Dezimiert, gekämpft, verlorenRatingen verliert gegen Neuss

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Es war nicht das beste, aber auch nicht das schlechteste Spiel der Ratinger Ice Aliens. Mit einem reduzierten Aufgebot und bunt durcheinander gewürfelten Reihen zeigten die Außerirdischen zeitweise trotzdem gut vorgetragene Angriffszüge, wobei insbesondere die zweite Reihe harmonierte. Das Manko auf Ratinger Seite war aber eindeutig die Chancenverwertung, denn beim 2:4 (1:1, 0:1, 1:2) der Ice Aliens in Neuss ließen die Stürmer zu viele Chancen ungenutzt. Der Neusser EV hingegen war wieder ein Musterbeispiel an Effizienz – aus einer massiven Abwehr und mit schnellen Vorstößen nutzten die Hausherren die sich bietenden Möglichkeiten jeweils eiskalt und besiegten ihre Gäste daher insgesamt nicht unverdient.

„Eigentlich“ begann das Match vielversprechend für die Außerirdischen. In der vierten Spielminute bewies Štěpán Kuchynka bei einem schönen Angriff über den rechten Flügel „Auge“ für seinen Sturmkollegen Pascal Behlau, der das perfekte Zuspiel dann im Neusser Gehäuse unterbrachte. Anschließend versäumten die Ratinger es, diese Führung weiter auszubauen, was allerdings auch daran lag, dass der Neusser Sturm immer Mal wieder vor dem RIA-Gehäuse auftauchte und Goalie Dennis Kohl zu Glanzparaden zwang. „Spielverzögerung“ heißt der Regelverstoß, wenn ein Spieler den Puck direkt (nicht abgelenkt) aus seiner Verteidigungszone über das Schutzglas aus dem Spielfeld schießt – und diesen hatte Dustin Schumacher nach Auffassung des Schiedsrichters drei Minuten und 33 Sekunden vor Ende des ersten Drittels begangen. Das Powerplay nutzten die Hausherren dann mit einem sehenswerten Schuss, nach dem sich Aliens-Goalie Dennis Kohl strecken konnte, wie er wollte, zum 1:1-Ausgleich vor der Pause.

Anfang des zweiten Drittels vergab zunächst der Ratinger Sturm zwei Riesenmöglichkeiten, mit dem Kontergegenzug in der 22. Minute erzielte Neuss jedoch die 2:1-Führung. Danach war das NEV-Tor in einer von beiden Mannschaften offen geführten Begegnung wie „vernagelt“ und selbst zwei Powerplays, die Ratingen ansonsten in Zählbares zu verwandeln versteht, brachten keine Ergebnisveränderung.

Das letzte Drittel ähnelte den vorherigen, nur das Neuss einen eklatanten Verteidigungsfehler Ratingens zunächst zum 3:1 in der 51. Minute nutzen konnte. In Überzahl verkürzten die Aliens allerdings nochmals auf 2:3. Ein schneller Spielzug über Štěpán Kuchynka sowie Milan Vanek wurde durch Dennis Fischbuch in der 53. Minute hart und präzise verwertet.

Ein NEV-Konter besiegelte dann aber fünfeinhalb Minuten vor der Schlusssirene die Auswärtsniederlage der Gäste. Ärgerlich war dabei, dass der Schiedsrichter einen „unschön tief angesetzten Check“ gegen Dennis Fischbuch übersah, wodurch sich diese Angriffsmöglichkeit überhaupt erst ergab. Letztendlich aber hatte es die Mannschaft von Alexander Jacobs sechzig Minuten selber in der Hand, dieses Spiel für sich zu entscheiden.