Andre Bruch verstärkt die EG Diez-LimburgNach Aus für den EHC Netphen

André Bruch spielt nun für die EG Diez-Limburg. (Foto: fischkoppMedien/EGDL)André Bruch spielt nun für die EG Diez-Limburg. (Foto: fischkoppMedien/EGDL)
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„Was in Netphen passiert ist, das ist einfach nur unheimlich traurig“, sagt Bruch. Bereits vor der vergangenen Saison waren sich Willi Lotz und der Routinier quasi einig für den Fall, dass der Neuaufbau in Netphen nicht realisiert werden kann. Er konnte aber, und Bruch entschied sich dazu, unter seinem Vater Reinhard Bruch sowie mit seinem Bruder Tim Bruch und weiteren Freunden gemeinsam für seinen Heimatverein aufzulaufen. Und das mit großem Erfolg: Netphen wurde auf Anhieb Meister in der Bezirksliga, Bruch steuerte in 18 Partien 70 Scorerpunkte (37 Tore, 33 Assist) zum Titel bei.

Nach dem Aufstieg in die Landesliga NRW wurde auch das erste Spiel der neuen Saison beim amtierenden Meister Bergisch Raptors gewonnen, doch dann kam das Aus für den Aufsteiger. Der TÜV verweigerte dem Sportpark Siegerland die Betriebserlaubnis für die Kühlanlage der Eishalle. Für den Trainingsbetrieb fand der EHC in Diez eine Ausweichmöglichkeit, doch wegen der fehlenden Heimspielstätte schloss der Verband Netphen Mitte Oktober vom Spielbetrieb aus. Eine Fortsetzung des Neuaufbaus war nicht mehr möglich. „Das geht uns allen schon sehr nahe“, sagt Bruch. „So viele Helfer, die sich über all die Jahre so sehr für den Fortbestand des Eishockeysports in Netphen engagiert haben. Schwer zu verstehen, dass es plötzlich vorbei ist.“

Sportlich musste sich der Zwei-Wege-Spieler, der sowohl stürmen als auch verteidigen kann, umorientieren. „Ich will weiter ambitioniert Eishockey spielen. Da hat sich ein Wechsel zu den Rockets einfach angeboten“, sagt Bruch. Mit den Bären aus Neuwied feierte Bruch unter anderem die Meisterschaft in der Regionalliga und spielte für das Team vom Rhein auch in der Oberliga - unter dem damaligen Trainer Arno Lörsch. „Natürlich ist es gut zu wissen, wie der Trainer und die Leute im Vorstand so ticken. Deshalb habe ich mich für einen Wechsel zur EGDL entschieden. Zudem kenne ich den einen oder anderen Spieler aus dem Team.“

Die jüngsten Spiele in der Liga gegen die Topteams aus Herford und Hamm haben gezeigt, wo der Bedarf derzeit besonders groß ist: in der Verteidigung. Für Bruch kein Problem. Schon in seiner letzten Saison in der Oberliga (2015/16) in Dortmund lief der 29-Jährige in der Verteidigung auf, brachte es dennoch auf 50 Scorerpunkte (24 Tore, 26 Assist). Insgesamt hat Bruch in der Oberliga 62 Scorerpunkte und dazu satte 248 Punkte in der Regionalliga gesammelt. Die Rockets können sich auf einen offensivstarken Verteidiger freuen.

„Zunächst einmal müssen wir unterstreichen, dass auch uns nicht gefallen kann, dass ein Verein wie Netphen wegen Problemen mit der Eishalle nicht weiterspielen kann“, sagt EGDL-Trainer Arno Lörsch. „Das ist eine traurige Entwicklung, die man keinem Standort wünscht. Dennoch mussten wir bei einem Spieler wie Andre Bruch natürlich reagieren, wenn er plötzlich auf dem Markt ist. Andre ist nicht nur ein toller Sportler, sondern auch ein sehr angenehmer und lustiger Zeitgenosse. Sportlich wie menschlich eine absolute Bereicherung für unser Team. Er gibt immer 100 Prozent und ist ein klassischer Zwei-Wege-Spieler. Er bringt starke Hände und sehr gute läuferische Fähigkeiten mit.“

Da der Trainer ohnehin derzeit am Defensivkonzept feilt und aufgrund zu vieler Gegentore eine Umstellung vornehmen wird, passt die Verpflichtung prima in die neue Marschroute. „Wir haben in Hamm im letzten Drittel schon mal die Defensive umgestellt und das hat auf Anhieb sehr gut funktioniert“, sagt Lörsch. „Wir werden das jetzt im Training weiter einstudieren und Andre gleich in das neue Konzept mit einbinden.“ Beim Auswärtsspiel in Neuss wird der Routinier seine Premiere im EGDL-Trikot feiern, sein neues Jersey mit der Rückennummer 14 ist bereits bestellt.

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