18 Sekunden fehltenKobras unterliegen Dortmund im Penaltyschießen

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Dabei hatte der Abend aus Dinslakener Sicht eigentlich gut begonnen. Vor Spielbeginn wurden die drei Gewinner der Wahl zum besten Spieler der Saison ausgezeichnet, bei der Dauerbrenner Daniel Pleger die Nase vorn hatte. Hinter ihm belegten Neuzugang Lukas Schaffrath und Topscorer Kamil Vavra die Plätze zwei und drei.

Das Spiel selbst schenkte sich die Aufwärmphase und ging gleich zur Sache. Sowohl den Eisadlern als auch den Kobras merkte man deutlich an, dass sie an diesem Abend die Punkte für den Einzug in die Play-offs mitnehmen wollten. Die ersten Großchancen boten sich dabei den Gästen, die allergrößte Malte Bergstermann, der in der neunten Spielminute einen Penalty zugesprochen bekam, nachdem er regelwidrig am Torschuss gehindert worden war. Doch Felix Zerbe machte die Tür zu und es blieb zunächst beim 0:0. Gut 30 Sekunden später fiel dann der erste Treffer der Partie. Während ein Eisadler auf dem Sünderbänkchen Platz genommen hatte, erzielte Kapitän Sven Linda per Schlagschuss die 1:0-Führung für die Hausherren. Doch die Antwort der Gäste ließ nicht sehr lange auf sich warten. Knapp zwei Minuten später erzielten sie den 1:1-Ausgleichstreffer. Und es kam für die Giftschlangen noch schlimmer: Nur 23 Sekunden später prallte ein Schuss der Gäste vom Körper Felix Zerbes' so unglücklich ab, dass er völlig blank kurz vor dem Torraum lag. Ein Eisadler stand am nächsten und hatte wenig Mühe, den Puck im Gehäuse zu versenken. Die Hausherren zeigten sich aber keinesfalls beeindruckt und forcierten nun ihrerseits den Druck auf das Gehäuse der Westfalen. Und in der 19. Minute wurden ihre Bemühungen belohnt: Jan Nekvinda konnte das Zuspiel von Pierre Klein und Sebastian Schmitz zum umjubelten 2:2-Ausgleich markieren.

In Abschnitt zwei hing es zunächst von Icinglinie zu Icinglinie rauf und runter. Es brachte zunächst aber keine Veränderung auf der Anzeigetafel, auch wenn Dominick Spazier einen Penalty zugesprochen bekam. Analog zur Szene im ersten Drittel wurde auch er bei einem Konter regelwidrig von den Beinen geholt und verletzte sich bei diesem Foul so sehr, dass Sebastian Haßelberg den Penalty ausführen musste. Doch auch Marius Dräger im Tor der Dortmunder bewies, dass er ein Guter seines Faches ist. Dann aber schnürte Jan Nekvinda in der 26. Spielminute seinen Doppelpack zum 3:2. Die Hausherren hatten dabei auch die zweite numerische Überlegenheit an diesem Abend in Zählbares ummünzen können. Die Spieluhr zeigte 27:01, als Daniel Pleger die Giftschlangen erstmalig mit zwei Toren in Führung schoss. Eigentlich schien alles für die Niederrheiner nach Plan zu laufen. Doch dann kam es zu der Schlüsselszene des Spiels. Kurz vor Ende des Mittelabschnitts wurde Kobra-Verteidiger Tim Cornelißen vorzeitig zum Duschen geschickt, weil er einen Gegenspieler mit einem zu hoch gehaltenen Stock verletzt haben soll. Von nun an standen die Hausherren unter Dauerbeschuss und das Spielgeschehen ereignete sich bis zum Ende der Begegnung überwiegend vor dem Tor von Felix Zerbe. Die Gäste wirkten dabei frischer und immer einen Tick schneller.

