Dezimierte Neuwieder Bären schlagen Neuss deutlich mit 8:1Personeller Engpass setzt neue Kräfte frei

Sven Asbach war gegen Neuss an fünf von acht Neuwieder Toren beteiligt. (Foto: Neuwieder Bären)Sven Asbach war gegen Neuss an fünf von acht Neuwieder Toren beteiligt. (Foto: Neuwieder Bären)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Da war zunächst die Bänderverletzung von Dennis Berk, der sich zu den langzeitverletzten Sven Schlicht und Tobias Etzel gesellte. Dann musste sich der angeschlagene Schlussmann Felix Köllejan ein Wochenende ohne Eishockey nehmen, und auch die Partie am Freitag hinterließ Spuren: Jonathan Galke, die Nachverpflichtung von Oberligist Rostock, zog sich gegen die „Realstars“ eine Nackenprellung zu, und Import Nolan Redler handelte sich eine Spieldauer-Disziplinarstrafe ein. So verblieben Trainer Leos Sulak für das Heimspiel gegen Neuss gerade einmal noch 13 Feldspieler, was sich auch bis zu den Gästen rundgesprochen hatte.

„Wir sind frustriert“, gestand NEV-Trainer Sebastian Geißler. „Es wäre heute einfach gewesen, die vier verbliebenen Neuwieder Verteidiger mit hohem Tempo müde zu spielen. So wäre hier etwas möglich gewesen. Stattdessen haben wir viele individuelle Fehler gemacht und gegnerische Stürmer gleich fünfmal frei vor unserem Tor stehen lassen.“

Der EHC schlug daraus Kapital. „Wir waren gnadenlos überlegen“, fasste Bären-Manager Carsten Billigmann zusammen. „Das war nach den ganzen Ausfällen so natürlich nicht zu erwarten.“ So musste Trainer Sulak an allen Ecken und Enden umstellen. Der 65-Jährige behielt dabei ein glückliches Händchen und bewies das richtige Gespür dafür, welche Spieler mit welchen harmonieren könnten. Dass Janeck Sperling gemeinsam mit Luca Häufler an der Seite von Maximilian Wasser stürmen könnte, war durchaus denkbar. Aus den Asbach-Brüdern Sven und Björn sowie Knut Apel eine zweite Reihe zu bilden, die den Abend offensiv prägen sollte, war ein Meisterwerk von Sulak. Der Außenstehende dürfte mit dieser Kombination kaum gerechnet haben. Es ist eine Zusammenstellung, die man sich nach dem Sonntagabend im Hinterkopf behalten sollte. Apel traf zweimal, die beiden Asbach-Brüder jeweils einmal. „Es war nicht klar, wohin der Weg führt“, sagte Sulak zu der schwierigen Ausgangslage. „Aber die Jungs haben die Aufgabe sehr gut gemeistert, und ein Sechs-Punkte-Wochenende ist immer eine schöne Sache.“

Dass die Partie in diese Richtung laufen sollte, konnte die 762 Zuschauer schon früh mutmaßen. Nach Apels Doppelpack (6., 10.) und Sperlings 3:0 (12.) führten die Deichstädter schon früh deutlich. Sven Asbach (27.), Maximilian Wasser (34.) und Miles Steinschneider (35.) machten noch im zweiten Drittel das halbe Dutzend voll, ehe im Schlussabschnitt Björn Asbach (51.) und Luca Häufler (58.) nachlegten und Matthias Hornig (53.) dem Neuwieder Schlussmann Jendrik Allendorf den Zu-Null-Abend raubte. „Wir haben schon am Freitag ordentlich gespielt und heute daran angeknüpft“, sieht Trainer Sulak die Leistungskurve seiner Mannschaft Stück für Stück ansteigen – und das, obwohl das Aufgebot stark ausgedünnt war.

Jetzt die Hockeyweb-App laden!