Wölfe unterliegen im Derby

Sekera beim Auftakt gesperrtSekera beim Auftakt gesperrt
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Siegesserie gerissen und das ausgerechnet in Bayreuth. Im Derby bei den Wagnerstädtern kamen die Selber Wölfe nicht wie gewohnt in Fahrt. Am Ende musste man sich gegen eine stark kämpfende Bayreuther Mannschaft mit 3:4 (2:1, 0:2, 1:1) geschlagen geben. Die Niederlage gilt es für den Tabellenzweiten schnell abzuhaken, denn schon am morgigen Sonntag (18 Uhr) wartet mit dem amtierenden Vize-Meister TSV Peißenberg der nächste schwere Brocken auf dem Programm des VER.

Die Vorankündigungen versprachen wahrlich nicht zu viel. Schon weit vor Spielbeginn füllte sich das Bayreuther Eisstadion. Grund zur Freude hatte da der Schatzmeister, der sonst das Geld von nur etwas über 600 Spielbeobachter im Schnitt zu zählen durfte, diesmal allerdings alle Hände voll zu tun hatte. Schließlich waren unter den offiziell angegebenen 2.869 Zuschauer (ausgegangenen wird inoffiziell von rund 3500) auch über 1000 Anhänger der Wölfe in die Wagnerstadt angereist.

Zugleich jubeln durfte aber der Selber Anhang. Gerade einmal 23 Sekunden dauerte es, als sich Setzer durch die gegnerischen Spieler durchmogeln und zum Führungstreffer einschieben und so Keeper Bädermann – zumindest in dieser Situation – alt aussehen ließ. Weiter spurteten die Wölfe in die Offensive. Das Ergebnis wackelte zeitlang, doch Selb machte zu wenig aus seinen Chancen und ließ den Gegner allmählich ins Spiel kommen. Während Brahmer noch zu eigensinnig vonstattenging, war es nur wenig später Geigenmüller, der Bayreuths Spielertrainer Noob in Szene setzte. Dem Zuspiel folgte der Ausgleich. Selb jedoch weiter am Drücker. Reihenweise wurden aber wiederum hochkarätige Möglichkeiten ausgelassen. Die Chancen waren lange Zeit da, ehe die Gastgeber durch Martindale erstmals wieder in Erscheinung traten, er aber am freien Tor vorbeizielte, Das Spiel wurde immer flotter. Individuelle Fehler wurden auf beiden Seiten zu direkten gefährlichen Gegenzügen ausgenützt. Ein Tor wollte indes nicht gelingen. Erst kurz vor der Pausensirene schepperte es, da im Tor der Tigers. In Überzahl wurde Waßmiller in der Mitte vor dem Tor bedient, die erneute Führung hergestellt.

Unterzahlsituationen, darunter auch 3 gegen 5, galt es für den VER zu Beginn des zweiten Abschnitts zu überstehen. Dies gelang zwar einigermaßen schadlos. Bayreuth kam so aber immer besser ins Spiel und erarbeitete sich beste Gelegenheiten. Dazu sah man den Wölfen bei weitem nicht mehr den richtigen Biss der letzten Spiele an. Die logische Folge: der Ausgleich. Einen schnellen Konter vollendete Schmidt zum 2:2, dem Müller nur 92 Sekunden später gar eins drauf setzte, als die Wölfe die Scheibe nicht mehr aus der Gefahrenzone bringen konnte. Das gab den Hausherren natürlich erst recht weiter Auftrieb, noch dazu Selb blass wirkte und sich schwer tat, das Zwischenresultat bis zur Drittelpause zu bringen.

Erst im laufenden letzten Abschnitt fanden die Wölfe langsam in ihr Spiel. Chancen waren nun wieder da. Bayreuth sah sich so sogar zu einer Auszeit gezwungen. Ein folgendes Powerplay nutzten die Holden-Schützlinge aber gnadenlos in Person von Horvath aus, der von der Blauen Linie zum Ausgleich traf. Der VER trat zwar weiter energisch an. Das Bayreuther Team bot jedoch weiter großen Kampf. Nach einem guten Doppelpassspiel zwischen Geigenmüller und Martindale stand es urplötzlich wieder 4:3 für die Einheimischen. Mit dem Treffer war es nun aus mit der Herrlichkeit im weiten Rund. Während Dirksen im Selber Kasten mit Gegenständen aus dem aus dem „Fan“-Lager des EHC bombardiert wurde, jubelte der Torschütze mit provozierenden Gesten in Richtung Selber Anhängerschaft, so dass auch aus deren Richtung Gegenstände auf die Eisfläche flogen. Das Eis musste fünfeinhalb Minuten vor Ende noch einmal aufbereitet werden. Durchschnaufen für beide Mannschaften. Spannung und Dramatik pur zum Spielende hin. Allerdings handelten sich die Wölfe da noch unnötige Strafen ein, so dass es schließlich nichts mehr wurde und man die Schmach einer Derbyniederlage akzeptieren musste.

Tore: 0:1 (0:23) Setzer, 1:1 (5:51) Noob (Geigenmüller), 1:2 (18:30) Waßmiller (Hermle, Thielsch; 5-4), 2:2 (30:21) Schmidt (Hausauer, Wagner), 3:2 (31:53) Müller (Hausauer), 3:3 (51:48) Horvath (5-4), 4:3 (54:29) Martindale (Geigenmüller). Strafen: Bayreuth 18 + 10 (Zimmermann), Selb 22 + 10 (Waßmiller). Zuschauer: 2869.