Derby und fliegende Kuscheltiere beim Neusser EVDerby und fliegende Kuscheltiere beim Neusser EV

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Duelle gegen Teams aus Ratingen sind stets etwas Besonderes. Etliche denkwürdige „Schlachten“ lieferten sich die rheinischen Rivalen in der Vergangenheit, auch in dieser Saison ist das bislang nicht anders. Zweimal trafen beide Teams in der Meisterschaft bereits aufeinander, zweimal führte Neuss in der Schlussphase schon mit zwei Toren, zweimal glichen die Ratinger kurz vor Schluss aus – und holten sich in der Verlängerung den Zusatzpunkt. Mag man den Spielverlauf aus Neusser Sicht durchaus als „unglücklich“ oder gar „unverdient“ bezeichnen, so muss man den Ice Aliens fraglos mentale Stärke zugestehen. Deren Trainer Andrej Fuchs verzweifelt gelegentlich daran, dass seine Mannschaft ihr Potenzial nicht immer ausschöpft, dennoch befindet man sich mitten im Kampf um den fünften Platz, den derzeit die Dinslakener Kobras innehaben. Den klassischen Topscorer sucht man bei unseren Gästen vergeblich, auch wenn diese beispielsweise in den Brazda-Zwillingen oder Thomas Dreischer Stürmer mit Torinstinkt in ihren Reihen haben. Dennoch ist und bleibt die Ausgeglichenheit die große Stärke der Aliens, die genau darum schwer auszurechnen sind. Ob der NEV bei seinem ersten Heimspiel-Derby die „Pechsträhne“ beenden kann, wird sich am Freitag ab 20 Uhr zeigen.

Noch nicht einmal einen ganzen Tag später folgt der Saison-Höhepunkt, denn am Samstag steht der mit Spannung erwartete Teddy Bear Toss an. Nach monatelangen Vorbereitungen ist es ab 18 Uhr soweit, die 1. Mannschaft empfängt den aktuellen Meister aus Herford zum Kräftevergleich. Zwar spielt der karitative Charakter bei der Veranstaltung eine Sonderrolle, dennoch wird auch bei dieser Partie um Meisterschaftspunkte gekämpft. Beim ersten Aufeinandertreffen bewies das Team von Erfolgstrainer Jeff Job, warum es in den vergangenen beiden Jahren den Titelgewinn feiern konnte. Standesgemäß 6:1 hieß es am Ende für die Ostwestfalen, die auch in das zweite Duell als klarer Favorit gingen. Dass die NEV-Cracks nach einem 0:4-Rückstand dann aber fast noch eine Punkteteilung erreicht hätten, überraschte und brachte den Quirinusstädtern eine Menge Lob ein.  erst nachdem der NEV den Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis genommen hatte, erzielten die Ice Dragons das aus ihrer Sicht erlösende 5:3. Aktuell befinden sich unsere Gäste inmitten des Verfolgertrios zwischen den Hammer Eisbären (Zweiter mit einem Punkt mehr) und den Neuwieder Bären (punktgleicher Vierter). Eine Leistung, die umso höher einzuschätzen ist, weil nicht nur Topscorer Killian Hutt mit Verletzungsproblemen kämpft, sondern auch zahlreiche weitere Spieler. Da Trainer Jeff Job in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er sein Team stets zur entscheidenden Saisonphase in Top-Form bringt, darf mit dem aktuellen Meister auch diesmal gerechnet werden. Neu bei unseren Gästen ist Jendrik Allendorf, der in der Vergangenheit auch schon das Neusser Trikot trug und mit der etatmäßigen Nummer eins, Kieren Vogel, nun ein starkes Torhüter-Gespann bildet. 

Bereits siebenmal unterlagen die Quirinusstädter in dieser Saison hauchdünn mit nur einem Tor Unterschied, darüber hinaus zweimal in der Verlängerung. Von Resignation ist jedoch nichts zu spüren, im Gegenteil. Selbst gegen die Spitzenteams kratzt man immer öfter an Punktgewinnen, auch wenn das entscheidende Quäntchen noch fehlt. „Uns fehlt oft noch das Glück im Abschluss, aber die Mannschaft beweist Woche für Woche Charakter“, hat der Neusser Übungsleiter an den gezeigten Leistungen nur selten etwas auszusetzen. Die Motivation für die beiden kommenden Aufgaben ist dementsprechend groß, denn Trainer und Team sind heiß auf die Revanche gegen Ratingen und den Teddy Bear Toss am Samstag. Passend dazu gibt es gute personelle Nachrichten, denn mit Ausnahme des angeschlagenen Florian Fehr kann Benske am Wochenende voraussichtlich auf den kompletten Kader zurückgreifen. Wenn das kein gutes Omen ist.

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