„Darüber ist noch nicht das letzte Wort gesprochen“Reaktionen des LSB NRW und aus den Vereinen

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So schildert es Frank-Michael Rall. „Da kann man einfach nur noch mit dem Kopf schütteln“, sagt der Sprecher des LSB NRW. „Im organisierten Sport rechnet man nicht mit so etwas“, sagt Rall über die abgebrochene Mitgliederversammlung. Wie berichtet hatte LEV-NRW-Präsident Wolfgang Sorge die Sitzung abgebrochen, nachdem er erklärte, dass der Abwahlantrag nicht ordnungsgemäß gestellt worden sei und die Mitglieder mit ihren Anwälten dennoch versucht hatten, die Abwahl durchzusetzen. „Das läuft einfach nicht in geregelten Bahnen“, sagt Rall. „Jeder, der im Sport unterwegs ist, weiß, dass es auch einmal Diskussionen und Auseinandersetzungen gibt, dass man auch mal unterschiedlicher Meinung sein kann. Aber das geht einfach nicht. Dass ein Security-Dienst beim Einlass zum Einsatz kommt, dass dann Anträge torpediert werden, ist bedauerlich.“ Der Argumentation von LEV-NRW-Präsident Sorge, die er gegenüber Hockeyweb erläutert hatte, kann Rall nicht folgen. „Wir haben natürlich innerhalb des Landessportbundes über den Sitzungsverlauf gesprochen. So viel kann ich sagen: Darüber ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.“

Könnte es also Konsequenzen seitens des LSB NRW geben? „Es wurde ja schon in den Medien darüber berichtet, dass Fördergelder nicht mehr ausgezahlt werden. Daran wird sich aktuell nichts ändern“, sagt Rall. Eine rechtliche Bewertung des Sitzungsverlaufs wollte er nicht abgeben. „Man kann vorsichtig sagen, dass das nicht astrein gelaufen ist“, so Rall.

Auch Achim Staudt, Vorstandsmitglied sowohl beim Krefelder EV als auch beim neuen Eishockey-Verband NRW, zeigt sich noch immer verärgert. „Da fehlen einem die Worte. Dass man in einer Sitzung so vorgehen kann, muss man erst einmal verdauen.“ Staudt sagt weiter: „Man muss doch wissen, wenn man ein Spiel verloren hat. Wenn sich Anwälte nur noch über rechtliche Spitzfindigkeiten austauschen, gibt es doch keine Basis mehr.“

Aber wie wollen die Vereine nun weiter agieren? „Wir müssen das wirklich erst einmal in Ruhe sondieren, wir müssen uns austauschen. Das wird einige Tage dauern“, sagt Staudt. „Man muss sich auch mal vorstellen, dass wir das ehrenamtlich machen. Ich war nach dieser Sitzung um 23.30 Uhr zu Hause, kümmere mich zudem um die Arbeit für den KEV und den EHV NRW – und dann klingelt auch noch um 5 Uhr der Wecker, weil ich dann zur Arbeit muss.“ Die ersten Gespräche der Vereine untereinander haben freilich schon stattgefunden. „Bereits auf der Rückfahrt von Dortmund“, so Staudt. „Letztlich können wir froh  sein, dass es den EHV NRW nun gibt – als eine Plattform für die Sportler, bei der es wirklich um Sport geht. Es ist so ärgerlich, dass wir uns um solche Dinge kümmern müssen, denn die Eishockey spielenden Kinder hätten unsere volle Energie verdient.“

Zuletzt schaut Staudt in die jüngere DEB-Geschichte zurück: „Rückblickend ziehe ich meinen Hut vor Uwe Harnos. Er wusste, wann es Zeit war zu gehen.“

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