. Dann der einzige Wermutstropfen für die Hausherren im gesamten Spiel: Bei einem Check an der Bande erwischte Kobra-Verteidiger Tim Cornelißen seinen Gegenspieler mit dem Ellenbogen, wobei sich dieser leicht verletzte. Die Konsequenz lautete: 5+Spieldauer-Disziplinarstrafe. Damit wird er dem Team am Sonntag in Neuss fehlen. Eine solche Chance lassen sich die Luchse normalerweise nicht entgehen. So auch an diesem Abend. Kapitän Linda & Co. wehrten sich tapfer, doch das Ausgleichstor durch Aric Schinke ließ sich dann doch nicht vermeiden. Bei diesem Spielstand ertönte die erste Pausensirene.

Im Mittelabschnitt beherrschten die Dinslakener eindeutig die Anzeigetafel. Durch einen Treffer von Alex Brinkmann bei doppelter Überzahl, dem 3:1 durch Daniel Pleger und einem wunderschön herausgespielten Treffer, abgeschlossen von Kapitän Sven Linda, zogen sie auf 4:1 davon. Doch so überlegen, wie es die Torausbeute ausdrückt, waren die Dinslakener nicht. Die Luchse tauchten immer wieder gefährlich vor Lukas Schaffrath im Kobra-Gehäuse auf, doch gute Defensivarbeit, gepaart mit etwas Scheibenglück verhinderten, dass die Hessen in diesem Mitteldrittel etwas Zählbares zustande brachten. Das sollte sich in den letzten 20 Minuten ändern.

Denn sie wollten es jetzt noch einmal wissen. Begünstigt durch eine Strafzeit gegen die Kobras erzielte Hendrik Horak zunächst in der 45. Spielminute das 4:2, vier Minuten später überraschte Jake Fardoe Lukas Schaffrath mit einem Schuss aus spitzem Winkel zum 4:3- Anschlusstreffer. Jetzt drohte das sicher geglaubte Spiel sogar zu kippen. Bereits in der 31. Minute hätten die Hessen die Aufholjagd starten können, doch auch auf Dinslakener Seite sagte das Torgestänge: Nein. Das Spiel stand auf des Messers Schneide. Doch ausgerechnet der zuletzt gescholtene Jan Nekvinda zeigte an diesem Abend, wie wertvoll er für die Mannschaft sein kann. Er stand in der 56. Minute goldrichtig und verlud erneut Sebastian Grunewald im Tor der Lauterbacher nach Vorlage von Pierre Klein und Alex Brinkmann zum vorentscheidenden 5:3. Jetzt wurden die Angriffe der Gäste noch wütender und die Hausherren mussten sich aufs Kontern beschränken. Bei einem dieser Konter wurde Pierre Klein in der 60. Spielminute regelwidrig am Torschuss gehindert und der über die gesamte Spieldauer souveräne Hauptschiedsrichter verhängte einen Penalty. Der Gefoulte brachte die schwarze Hartgummischeibe in seiner unnachahmlichen Art hinter die Torlinie und der 6:3-Endstand war perfekt.

Dass sich die Dinslakener als verdienter Sieger nach der Partie feiern lassen durften, steht außer Frage. Doch das Ergebnis spiegelt nicht ganz den Spielverlauf wider, der Sieg ist vielleicht 1-2 Tore zu hoch ausgefallen. Sei‘s drum. Fans und Mannschaft waren glücklich und erleichtert. Der erste Dreier war eingefahren, das Engagement stimmte. Jetzt scheinen auch die Kobras in der Endrunde der 1. Liga West angekommen zu sein. Bleibt zu hoffen, dass die Dinslakener diese Leistung konservieren können. Denn schon am Sonntag geht es darum, im direkten Duell beim Tabellennachbarn Neusser EV zunächst einmal die rote Laterne der Endrunde abzugeben.

Tore: 1:0 (11:17) Jan Nekvinda (Pierre Klein), 1:1 (17:18) Aric Schinke (Hendrik Horak, Kevin Schophuis), 2:1 (24:30) Alexander Brinkmann (Sven Linda, Jan Nekvinda) , 3:1 (30:53) Daniel Pleger (Sebastian Schmitz, Sebastian Haßelberg), 4:1 (34:06) Sven Linda (Benedikt Hüsken, Dominik Spazier), 4:2 (44:26) Hendrik Horak (Dominik Hülskopf, Emanuel Grund), 4:3 (48:19) Jakob Fardoe (Kevin Schophuis, Benjamin Schulz), 5:3 (55:15) Jan Nekvinda (Pierre Klein, Alexander Brinkmann), 6:3 (59:50) Pierre Klein. Strafen: Dinslaken: 12 + 5 + Spieldauer (Tim Cornelißen), Lauterbach 14.

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