Bären feiern fünften Sieg in SerieNeuwied in guter Form

Die Bären streckten sich im Heimspiel gegen Hamm nach jedem Puck: Hier stört Christian Neumann Gästestürmer Oliver Kraft im letzten Moment. (Foto: Verein)Die Bären streckten sich im Heimspiel gegen Hamm nach jedem Puck: Hier stört Christian Neumann Gästestürmer Oliver Kraft im letzten Moment. (Foto: Verein)
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„Und man darf nicht vergessen, gegen welche Mannschaften wir an diesem Wochenende gespielt haben“, hob Trainer Daniel Benske den Zeigefinger. Am Freitag hatten die Neuwieder den Tabellenzweiten Herford auseinandergenommen (10:4), jetzt legten sie gegen keinen Geringeren als den amtierenden Meister aus Hamm nach. Mit 4:2 setzten sich die Bären im Icehouse durch. Die Zuschauer, die den EHC nicht nach Lauterbach, Dinslaken und Herford begleitet hatten, bekamen einen Eindruck davon, dass die Leistungsentwicklung genau in die erhoffte Richtung zeigt. Für Trainer Benske und Stürmer Carsten Hohmann bedeutete der verdiente Dreier ein gelungenes Heimdebüt, das Hohmann mit dem 1:0 in der 14. Minute selbst einleitete.

Dabei gehörten die ersten Minuten noch den Gästen. Christian Neumann störte den durchgestarteten Oliver Kraft gerade noch rechtzeitig vor dem Torabschluss. Einer von unzähligen wichtigen Zweikämpfen, in denen die Bären genau den Einsatz zeigten, den es im Eishockey braucht. So viele Schüsse wie möglich vom eigenen Tor weghalten, die Räume eng machen, dem Gegner keine Luft zu atmen geben – so stellt sich Trainer Benske seine Mannschaft vor, und so sah er sie ein weiteres Mal. „Wir haben kompakt gestanden und so häufig wie möglich die Scheibe aufs Hammer Tor gebracht“, beobachtete er. Letzteres war in der Anfangsphase noch nicht allzu häufig der Fall, aber Carsten Hohmanns Premierentor lenkte die Begegnung in die aus EHC-Sicht richtige Richtung. Moritz Schug und Martin Brabec (beide 20.) bauten den Vorsprung in einer Vier-gegen-vier-Situation beziehungsweise kurz später in Überzahl aus. „Und so lagen wir nach 20 Minuten schon deutlich hinten, obwohl wir ganz gut mitgespielt haben“, beschrieb Gästetrainer Ralf Hoja. Warum es sich lohnt, sich jeden irgendwie möglichen Abschluss zu nehmen? Brabecs 3:0 zeigte es. Aus dem Hinterhalt zog er per Handgelenkschuss ab – so einer sitzt eben, wenn’s gerade läuft.

Hoja monierte später, dass seine Jungs zu viele Gelegenheiten ausließen. Die hatten die Eisbären auch im Mittelabschnitt, aber entweder war Felix Köllejan, Neuwieds „player of he game“, auf dem Posten oder der Bären-Keeper hatte das Glück des Tüchtigen zur Seite. In der 22. Minute parierte er einen Penalty von Robin Loecke, kurz später traf Tommy Kuntu-Blankson das Gestänge. Loecke blieb als tragende Säule im Angriff der Eisbären gefährlich und brachte den Meister zweimal heran zum 1:3 (28.) und 2:4 (33.). Den zwischenzeitlichen Dämpfer verpasste Michael Jamieson den Hammern (29.). Marius Dräger konnte einen Schuss nicht festhalten, der US-Boy stand im Slot an der richtigen Stelle und lochte ein. Jamieson und Brabec, ergänzt durch Arbeiter Tobias Etzel – diese Formation harmoniert immer besser, wurde in der 32. Minute jedoch gesprengt. Schiedsrichter Daniel Melcher stufte nach Rücksprache mit seinen Assistenten einen Bandencheck des Tschechen von einer kleinen zu einer Spieldauerdisziplinarstrafe hoch. Schon im ersten Drittel legten die Linesmen mit ihrem vorgeschlagenen Ausschluss gegen Hamms Josef Schäfer das Strafmaß sehr streng an.

Loeckes 4:2 im Fünf-Minuten-Powerplay war der letzte Einschuss des Abends. Aber auch ohne weitere Tore blieb die Begegnung gutklassig und umkämpft. „Wir haben in den letzten zehn Minuten den Druck noch einmal erhöht, kamen aber nur durch Einzelleistungen zu Chancen anstatt sie herauszuspielen. Da muss noch mehr kommen, wir müssen in den Play-off-Modus finden“, sagte Gästecoach Hoja und gratulierte dem EHC zum Sieg: „Neuwied hat eine gute, kompakte Leistung gezeigt, und verdient gewonnen.“ „Auch nach der Spieldauerstrafe gegen Martin Brabec hatte ich nie Angst, dass unser Sieg noch in Gefahr gerät“, beschrieb Neuwieds Manager Carsten Billigmann.

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