Der Dreier muss wartenDinslaken verliert gegen Dortmund

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Im gestrigen Heimspiel unterlagen die Dinslakener Kobras den Eisadlern Dortmund mit 1:4 (1:2, 0:1, 0:1). Damit warten die Giftschlangen weiterhin auf ihren ersten Dreier in der Endrunde der 1. Liga West.

Dass man bei den Niederrheinern in dieser Saison personell arg gebeutelt ist, ist ja nichts Neues. So bedarf es eigentlich kaum einer Erwähnung, dass mit Marvin Linse und Tim Cornelißen ein kompletter Abwehrblock beruflich verhindert war. Aber dass Dinslakens Topscorer Kamil Vavra verletzt passen musste, fiel dann doch arg ins Gewicht. Da auch dem zweiten tschechischen Stürmer der Kobras, Jan Nekvinda, seit ein paar Wochen der Torriecher abhandengekommen ist, war die Durchschlagskraft Richtung gegnerisches Tor stark eingeschränkt. Alle übrigen Akteure kämpften und rackerten wie gewohnt, doch die Kaltschnäuzigkeit eines Kamil Vavras vor dem gegnerischen Gehäuse konnten sie nicht kompensieren. Für den verletzten Vavra kam Verteidiger Petr Macaj zum Einsatz. Er schaffte es zumindest, den Defensivverband trotz einer starken Erkältung zu stabilisieren.

Beide Mannschaften neutralisierten sich nahezu. Dennoch gab es jemanden, der den großen Unterschied auf dem Eis ausmachte: Dortmunds tschechischer Stürmer Jiri Svejda. Er kontrollierte den Puck, blockte ihn ab, verteilte ihn nach Belieben, war läuferisch und spielerisch eine Augenweide und an drei der vier Dortmunder Treffer beteiligt.

Das Spiel begann mit leichten Vorteilen für die Hausherren. Bis zur zehnten Minute hatten sie Puck und Gegner gut im Griff. Nach gut acht Minuten hatte Jiri Svejda Dominick Spazier, der auf dem direkten Weg zum Dortmunder Gehäuse war, regelwidrig von den Beinen geholt. Dem Gefoulten wurde ein Penalty zugesprochen, doch Dominick Spazier fand in Marius Dräger seinen Meister. Auch bei ein, zwei weiteren Großchancen der Kobras fand der Puck nicht den Weg über die Torlinie. Dann die besagte zehnte Minute: Als bei den Dinslakenern, die eine halbe Minute lang in doppelter Unterzahl agieren mussten, der erste Sünder gerade wieder die Eisfläche betreten hatte, erzielte Matthias Potthoff den Führungstreffer für die Gäste. Jetzt kamen die Gäste etwas besser ins Spiel, doch die Kobras blieben weiterhin gefährlich. Ein mustergültiger Konter bescherte den Kobras den 1:1-Ausgleich. Eingeleitet wurde er durch Sebastian Schmitz, Benedikt Hüsken zog Marius Dräger in seinem Tor auf die rechte Seite, passte quer, genau auf das Schlägerblatt von Dominick Spazier, der Marius Dräger diesmal bei seinem Schuss in den Winkel keine Chance ließ. Kurz vor Ende des ersten Abschnitts bekamen die Hausherren nochmal eine gute Chance, in Führung zu gehen, da ein Dortmunder Spieler die Strafbank drückte. Anfangs sah es auch erfolgsversprechend für die Giftschlangen aus. Schnell waren die Positionen im gegnerischen Drittel bezogen und ein Schussversuch nach dem anderen sollte die ersehnte Führung bringen. Doch es kam anders, ganz anders. Denn die Westfalen konnten sich immer wieder befreien und checkten während des Neuaufbaus der Dinslakener immer wieder vor. Und als einmal bei einem solchen Forechecking der Puck im eigenen Drittel an die Gäste verloren ging, konnten die Dinslakener bei der schnellen Passstafette Puck und Gegner nur noch hinterherschauen. Andre Bruch markierte in dieser Szene das 2:1 gegen den an diesem Tag gut aufgelegten Lukas Schaffrath.

Der Mittelabschnitt waren beide Verteidigungen inklusive Torhüter der jeweils spielbestimmende Mannschaftsteil, nur einen Treffer bekamen die Zuschauer zu sehen. Der fiel erneut für die Westfalen. Denn wieder mussten die Dinslakener einem Rückstand hinterherlaufen. Wieder erhöhten sie ihre Offensivbemühungen und wurden erneut klassisch ausgekontert. Marvin Cohut war es, der diesen Break erfolgreich abschließen konnte. Damit brachte er seine Farben erneut auf die Anzeigetafel.

So sehr sich die Hausherren im Schlussabschnitt um eine Aufholjagd bemühten, Zählbares wollte nicht dabei herausspringen. Als 39 Sekunde vor dem Ende ein Dortmunder Spieler in die Kühlbox musste, versuchte Trainer Thomas Schmitz durch die Herausnahme von Lukas Schaffrath mittels einer doppelten Überzahl, das eigentlich Unmögliche doch noch möglich zu machen. Doch die Eisadler verteidigten auch in doppelter Unterzahl geschickt und als sie einmal den Puck erobert hatten, passten sie ihn zum „Dortmunder Mann des Abends“ und Jiri Svejda hämmerte die schwarze Hartgummischeibe in das verwaiste Kobra-Gehäuse zum 1:4-Endstand.

Derweil saß Kamil Vavra mit zerknirschtem Gesicht auf der Tribüne und ärgerte sich, dass er seinem Team nicht helfen konnte. „Eventuell bin ich gegen Lauterbach wieder dabei“, machte er den Fans für das nächste Heimspiel am kommenden Freitag wieder Mut.

Tore: 0:1 (09:21) Matthias Potthoff (Jiri Svejda, Florian Pompino), 1:1 (13:06) Dominick Spazier (Benedikt Hüsken, Sebastian Schmitz), 1:2 (19:30) Andre Bruch (Jiri Svejda), 1:3 (26:45) Marvin Cohut (Sebastian Schröder, Constantin Wiechern), 1:4 (59:56) Jiri Svejda (Andre Bruch, Niko Bitter). Strafen: Dinslaken 8 + 10 (Jan Nekvinda), Dortmund 6.

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