Zunächst galt es zu Beginn des letzten Drittels für die Hausherren, den Rest der Fünf- Minuten-Strafe schadlos zu überstehen. Allerdings schickte der Unparteiische während dieser Zeit noch einen weiteren Dinslakener Akteur auf die Strafbank. Die Dortmunder zeigten sich eiskalt und erzielten sieben Minuten vor dem Ende bei doppelter Überzahl den 3:4-Anschlusstreffer. Jetzt wirkten die Kobras wie ein angeschlagener Boxer und die Westfalen schalteten noch einen Gang höher. Es begann eine reine Abwehrschlacht der Kobras, für die die Uhr ruhig etwas schneller hätte laufen können. Angriff auf Angriff rollte auf Felix Zerbe zu und man merkte, dass den Giftschlangen die kräftezehrenden Begegnungen gegen Ratingen und Hamm zu schaffen machten. Immer wieder ging der bange Blick der Kobra-Fans zur Uhr. Noch spannender wurde es, als Pierre Klein kurz vor Schluss noch für zwei Minuten in die Kühlbox geschickt wurde. Doch die Spieler warfen sich in jeden Dortmunder Schuss und so wurde auch diese Strafzeit schadlos überstanden. Als letzte Option blieb Dortmunds Trainer Sikorski die Herausnahme seines Torhüters zugunsten eines sechsten Feldspielers. Diese Maßnahme brachte dann auch tatsächlich den gewünschten Erfolg für die Gäste. Nur 18 Sekunden vor der Schlusssirene zerstörte Sebastian Licau alle Hoffnungen der Kobras samt ihrer Fans auf einen Dreier.

Wieder einmal musste ein Penaltyschießen den Sieger der beiden Teams ermitteln. Während auf Dinslakener Seite an Nekvinda, Daniel Pleger und Kamil Vavra in Marius Dräger ihren Meister fanden, konnte auf der anderen Seite Florian Pompino den Extrapunkt für seine Farben sichern. Die Dinslakener waren nach Spielende tief enttäuscht und verließen das Eis mit hängenden Köpfen. Und als Sven Linda unmittelbar nach Spielende noch für seine Verdienste für die Kobras im Bereich Marketing geehrt wurde, konnte sich dieser über die Ehrung in diesem Moment gar nicht richtig freuen. Zu tief saß die Enttäuschung über die Tatsache, dass eigentlich nur 18 Sekunden zu einem perfekten Abend gefehlt hatten.

Damit schwinden die Hoffnungen der Dinslakener auf eine Play-off-Teilnahme. Sie ist zwar rein rechnerisch noch möglich, doch nur unter der Voraussetzung, dass die Reptilien ihre beiden verbleibenden Spiele in Ratingen und Neuss glatt nach 60 Minuten für sich entscheiden können. Gleichzeitig müssen aber auch die Lauterbacher Luchse ihr Restprogramm in Dortmund und beim Heimspiel gegen die Hammer Eisbären verlieren, ebenfalls innerhalb der regulären Spielzeit. Noch bleibt es also spannend.

Tore: 1:0 (9:18) Sven Linda (Kamil Vavra, Jan Nekvinda), 1:1 (11:11) Jiri Svejda (Andre Bruch, Sebastian Schröder), 1:2 (11:34) Malte Bergstermann (Marvin Cohut), 2:2 (18:05) Jan Nekvinda (Pierre Klein, Sebastian Schmitz), 3:2 (25:22) Jan Nekvinda (Sven Linda, Kamil Vavra), 4:2 (27:01) Daniel Pleger (Dominick Spazier), 4:3 (43:01) Jiri Svejda (Sebastian Schröder, Florian Pompino), 4:4 (59:42) Sebastian Licau (Florian Pompino, Malte Bergstermann), 4:5 (60:00) Florian Pompino (entscheidender Penalty). Strafen: Dinslaken 8 + 5 + Spieldauer (Tim Cornelißen), Dortmund 4.

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