Am Ende fehlte die KraftKobras-Kader wird immer kleiner

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Zwei Spiele in zwei Tagen gegen zwei Top-Teams der Liga – das ist derzeit scheinbar kaum machbar für die dünne Personaldecke der Dinslakener Kobras. Von Beginn der Saison plagen sich die Dinslakener damit herum, dass Spieler berufs-, krankheits- oder verletzungsbedingt fehlen. Und wenn dann ein Akteur auch mal einen wichtigen privaten Termin wahrzunehmen hat, ergibt sich eine Mannschaftsstärke, die es gegen drei ausgeglichene Reihen eines starken Gegners doppelt schwer hat. So auch gestern, als man beim letzten Heimspiel der Hauptrunde in der Schlangengrube seitens der Niederrheiner mit sechs Stürmern gegen elf stürmende Gäste aus Dortmund zwar das letzte aus sich herausholte, jedoch nach dem schweren Auswärtsspiel in Hamm nicht in der Lage war, das Schicksal pro Dinslaken zu beeinflussen. Und so wurde es ein Null-Punkte-Wochenende für die Giftschlangen.

Schon im ersten Abschnitt waren die Dortmunder Eisadler bei ihrem 4:2 (1:1, 1:0, 2:1)-Erfolg das dominante Team, doch noch stimmten Zuordnungen und Laufwege in der Dinslakener Hintermannschaft. Lediglich das 0:1 nach gut zwölf Spielminuten durch Jiri Svejda mussten die Hausherren bei eigener Unterzahlsituation hinnehmen. Doch noch konnte man erfolgreich dagegenhalten. Die Spieluhr zeigte 18:43, als Jan Nekvinda ein Zuspiel von Alex Brinkmann und Sven Linda, ebenfalls bei numerischer Überzahl, zum 1:1 vollenden konnte.

Ab dem Mitteldrittel ließen die Kräfte der tapfer kämpfenden Mohikaner nach. Dies äußerte sich als erstes in Zuordnungsproblemen in der Verteidigung, aber auch Konzentrationsmängel im Spielaufbau nahmen nun mehr und mehr zu. Zwar stellte sich Trainer Thomas Schmitz nach dem Spiel berechtigterweise erneut vor sein Team und nannte auch das Fehlen diverser Spieler nicht als Hauptursache für die Niederlage, doch wenn man nahezu alle Spiele eine Reihe weniger als der Gegner aufbieten kann, ist dies sicherlich kein unwesentlicher Faktor. Glücklicherweise hatte Felix Zerbe im Kasten der Hausherren einen guten Tag erwischt und die Tatsache, dass die Gäste zu leichtfertig mit den sich bietenden Chancen umgingen, sorgten dafür, dass sie in Person von Sebastian Schröder nur einen weiteren Treffer erzielten.

Die Kobras waren aber auch in diesem Abschnitt keinesfalls chancenlos. Doch war es immer wieder ein ungenaues Zuspiel oder der ungenaue Torschuss selbst, der das Überqueren des Pucks über die Torlinie von Marius Dräger verhinderte. Mehrere Großchancen ergaben sich zwischen der 25. und 26. Minute, als die Kobras eine 5:3-Situation zugesprochen bekamen; doch alle vielversprechenden Bemühungen konnten auch dann nicht in ein Tor umgemünzt werden. Stattdessen folgte sechs Minuten später der eben erwähnte 2:1-Führungstreffer für die Gäste. Mit diesem Spielstand ging es in die zweite Pause.

Das Spiel setzte im Schlussabschnitt da an, wo es 15 Minuten zuvor aufgehört hatte. Beide Teams kämpften aufopferungsvoll, doch das Zerstören des gegnerischen Aufbauspiels hatte immer Vorrang vor Kreativität. Die bessere Torausbeute hatten wieder zunächst die Gäste, als Andre Bruch in der 49. Minute die Dortmunder Führung auf zwei Tore ausbauen konnte. Doch die Kobras mobilisierten nun die letzten Kraftreserven. Mit Erfolg. Denn in der 54. Minute schaffte es Blueliner Thomas Bläsche mit einem platzierten Distanzschuss in den linken oberen Winkel, die Kobras noch einmal in Schlagdistanz zu bringen. Neuer Spielstand: 2:3.

Dann gab es eine Schrecksekunde für die Hausherren, als Alex Brinkmann nach einem „normalen“ Zusammenprall – so die Auslegung des Hauptschiedsrichters – minutenlang liegen blieb und sich das Knie hielt. Er konnte zwar später, nach medizinischer Behandlung, weitermachen, doch man konnte deutlich sehen, dass er nicht „rund“ lief und trotz Schmerzen weiterspielte. Auch nach der Begegnung wurde er humpelnd gesehen, als er zum Mannschaftsessen ging. Bleibt zu hoffen, dass sich die Verletzung nicht als schlimmer herausstellt und von dem Lied der „Zehn kleinen Negerlein“ bei den Kobras keine weitere Strophe gesungen werden muss. Zum Ende der Partie wurde es – wie häufig in letzter Zeit – wieder dramatisch in der Schlangengrube. Zunächst wurde Adler-Stürmer Felix Berger bei 57:07 für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt. Während dieser Überzahl nahm Alex Brinkmann ein Zuspiel auf und fuhr einen Break auf das Gästegehäuse. Dabei wurde er regelwidrig vom Puck getrennt. Der Schiedsrichter sprach daraufhin den Dinslakenern 68 Sekunden vor der Schlusssirene einen Penalty zu. Doch analog zum Heimspiel gegen Ratingen blieb auch diesmal der Gästekeeper Sieger bei dieser 1:1-Situation. Jetzt nahm Thomas Schmitz Felix Zerbe zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis und genau in dem Moment, als die Strafzeit von Berger abgelaufen war, bekam er die schwarze Hartgummischeibe noch an der Strafbanktür genau auf den Schläger, umspielte einen Dinslakener Verteidiger und hatte dann keine Mühe, das verwaiste Gehäuse der Dinslakener zu treffen.

Tore: 0:1 (12:05) Svejda, 1:1 (18:43) Nekvinda (Brinkmann, Linda), 1:2 (31:58) Schröder (Svejda), 1:3 (48:02) Bruch (Pompino), 2:3 (53:27) Bläsche (Tanke, Pleger), 2:4 (59:15) Berger (Bruch). Strafen: Dinslaken 10, Dortmund 14. Zuschauer: 250.

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