Dezimierte Neuwieder Bären holen Dreier in Neuss5:3-Erfolg gegen den NEV

Felix Köllejan war in Neuss ein großartiger Rückhalt der Bären. (Foto: Neuwieder Bären)Felix Köllejan war in Neuss ein großartiger Rückhalt der Bären. (Foto: Neuwieder Bären)
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Dort, wo sie beim letzten Auftritt noch mit 7:8 nach Verlängerung verloren hatten. Die frei gewordenen Plätze in der Aufstellung boten zwei EHC-Jugendspielern die Möglichkeit, zum ersten Mal das Trikot der 1. Mannschaft überzustreifen. Tom Horvath und Kirill Litvinov, seit Anfang Dezember beziehungsweise April gerade einmal 16 Jahre alt, feierten ihren Regionalliga-Einstand. Die beiden Topscorer der U17 trainieren seit einigen Wochen regelmäßig mit dem Team und sammelten jetzt die nächsten Erfahrungen. Und zwar mittendrin mit reichlich Eiszeit statt nur dabei. „Sie haben ihre Sache richtig gut gemacht. Wir können stolz sein, so gut ausgebildete Nachwuchsspieler zu haben", lobte EHC-Teammanager Carsten Billigmann die Neulinge. Weil Billigmanns Trainer-Sonderlizenz unter der Woche seitens des nordrhein-westfälischen Verbandes für „aufgebraucht" erklärt wurde, übernahm Jugendkoordinator und B-Schein-Inhaber Holger Pöritzsch das Coaching.

Beim Projekt „Jugend forscht" zogen die Bären 50 Minuten lang mit drei Reihen durch: Max Wasser, Stephan Fröhlich und Michael Jamieson bildeten die erste, die U17-Youngsters wechselten sich an der Seite von Martin Brabec und Dennis Appelhans ab, Sidney Lehnert rückte aus der Verteidigung nach vorne und stürmte gemeinsam mit Sven Asbach und Deion Müller.

Das Tor des ehemaligen Neussers Alexander Richter in Minute 28 war für lange Zeit das einzige des Abends. Mit Sven Asbach und Sidney Lehnert bereiteten zwei aus dem „eigenen Stall“ den Führungstreffer vor. „Wir haben nicht mal sonderlich defensiv gespielt", beschrieb Billigmann. Aber wenn Top-Regionalliga-Torhüter wie Ken Passmann und Felix Köllejan zwischen den Pfosten stehen, kann es schon einmal passieren, dass die Zuschauer in 45 Minuten nur ein Tor zu sehen bekommen. In der Schlussviertelstunde sollte sich das aber ändern. Sieben Mal fand die Scheibe noch den Weg ins Tor.

Dominick Thum glich für Neuss aus (46.) und Timon Busse brachte die Einheimischen sogar in Front (50.). Es entwickelte sich schlagartig eine wilde Fahrt. Auch wenn die Bären vom dritten Tabellenplatz nicht mehr verdrängt werden können, wollten sie die Punkte mitnehmen, stellten auf zwei Reihen um und erhöhten somit die Schlagzahl. Nur 62 Sekunden nach Busses 2:1 lag der Tabellendritte erneut vorne. Stephan Fröhlich glich aus (51.), Martin Brabec legte nach (immer noch 51.) und durch das 2:4 von Dennis Appelhans (55.) – nach Richter traf mit ihm ein zweiter Ex-Neusser – schien die Messe gelesen zu sein. Aber nur für zwei weitere Minuten. Lindt verkürzte in Überzahl noch einmal, Neuwied musste den Atem anhalten und hielt in der Endphase auch gegen sechs stürmende Neusser stand. Michael Jamieson nutzte die Gunst der Stunde des verwaisten NEV-Gehäuses und machte den Auswärtssieg perfekt.