Bären gewinnen in LauterbachSpäter Jubel

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Und auch der Auftritt bei der zweiten Aufgabe des Regionalliga-Wochenendes zeugte von riesiger Moral, großem Kampfgeist und Zuversicht bis zur letzten Sekunde. Mit 4:3 nach Penaltyschießen behielt der EHC beim EC Lauterbach die Oberhand. Dreimal hatten die Deichstädter in Rückstand gelegen. „Es entspricht unserer Philosophie, immer positiv zu bleiben und bis zur Schlusssirene an uns zu glauben“, erklärte Trainer Jens Hergt einen Charakterzug seines Team.

Weit entfernt war diese Schlusssirene am Sonntagabend im Vogelsbergkreis nicht mehr. 57 Sekunden standen noch aus, da gab es nach einem unerlaubten Weitschuss der gastgebenden Luchse Bully in ihrer Verteidigungszone. Hergt rief zur Auszeit, Torhüter Felix Köllejan hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seinen Kasten verlassen und für einen sechsten Feldspieler Platz gemacht. „Wir haben noch einmal genau besprochen, wer wo stehen soll“, berichtete der Bären-Coach. Seine Spieler sollenten genau die richtigen Positionen finden. Denn acht Sekunden nachdem die Scheibe wieder ins Spiel gebracht worden war, lag sie im Lauterbacher Tor. Michael Trimboli hatte abgezogen, das 3:3 erzielt und die Bären ins Penaltyschießen gebracht. Mit Gewalt und (letzter) Kraft warfen die Neuwieder in den letzten fünf Minuten alles nach vorne - mit spätem Erfolg. Mit Trimbolis Treffer glich der EHC zum dritten Mal an diesem Abend vor 260 Zuschauern, darunter gut 50 mitgereiste vom Rhein, einen Rückstand aus. Zuvor hatten Robin Schütz (16.) und Stephan Fröhlich (37.) die Tore von Tim Lucca Krüger (13.) und Jake Fardoe (29.) egalisiert. Auch Krügers zweiter Schuss in die Maschen (38.) brachten die Hessen nicht über die Runden.

Im Penaltyschießen behielt erneut Stephan Fröhlich die Nerven. Sein achter Scorerpunkt an diesem Wochenende (!) bescherte Neuwied den Zusatzpunkt. Felix Köllejan vereitelte unterdessen alle drei Lauterbacher Versuche. Am Freitag nach der Hälfte der Spielzeit ausgewechselt, fand der Schlussmann direkt wieder zu alter Stärke zurück. Genauso wie über weite Phasen die komplette Abwehr. „Wir verteidigten wieder deutlich besser als gegen Neuss, haben aber trotzdem noch ein paar einfache Fehler gemacht“, merkte Jens Hergt an. Bei Krügers 1:0 in der ersten Lauterbacher Drangphase konnten die Gäste den Puck nicht final klären, beim 3:2 liefen sie ein wenig zu übermütig in einen Konter.

Im Schlussabschnitt machte sich in Reihen der Bären der Substanzverlust bemerkbar. Die 60 harten Minuten zwei Tage zuvor steckten noch in den Beinen, außerdem standen nach den Ausfällen von Alexander Bill (Kapselverletzung am Daumen) und Philipp Felföldy (Sperre) nur acht Angreifer zur Verfügung. „Aber die Mannschaft ist über die Schmerzgrenze hinausgegangen“, freute sich Manager Carsten Billigmann. Als Lohn dafür nahmen sie zwei Punkte mit auf die Heimreise.

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