Der Tag des Štěpán KuchynkaDrei Tore und zwei verwandelte Penaltys

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Es war offenes Spiel der Luchse Lauterbach gegen die Ratinger Ice Aliens – und eine sehenswerte, schnelle Partie mit jeder Menge Torszenen für beide Mannschaften. Nach 60 Minuten trennten sich die Kontrahenten verdientermaßen mit einem Unentschieden, sodass das Duell Angreifer gegen Goalie die Entscheidung bringen musste. Dabei hatten die Ratinger zwei sehr nervenstarke Spieler, die an diesem Abend insgesamt den kleinen und glücklichen Unterschied ausmachten – Torwart Christoph Oster sowie Stürmer Štěpán Kuchynka. Nach insgesamt acht Penaltys nahmen die Ice Aliens einen 5:4 (1:1, 3:2, 0:1, 1:0)-Sieg und zwei Punkte aus einem engen Spiel mit nach Hause an den Sandbach. 

Man merkte dem Ratinger Team zu Beginn der Begegnung an, dass die bisherige Negativserie beendet werden sollte. Die Luchse wurden sofort im eigenen Drittel festgenagelt und nach 27 Sekunden schlug das schwarze Hartgummi bereits durch Štěpán Kuchynka zwischen den Pfosten des Lauterbacher Tors ein.  Nach diesem furiosen Start vergaben die Außerirdischen dann allerdings, insbesondere während eines Powerplays, ihre weiteren Torchancen. Die Hausherren übernahmen daher nach und nach die Initiative, wodurch Aliens-Keeper Christoph Oster unfreiwillig in den Blickpunkt rückte. In der achten Spielminute war er dann gegen einen halbhohen Schlagschuss des Luchse-Sturms zum 1:1 machtlos. Durch dieses Tor beflügelt rissen die Luchse das Spielgeschehen weiter an sich und bescherten Ratingens Schlussmann, der einen sehr guten Job machte, unruhige Zeiten. Erst zum Ende des ersten Spielabschnitts befreiten sich die Aliens aus dieser Umklammerung und konnten wieder mehr Akzente setzen.

Aus der Kabine gekommen versuchte Ratingen an die Schlussoffensive des ersten Drittels anzuknüpfen, hatte aber nicht das erforderliche Glück beim Abschluss. Lauterbach machte seine Sache hingegen besser und schoss in der 27. Minute sowie während eines Überzahlspiels in der 29. Minute einen 3:1-Vorsprung heraus. Trotz dieses „schwer verdaulichen“ Rückstands war auf der Ratinger Bank keinerlei Resignation zu spüren, sondern insbesondere Abwehrmann Simon Migas feuerte seine Mitspieler vehement und lautstark an. In der 34. Minute führte eine starke Einzelaktion dann zum 2:3-Anschluss. Štěpán Kuchynka tankte sich durch die gegnerische Defensive und brachte den Puck auch noch durch die Schienen des Luchse-Keepers über die Linie. Nur zwei Minuten später erkämpfte Dennis Fischbuch die Scheibe im gegnerischen Drittel und sein Pass fand wiederum Štěpán Kuchynka als dankbaren Abnehmer zum 3:3 in der 36. Minute. Damit hatten die Aliens ihr Pulver aber noch nicht verschossen, denn Dennis Fischbuch brachte die Gäste in der 40. Minute sogar mit 4:3 in Front. Ärgerlicherweise ließ sich Abwehrrecke Lucas Becker im Anschluss noch auf eine Auseinandersetzung mit einem Gegenspieler ein, die für ihn mit einer Zwei-Minuten-Strafe endete.

Lauterbach nutzte dann genau diese Überzahl, nach mehreren missglückten Klärungsversuchen der Ratinger Verteidigung, im letzten Drittel, um in der 42. Minute zum 4:4 zu treffen. Danach hätten beide Mannschaften während eines offen geführten Schlagabtausches die Partie für sich entscheiden können, aber niemand brachte den Puck, trotz einiger hochkarätiger Abschlussmöglichkeiten, nochmals über die Torlinie, sodass es bis zum Ablauf der regulären Spielzeit beim Unentschieden blieb.

Im ersten Durchgang des Penaltyschießens trafen zunächst nur die Luchse sowie Štěpán Kuchynka, der den gegnerischen Schlussmann förmlich austanzte. In der zweiten Runde wehrte zunächst Goalie Christoph Oster den Penalty mit einer Glanzparade ab und Štěpán Kuchynka bewies erneut seine Nerven, als er mit einem sauberen Rückhandheber in den Winkel den Siegtreffer für die Außerirdischen erzielte.

Nach diesem Match war sowohl der Mannschaft als auch Trainer Alexander Jakobs die Erleichterung deutlich anzumerken, dass man die Verunsicherung aus den letzten Meisterschaftsspielen dieses Mal ablegen konnte. Gegen sehr wehrhafte Lauterbacher Luchse wiegen diese zwei Punkte, auf dem Weg zu hoffentlich alter Stärke, umso schwerer, weil sie von allen Mannschaftsteilen kollektiv und hart erarbeitet wurden.