1200 Zuschauer sehen Halbfinaleinzug der EG Diez-Limburg7:0 gegen den EC Nordhorn

Volles Haus bei der EG Diez-Limburg. (Foto: fischkoppMedien/EGDL)Volles Haus bei der EG Diez-Limburg. (Foto: fischkoppMedien/EGDL)
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Und trotzdem taten Trainer und Spieler das, was in solchen Momenten wahre Stärke ist: Einen Gang rausnehmen, wenn du klar überlegen bist und nach 14 Minuten schon mit 4:0 führst. Es gab schlichtweg keinen Grund, einen Gegner an diesem Abend zweistellig aus der Halle zu schießen, der den weiten Weg aus Nordhorn an einem Freitag auf sich genommen hatte, um den Rockets ein Pokalspiel zu bieten. Und das in einem Wettbewerb, dem Norddeutschen Eishockeypokal, in dem man ohnehin so ein bisschen in der Gastrolle ist. „Es braucht Charakter und ist eine Frage des Respektes, ein solches Spiel genauso zu Ende zu spielen“, sagte auch EGDL-Trainer Arno Lörsch nach dem 7:0 (4:0, 2:0, 1:0) gegen den Eishockeyclub Nordhorn. Die Gäste waren sportlich klar unterlegen und trotzdem eine Bereicherung für die EGDL-Saison, denn der Pokal bleibt ein schöne Abwechslung. Dass Nordhorn sich zudem mit 500 Euro (!) an der Spendenaktion für den schwerkranken Gerrit aus Diez beteiligte, zeigt: Auch wenn das Spiel phasenweise wenig spektakulär war, an diesem Abend zählten eben nicht nur harte Checks, schnelle Kombinationen und maximal viele Tore. Wer zwischen den „Kufen" lesen konnte, der wusste dieses Spiel richtig einzuordnen.

Das spielende Personal war durchaus überschaubar, als sich Diez-Limburg und Nordhorn zum Warm-up aufmachten. Der Nord-Regionalligist war mit zwei Keepern und 13 Feldspielern angereist, bei den Raketen standen neben den Torleuten Themm und Schönfelder insgesamt 16 Spieler zur Verfügung. Arno Lörsch hatte unter anderem die Ausfälle von Konstantin Firsanov, Julian Grund und Tim Ansink zu beklagen, konnte im Gegenzug aber den Tschechen Jakub Zdenek (im Pokal sind zusätzliche EU-Ausländer möglich) und Förderlizenzspieler Janik Langer von Kooperationspartner Bad Nauheim einsetzen.

Eingerahmt in eine tolle Choreografie des Fanclubs „Rockets Supporter 2017“ erlebten die rund 1200 Zuschauer dann einen stimmungsvollen Einlauf des Teams - der Abend stand ganz im Zeichen der Aktion #euerheimspiel und hatte zahlreiche Gruppen, Firmen und Vereine bei freiem Eintritt in die Eishalle gelockt. Und die wurden sportlich schnell verwöhnt: Joey Davies (5.), Florian Böhm (9., 14.) und Matt Fischer (10.) schossen schnell eine beruhigende Führung heraus. Die Rockets waren als klarer Favorit in dieses Spiel gegangen und hatten diese Rolle denn auch sofort mit Leben gefüllt.

Dass man in der Folge dennoch deutlich Tempo rausnahm, lag an den bereits genannten Gründen, hatte aber durchaus auch etwas mit Weitblick zu tun. Jedes Korn, dass diese personell angeschlagene Mannschaft derzeit mit Blick auf den Saisonendspurt in der Regionalliga West sparen kann, spart sie auch. Parallel zum Pokalspiel gegen Nordhorn verlor Verfolger Herford sein Heimspiel gegen wiedererstarkte Bären aus Neuwied deftig-deutlich mit 4:10. Und Sonntagsgegner Neuss verkaufte sich stark beim 2:4 gegen Meister Hamm. Die Auswärtsfahrt zum NEV am Sonntag wird es in sich haben und so hatte die frühe Führung auch etwas Gutes: Man konnte sich ein wenig schonen für das, was da noch kommen mag.

Beim 4:0 beließ man es freilich dennoch nicht: Florian Flemming (27.), Jakub Zdenek (37.) und erneut Matt Fischer (57.) schraubten das Ergebnis noch auf 7:0 in die Höhe. Keeper Steve Themm feierte seinen nächsten Shut-out und machte die (wenigen) Chancen der Gäste zunichte. Die große Kulisse feierte die Mannschaft für den Kantersieg und das Erreichen des Halbfinals im Norddeutschen Eishockeypokal. Die EGDL gewinnt die Gruppe B mit vier Siegen in vier Spielen und 23:1-Toren. Gegner im Halbfinale wird entweder der TuS Harsefeld Tigers oder der Altonaer SV - hier stehen noch weitere Gruppenspiele aus.

„Es war ein großartiger Abend“, freute sich Lörsch über die große Resonanz auf den Rängen. „Das Spiel haben wir im ersten Drittel sehr gut auf den richtigen Weg gebracht und danach auch ein bisschen was ausprobiert. Ich freue mich besonders, dass wir wieder kein Gegentor kassiert haben. Und natürlich bin ich nach einem 7:0 und einem Halbfinaleinzug nicht unzufrieden, aber wir haben sicherlich auch nicht die Leistung abgerufen und abrufen müssten, die wir gegen Herford oder Neuwied brauchen.“ Sein Gegenüber, Nordhorns Trainer Heiko Niere, gratulierte zum „auch in der Höhe verdienten Sieg. Wir haben besonders im ersten Drittel zu viel Fehler gemacht und können uns nur bei unseren Keepern bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausgefallen ist.“